15 April 2018, 12:12
Die Auferstehung ist wirklich und leiblich!
 
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Franziskus: die Auferstehung und die christliche Perspektive auf den Leib. Appell für Alfie Evans. Aufruf für den Frieden in Syrien. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Nach dem traditionellen Mittagsgebet „Regina Caeli“ ging Papst Franziskus auf die Geschichte des fast zweijährigen britischen Kindes Alfie Evans ein. Alfie leidet unter einer degenerativen neurologischen Krankheit. Ein Richter wird am Montag entscheiden, ob die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt werden. Seit vielen Wochen kämpfen die Eltern des Kindes darum, es in ein anderes Krankenhaus überführen zu können. Das vatikanische Kinderkrankenhaus „Bambino Gesù“ hat sich seit längerer Zeit dafür bereit erklärt, das Kind aufzunehmen und zu versorgen.

Bisher haben sich die britischen Obrigkeiten geweigert, dem Wunsch der Eltern zu folgen, da die Lage des Kindes aussichtslos sei. De facto wird das Kind gegen den Willen der Eltern im „Alder Hay Hospital“ von Liverpool festgehalten. Es handelt sich nunmehr um entscheidende Stunden für das Überleben von Alfie.

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Die Eltern des Kindes hatten sich besonders in den letzten Tagen ausdrücklich an den Papst gewandt und um Unterstützung gebeten. Bereits am 4. April erklärte Franziskus in einem Tweet: „Ich hoffe aus ganzem Herzen, dass alles getan wird, um Alfie Evans voll Mitgefühl zu begleiten, und dass das schwere Leiden seiner Eltern erhört wird. Ich bete für Alfie, für seine Familie und alle Beteiligten“.

„Ich empfehle eurem Gebet die Menschen wie Vincent Lambert in Frankreich, den kleinen Alfie Evans in England und andere in verschiedenen Ländern“, so der Papst heute, „die manchmal lange Zeit in einem Zustand schwerer Krankheit leben und medizinisch für die primären Bedürfnisse versorgt werden. Es sind dies heikle, sehr schmerzhafte und komplexe Situationen. Beten wir, dass jeder Kranke immer in seiner Würde respektiert und in einer Weise behandelt wird, die seinem Zustand entspricht, mit dem einträchtigen Beitrag der Familienmitglieder, Ärzte und anderer medizinischen Fachkräfte, mit großem Respekt für das Leben“.

In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet konzentrierte sich Franziskus auf den Mittelpunkt des heutigen dritten Ostersonntags, auf die Erfahrung des Auferstandenen durch die Jünger (vgl. Lk 24,35-48). Der Herr grüße sie im Abendmahlssaal: „Friede sei mit euch!“.

Es handle sich sowohl um den inneren Frieden als auch um den Frieden, der in den Beziehungen zwischen den Menschen gegeben sei. Die Episode aus dem Evangelium betone sehr den Realismus der Auferstehung. Tatsächlich handle es sich um keine Erscheinung der Seele Jesu, sondern um seine wirkliche Gegenwart mit dem auferstandenen Leib.

Jesus erkenne, dass die Apostel beunruhigt seien, als sie ihn sähen, dass sie erschüttert seien, weil die Wirklichkeit der Auferstehung für sie unvorstellbar sei. Sie glaubten, dass sie einen Geist sähen. Aber der auferstandene Jesus „ist kein Geist, er ist ein Mensch mit Leib und Seele“. Deshalb sage er zu ihnen: „Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht” (V. 39). Und da dies nicht ausreiche, um den Unglauben der Jünger zu überwinden, frage Jesus sie: „habt ihr etwas zu essen hier?“ (V.41).

Jesu Beharren auf der Wirklichkeit seiner Auferstehung erhelle die christliche Perspektive auf den Leib. Er sei kein Hindernis oder ein Gefängnis der Seele. Der Leib „wird von Gott erschaffen und der Mensch ist nicht vollständig, wenn er keine Vereinigung von Leib und Seele ist“.

Jesus, der den Tod besiegt habe und in Leib und Seele auferstanden sei, lasse uns verstehen, dass wir eine positive Vorstellung von unserem Leib haben müssten. Er könne zu einem Anlass oder Werkzeug der Sünde werden, aber die Sünde werde nicht vom Leib verursacht, sondern von unserer moralischen Schwäche. Der Leib „ist ein wunderbares Geschenk Gottes, das dazu bestimmt ist, in Einheit mit der Seele sein Ebenbild zu sein und es voll zum Ausdruck zu bringen“. Deshalb seien wir dazu aufgerufen, unseren Leib und den der anderen zu respektieren.

Jede Beleidigung oder Verletzung oder Gewalt gegen den Leib unseres Nächsten "ist eine Beleidigung Gottes, des Schöpfers!“. „Meine Gedanken gehen insbesondere an Kinder, Frauen, ältere Menschen, die im Leib misshandelt werden“, so Franziskus. Im Fleisch dieser Menschen fänden wir den Leib Christi. Verspottet, verleumdet, gedemütigt, gegeißelt, gekreuzigt: Jesus habe uns die Liebe gelehrt. Eine Liebe, die in seiner Auferstehung als mächtiger als Sünde und Tod erwiesen habe und all jene erlösen wolle, die die Sklaverei unserer Zeit an ihrem Leib erfahren.

In einer Welt, in der zu oft Arroganz gegen den Schwächeren und der Materialismus herrschten, der den Geist ersticke, „ruft uns das heutige Evangelium dazu auf, Menschen zu sein, die fähig sind, in die Tiefe zu blicken, voller Staunen und großer Freude darüber, dem auferstandenen Herrn begegnet zu sein“. Menschen, die es verständen, wie man die Neuheit des Lebens, die Jesus in der Geschichte säe, aufnehme und schätze, um es auf die neuen Himmel und die neue Erde auszurichten.

Nach dem Regina Cali bracht der Papst eine Sorge wegen der Syrien-Krise zum Ausdruck und appellierte an alle Verantwortungsträger, dass Friede und Gerechtigkeit den Vorrang haben.







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