14 Mai 2018, 11:00
Hirtenbrief aus Anlass der 50-Jahrfeier der Enzyklika Humanae vitae
 
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„Wir verkünden mit der Stimme des beständigen Lehramtes der Kirche, wie wir sie in der Enzyklika Humanae vitae und in den Dokumenten anderer Päpste hören können…“ Hirtenbrief der Bischöfe Kasachstans, darunter Weihbischof Athanasius Schneider

Astana (kath.net) Gelobt sei Jesus Christus! Liebe Brüder und Schwestern im Herrn! Dieses Jahr ist geprägt durch das denkwürdige Ereignis der 50-Jahrfeier der Enzyklika Humanae vitae, mit welcher Papst Paul VI. die Lehre des beständigen Lehramts der Kirche über die Weitergabe des menschlichen Lebens bestätigt hat. Die Bischöfe und Ordinarien Kasachstans möchte diese günstige Gelegenheit nutzen, um das Andenken und die bleibende Wichtigkeit dieser Enzyklika zu ehren.

Während des letzten Treffens aller unserer Priester und Ordensschwestern in Almaty fanden gründliche Diskussionen über das Thema der Vorbereitung junger Menschen auf das Sakrament der Ehe statt. Es wurde der Vorschlag gemacht, den jungen Menschen jene wichtigen Wahrheiten des kirchlichen Lehramtes zu vermitteln, welche von der christlichen Ehe und der Heiligkeit des menschlichen Lebens von seiner Empfängnis an sprechen.

Wir verkünden mit der Stimme des beständigen Lehramtes der Kirche, wie wir sie in der Enzyklika Humanae vitae und in den Dokumenten anderer Päpste hören können, die folgenden anspruchsvollen Wahrheiten des “süßen Jochs und der leichten Last“ (Mt. 11, 30) Christi:

• “Indem die Kirche die Menschen zur Beobachtung des von ihr in beständiger Lehre ausgelegten natürlichen Sittengesetzes anhält, lehrt sie nun, dass "jeder eheliche Akt" von sich aus auf die Erzeugung menschlichen Lebens hingeordnet bleiben muss” (Paul VI., Enzyklika Humanae vitae, 11).

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• “Es ist auch jede Handlung verwerflich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluss an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel. Man darf, um diese absichtlich unfruchtbar gemachten ehelichen Akte zu rechtfertigen, nicht als Argument geltend machen, man müsse das Übel wählen, das als das weniger schwere erscheine; auch nicht, dass solche Akte eine gewisse Einheit darstellen mit früheren oder nachfolgenden fruchtbaren Akten und deshalb an ihrer einen und gleichen Gutheit teilhaben. Wenn es auch zuweilen erlaubt ist, das kleinere sittliche Übel zu dulden, um ein größeres zu verhindern oder um etwas sittlich Höherwertiges zu fördern, so ist es dennoch niemals erlaubt - auch aus noch so ernsten Gründen nicht -, Böses zu tun um eines guten Zweckes willen: das heißt etwas zu wollen, was seiner Natur nach die sittliche Ordnung verletzt und deshalb als des Menschen unwürdig gelten muss; das gilt auch, wenn dies mit der Absicht geschieht, das Wohl des einzelnen, der Familie oder der menschlichen Gesellschaft zu schützen oder zu fördern. Völlig irrig ist deshalb die Meinung, ein absichtlich unfruchtbar gemachter und damit in sich unsittlicher ehelicher Akt könne durch die fruchtbaren ehelichen Akte des gesamtehelichen Lebens seine Rechtfertigung erhalten” (Paul VI., Enzyklika Humanae Vitae, 14).

