10 Mai 2018, 07:43
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Bruder, wenn nun Christus, dein Schatz, heute in den Himmel aufgefahren ist, so möge dort auch dein Herz sein - Gedanken des Seligen Guerricus von Igny über Christi Himmelfahrt

Rom (kath.net)
„Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast“ (Joh 17,24). Selig sind die, die jetzt den als ihren Anwalt vor Gott haben, der auch ihr Richter ist; selig sind die, die den zum Fürsprecher haben, der genau so verehrt werden muss wie der Vater, an den er das Gebet richtet. Der Vater kann diesem nicht versagen, was seine Lippen begehren (Ps 21(20),3), denn er ist eins mit ihm dem Willen nach und in der Vollmacht, da er ein und derselbe Gott ist […] „Vater, ich will, dass sie dort bei mir sind, wo ich bin.“ Was für eine Sicherheit für alle, die den Glauben haben, welche Zuversicht können sie haben! [...] Den Heiligen, denen „wie dem Adler die Jugend erneuert wird“ (vgl. Ps 103(102),5), „wachsen Flügel wie Adlern“ (vgl. Jes 40,31) […]

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An jenem Tag „wurde Christus vor den Augen seiner Jünger emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf“ (vgl. Apg 1,9) […] Er bemühte sich, ihr Herz dazu zu bewegen, ihm nachzufolgen, indem er sich ihnen als liebenswert erwies, und er verhieß ihnen anhand seines zum Himmel aufgefahrenen Leibes, dass ihre Leiber auf die gleiche Weise emporgehoben würden […] Heute „fährt“ Christus wirklich „auf dem Kerub und fliegt daher; er schwebt auf den Flügeln des Windes“ (vgl. Ps 18(17),11): d.h. er hat größere Macht als die Engel. Und doch will er sich zu deiner Schwachheit herabneigen, dich „wie ein Adler, der über seine Jungen schwebt, aufnehmen und dich auf seinem Gefieder tragen“ (vgl. Dtn 32,11) […] Es gibt Menschen, die in der Kontemplation mit Christus emporgehoben werden; für dich möge dies wenigstens in der Liebe zutreffen.

Bruder, wenn nun Christus, dein Schatz, heute in den Himmel aufgefahren ist, so möge dort auch dein Herz sein (Mt 6,21). Von da oben kommst du her, dort befindet sich dein Erbanteil (Ps 16,5), von dorther erwartest du den Retter (Phil 3,20).

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