03 Mai 2018, 13:00
Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehung!
 
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Franziskus in Santa Marta: die Weitergabe des Glaubens macht uns gerecht, sie rechtfertigt uns. Der Glaube rechtfertigt uns und in der Weitergabe lassen wir den anderen wahre Gerechtigkeit zuteil werden. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Den Glauben weitergeben“ heißt nicht, „Proselytismus zu betreiben“, „Leute suchen, die ‚diese Fußballmannschaft’ oder dieses kulturelle Zentrum unterstützen“. Vielmehr geht es darum, mit Liebe Zeugnis abzulegen. Dies betonte Papst Franziskus am Fest der Apostel Philippus und Jakobus, des Jüngeren, in seiner Predigt bei der heiligen Messe im vatikanischen Gästehaus „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der fünften Woche im Osterkreis und ging dabei von der ersten Lesung aus dem ersten Brief an die Korinther aus (1 Kor 15,1-8). Der Glaube „besteht nicht nur darin, das Credo zu beten“, sondern er komme darin um Ausdruck.

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Den Glauben weitergeben bedeute nicht, „zu informieren“, sondern „ein Herz im Glauben an Jesus Christus zu gründen“. Dies sei weit davon entfernt, mechanisch ein Büchlein oder einige Begriffe zu lernen. Christ sein heiße, „in der Weitergabe des Glaubens fruchtbar zu sein“, wie die Kirche, die Mutter sei und Kinder im Glauben gebäre:

„Den Glauben weitergeben und keine Informationen, sondern ein Herz gründen, ein Herz im Glauben an Jesus Christus gründen. Den Glauben weitergeben, das geht nicht mechanisch: ‚Da, nimm dieses Büchlein, studiere es und dann taufe ich dich’. Nein. Der Weg der Glaubensweitergabe ist ein anderer: das weitergeben, was wir empfangen haben. Und das ist die Herausforderung des Christen: bei der Weitergabe des Glaubens fruchtbar zu sein. Und das ist auch die Herausforderung für die Kirche: fruchtbare Mutter zu sein, Kinder im Glauben zu gebären“.

Franziskus bestand auf der Weitergabe des Glaubens, der durch die Generationen gehe, von der Großmutter zur Mutter, „in einer Luft, die nach Liebe duftet“. Der eigene Glaube gehe nicht nur über Worte, sondern über die „Liebkosungen“, mit jener „Zärtlichkeit“, ja sogar „im Dialekt“. Der Papst erwähnte auch die „Betreuerinnen“, gleichsam „zweite Mütter“. Egal ob sie Ausländer seien oder nicht, „verbreiten sich immer mehr die Fälle von Pflegekräften, die den Glauben sorgsam weitergeben und helfen, zu wachsen“.

Die erste Haltung bei der Weitergabe des Glaubens bestehe also gewiss in der Liebe, während eine zweite Haltung das Zeugnis sei:

„Den Glauben weitergeben und keinen Proselytismus betreiben, das ist etwas anderes, es ist noch mehr. Das bedeutet nicht, Leute zu suchen, die diese Fußballmannschaft, diesen Club, dieses Kulturzentrum unterstützen. Das ist schon gut, aber beim Glauben ist der Proselytismus nicht in Ordnung. Gut hat das Benedikt XVI. gesagt: ‚Die Kirche wächst nicht durch Proselytismus, sondern durch Anziehung’. Der Glaube wird weitergegeben, aber durch Anziehung, das heißt durch das Zeugnis“.

Zeugnis ablegen im Leben aller Tage von dem, woran man glaube, „macht uns gerecht vor den Augen Gottes“. Dies erwecke Neugier bei den Menschen, die uns umgäben:

„Und das Zeugnis erweckt Neugier im Herzen des Anderen, und jene Neugier nimmt der Heilige Geist und arbeitet darin. Die Kirche glaubt durch Anziehung, sie wächst durch Anziehung. Und die Weitergabe des Glaubens vollzieht sich durch das Zeugnis, bis hin zum Martyrium. Wenn diese Kohärenz des Lebens mit dem, was wir sagen, sichtbar ist, wird immer Neugier erweckt werden: ‚Ja, warum lebt der so? Warum führt er ein Leben im Dienst an den anderen?’. Und jene Neugier ist der Same, den der Heilige Geist nimmt und weiterbringt. Und die Weitergabe des Glaubens macht uns gerecht, sie rechtfertigt uns. Der Glaube rechtfertigt uns und in der Weitergabe lassen wir den anderen wahre Gerechtigkeit zuteil werden“.

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