• “Wenn die Eheleute durch Empfängnisverhütung die Ausübung ihrer ehelichen Sexualität ihrer potentiellen Zeugungsfähigkeit berauben, schreiben sie sich eine Macht zu, die nur Gott allein gehört, nämlich die Macht in letzter Instanz darüber zu entscheiden, ob eine neue menschliche Person ins Leben gerufen wird. Sie schreiben sich die Eigenschaft zu, nicht mehr Mitarbeiter der Schöpfungsmacht Gottes, sondern die endgültigen Besitzer der Quelle des menschlichen Lebens zu sein. Aus dieser Sicht muss Empfängnisverhütung objektiv als derart unerlaubt beurteilt werden, dass man sie niemals, aus welchem Grund auch immer, rechtfertigen kann. Das Gegenteil davon zu denken oder zu sprechen kommt der Auffassung gleich, wonach es im menschlichen Leben Situationen geben kann, in welchen es erlaubt sei, Gott nicht als Gott anzuerkennen” (Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer eines Studienseminars über verantwortliche Elternschaft, 17. September 1983).

• “Viele denken, die christliche Lehre sei, wenn auch wahr, so doch undurchführbar, zumindest unter manchen Umständen. Wie die Überlieferung der Kirche beständig gelehrt hat, gebietet Gott nicht das Unmögliche, sondern Er gibt mit jedem Gebot auch das Geschenk der Gnade, welche der menschlichen Freiheit hilft, das Gebot erfüllen. Deswegen ist beständiges Gebet, häufiger Sakramentenempfang und die Übung der ehelichen Keuschheit notwendig. Heute mehr noch als gestern beginnt der Mensch das Bedürfnis nach Wahrheit und nach der rechten Vernunft in seiner alltäglichen Erfahrung wieder zu fühlen. Seid immer bereit, ohne Zweideutigkeit die Wahrheit über das Gute und das Böse bezüglich des Menschen und der Familie zu sprechen” (Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer eines Studienseminars über verantwortliche Elternschaft, 5. Juni 1987).

• “Humanae Vitae ist ein bedeutsamer und mutiger Schritt, um die Kontinuität der Lehre und der Überlieferung der Kirche zu bekräftigen. […] Diese Lehre zeigt nicht nur ihre unveränderte Wahrheit auf, sondern sie offenbart auch die Weitsicht, mit der man dem Problem begegnete. […] Was gestern wahr gewesen ist, bleibt auch heute wahr. Die Wahrheit, die in der Enzyklika Humanae vitae zum Ausdruck gebracht wird, ändert sich nicht. Im Gegenteil, gerade im Licht der neuen wissenschaftlichen Errungenschaften wird ihre Lehre immer aktueller und fordert dazu heraus, über den ihr innewohnenden Wert nachzudenken” (Benedikt XVI., Ansprache an die Teilnehmer am Internationalen Kongress der Päpstlichen Lateranuniversität anlässlich des 40. Jahrestages der Enzyklika "Humanae vitae", 10. Mai 2008).

• “Die Enzyklika Humanae vitae war von der unveränderlichen Lehre der Bibel und des Evangeliums inspiriert, welche die Normen des Naturgesetzes bestätigte und ebenso das ununterdrückbare Diktat des Gewissens bezüglich der Achtung des Lebens und seiner Weitergabe durch eine verantwortliche Elternschaft praktizierenden Väter und Mütter. Dieses Dokument hat eine neue und entscheidende Bedeutung erhalten im Hinblick auf die Wunden, welche durch zivile Gesetze geschlagen wurden, und zwar was die Heiligkeit des unauflöslichen Ehebandes und die Heiligkeit des menschlichen Lebens im Mutterleib betrifft. Angesichts der betrüblichen Fälle von Abtrünnigkeit in Kirche und Gesellschaft, fühlen Wir uns wie Petrus dazu gedrängt, zu Christus als der einzigen Quelle des Heils zu gehen und zu Ihm zu rufen: Herr, zu wem sollen gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens” (Paul VI., Homilie, 29. Juni 1978).

Die ganze Menschheitsgeschichte hat ausreichend bewiesen, dass ein wahrer Fortschritt der Gesellschaft in hohem Masse von kinderreichen Familien abhängt. Das gilt umso mehr für das Leben der Kirche. Papst Franziskus erinnert uns an diese Wahrheit: “Es schenkt Trost und Hoffnung, zahlreiche vielköpfige Familien zu sehen, die Kinder als wahres Geschenk Gottes annehmen” (Papst Franziskus, Generalaudienz, 21. Januar 2015).

