28 März 2018, 16:00
Denn du bist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten
 
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Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Magdalena Preineder

Linz (kath.net)Herr, du verschaffst dir Lob aus dem Mund der Kinder und Säuglinge. Du bist es, der mein Klagen in Tanzen verwandeln kann. Du bist der Gott, der das zerknickte Rohr nicht zerbricht und den glimmenden Docht nicht auslöscht. Du bist es, der sich mir mit seinem Ohr zuneigt, wenn ich zu dir rufe. Und wenn ich am Tag 77 Mal meine Stimme zu dir voll Bitten und Klagen erhebe, dann wirst du nicht müde da zu sein. In allem, was ich zu dir trage, sprichst du mir zu, dass du es bist, der immer da ist. Du bist der Ewige. Du bist bei Sonnenuntergang derselbe wie bei ihrem nächsten Aufgang. Du weichst nicht weg von hier, nicht von mir. Du hast mir dein Wort, in dem ich Befreiung finde, gegeben. So oft schon hast du mich aus der dunklen Nacht in den hellen Morgen geführt, du hast die Ketten gesprengt, die mein Herz gefangen hielten. In meinen dunkelsten Stunden bist du nicht von mir gewichen, sondern hast deine väterliche Hand auf mich gelegt. Du hast mich von Anfang an gewollt. Du hast mich gewoben im Schoß meiner Mutter, und wie Adam hast du auch mir den Lebensatem eingehaucht. Du hast dein Ja zu mir gesprochen. Du hast meinen Namen in deine Hände eingezeichnet. Du hast mich gesehen, bevor ich noch das Licht der Welt erblickt habe, du hast mich ins Leben gerufen, du hast mich erwählt. Du hast über mir dein „Es ist gut“ ausgesprochen. Du hast mich bestimmt hier zu sein.

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Doch so oft, ja zu oft, musst du sehen, wie ich kämpfe mit dem, was du mir gegeben hast, was du mir anvertraut hast. Du siehst, wie ich mich in einer Endlosschleife drehe auf der Suche nach Antworten auf Fragen, die vermutlich keine wären, wenn ich nicht so oft blind für die Wahrheit wäre, die du bist und die du sprichst. Herr, wie einfach ist es, zu vergessen, was du Großes getan hast. Wie oft bin ich wie Israel in der Wüste und reiße mich los von deiner Hand. Wie oft bin ich wie Jakob, der mit dir ringt. Wie oft bin ich wie die Israeliten, die bei der Eroberung Ais ihr eigenes Ding durchziehen wollen. Wie oft bin ich wie Hiob, dessen Klagen durch die Zeiten dringt.

Doch all das ist für dich kein Hindernis. Du trittst mir noch immer mit Gnade entgegen. Du streckst deine Hand zu mir aus. Du wartest geduldig darauf, dass ich sie ergreife. Du bist nicht taub für mein Rufen, für mein Beten. Du bist nicht blind für meine Tränen, meine Wunden und Kämpfe. Du bist nicht stumm für meine Fragen, für meine Sehnsüchte. Ganz im Gegenteil: Du bist es, der die lechzende Seele sättigt. Du überschüttest die hungernde Seele mit deinen Gaben. Wenn der Geist der Schwachheit in mir weilt und ich nur noch gebeugt durch die Straßen schlurfe, dann richtest du mich wieder auf. Wenn ich ruhelos bin, dann leitest du wie einen Strom den Frieden zu mir. Du gehst nicht einfach fort, du bleibst wie ein Fels in der Brandung. Du wartest geduldig darauf, dass ich zu dir komme, dass ich mein Leben in deine Hände lege, dass ich dir vertraue. Wie einfach vergesse ich deine Wohltaten. Wie einfach ist es, dich in einer Wüstenzeit anzuklagen und inmitten einer Oase nicht mehr an dich zu denken.
Doch du hast mich erwählt. Du hast mich ins Leben gerufen. Du hast mir die Fähigkeit gegeben, mein Denken, mein Tun für dich zu nutzen. Am Ende dieser Fastenzeit blicke ich auf deinen Leib am Kreuz, auf deine Liebe, die du dort vergossen hast.

Und alles, was mir bleibt, ist zu sagen, in all den Tiefen und Höhen meines irdischen Daseins, bist du es, der über meinem Leben erhöht sein soll. Dein Name soll in meinem Herzen eingeschrieben sein. Ich steh vor dir, Herr, als deine Dienerin, die oft fällt, aber ich will gehen, wohin du mich sendest, ich möchte sprechen, wenn du mich dazu aufrufst, ich möchte mich dort für dich hingeben, wo du meinen Dienst ersehnst. Ja, hier bin ich, Herr, sende mich. Denn ich weiß, du rufst nicht die Qualifizierten, sondern du qualifizierst die Gerufenen und aus etwas Kleinem kannst du etwas unvergleichlich Großes schaffen.

So blicke ich auf deinen Leib, auf das Kreuz, das du getragen hast, und ich will dir mein kleines Leben darbringen, mein kleines Ja hauchen. Ich will in den schwersten Stunden unter deinem Kreuz verharren, nicht von dir weichen, sowie du es auch bei mir nicht tust. Ich möchte den Weg mit dir gehen, dich verkündigen, deine Auferstehung. Denn du bist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten.

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