Mögen folgende Worte des heiligen Johannes Paul II., des Papstes der Familie, Licht, Kraft, Trost und freudiger Mut sein für alle katholischen Ehepaare und für die jungen Männer und jungen Frauen, die sich auf das Leben einer christlichen Ehe und Familie vorbereiten.

“Wir haben einen wunderbaren Beweis dafür, dass der gemeinsame Weg zur Heiligkeit als Ehepaar möglich und schön ist; und er ist außerordentlich fruchtbar und entscheidend für das Wohl der Familie, der Kirche und der Gesellschaft. Dies bewegt uns dazu, den Herrn zu bitten, dass immer mehr Ehepaare imstande sind, durch die Heiligkeit ihres Lebens das »tiefe Geheimnis« der ehelichen Liebe aufscheinen zu lassen, das in der Schöpfung seinen Ursprung hat und in der Einheit Christi mit der Kirche seine Vollendung findet (vgl. Eph. 5, 22 –33). Wie jeder Weg der Heiligung, so ist auch der eurige, liebe Eheleute, nicht leicht. Das Ehe-und Familienleben kennt auch Momente der Fassungslosigkeit. Ich denke besonders an diejenigen, die das Drama der Trennung erleben; ich denke an diejenigen, die eine Krankheit ertragen müssen, und an jene, die unter dem frühzeitigen Ableben des Ehepartners leiden. Auch in diesen Situationen kann man ein deutliches Zeugnis der Treue in der Liebe geben, das mit der Läuterung im durchlittenen Schmerz noch bedeutsamer geworden ist. Liebe Eheleute, lasst euch nie von der Hoffnungslosigkeit überwältigen: Die Gnade des Sakraments stützt und hilft euch, die Arme ständig zum Himmel zu erheben wie Mose (vgl. Ex. 17, 11 –12). Die Kirche ist euch nahe und hilft euch mit ihrem Gebet, vor allem in schwierigen Momenten. Ich bitte zugleich alle Familien, ihrerseits die Arme der Kirche zu stützen, damit sie nie in ihrer Sendung der Fürbitte, des Trostes, der Leitung und Ermutigung nachlässt” (Predigt bei der Seligsprechung des Ehepaares Luigi Beltrame Quattrocchi und Maria Corsini, 21. Oktober 2001).

“Möge die Jungfrau Maria, wie sie Mutter der Kirche ist, so auch die Mutter der "Hauskirche" sein! Möge dank ihrer mütterlichen Hilfe jede christliche Familie wahrhaft eine "Kirche im Kleinen" werden, in der sich das Geheimnis der Kirche widerspiegelt und gelebt wird! Sie, die Magd des Herrn, sei das Beispiel für eine demütige und hochherzige Annahme von Gottes Willen; sie, die Schmerzhafte Mutter zu Füßen des Kreuzes, lindere die Schmerzen aller, die an den Schwierigkeiten ihrer Familien leiden, und trockne ihre Tränen. Und Christus, der Herr, der König des Alls, der König der Familien, sei wie in Kana in jedem christlichen Heim zugegen als Quelle von Licht, Freude, froher Zuversicht und Kraft” (Apostolische Exhortation Familiaris consortio, 86).

Astana, 13. Mai 2018, Gedenktag Unserer Lieben Frau von Fatima

Eure Bischöfe und Ordinarien:

+ Jose Luis Mumbiela Sierra, Bischof der Diözese der Heiligsten Dreifaltigkeit in Almaty und Vorsitzender der Konferenz der Katholischen Bischöfe Kasachstans
+ Tomash Peta, Erzbischof Metropolit der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana
+ Adelio Dell’Oro, Bischof von Karaganda
+ Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Heiligen Maria in Astana
Hochw. Dariusz Buras, Apostolischer Administrator von Atyrau
Hochw. Mitratragender Erzpriester Vasyl Hovera, Delegat der Kongregation für die Ostkirchen für die griechisch-katholischen Gläubigen in Kasachstan und Zentralasien





Foto (c) kath.net/Jorgelina Jordá

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