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17 Mai 2018, 11:45
„Eucharistie für Protestanten? Dafür hatte mich Marx gemaßregelt“

Ex-Priester und Ex-Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl: „Inzwischen macht sich Marx genau dafür stark, wofür er mich einst maßregelte: Eucharistie für Protestanten.“

München (kath.net) „Inzwischen macht sich Marx genau dafür stark, wofür er mich einst maßregelte: Eucharistie für Protestanten.“ Das sagte der Ex-Priester Gotthold Hasenhüttl in der „Zeit“. Reinhard Kardinal Marx, heute Erzbischof von München und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hatte noch in seiner Zeit als Bischof von Trier 2003 den damaligen Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl zunächst als Priester suspendiert, ihm dann 20016 die Lehrerlaubnis als Hochschullehrer entzogen. 2003 hatte Hasenhüttl nämlich beim Ökumenischen Kirchentag in Berlin eine römisch-katholische Messe gefeiert und alle Anwesenden – also auch die Nichtkatholiken – ausdrücklich zum Kommunion eingeladen.

Hasenhüttl schreibt in der „Zeit“ weiter, seine Einladung zur Kommunion für Protestanten 2003 war damals „Ungehorsam gegen die Lehre meiner Kirche, und später bescheinigte sie mir auch noch, ich würde Irrlehren verbreiten“. Nun werde die angebliche Irrlehre offizieller Kurs der Kirche.

Der frühere Theologieprofessor, der 2010 aus der katholischen Kirche ausgetreten war, kritiserte, dass ihn die viele Macht „wütend“ mache. „Die Repräsentanten der heiligen katholischen Kirche glauben wirklich, dass sie über alles bestimmen dürfen. Doch ich glaube, Herrschaft über Menschen ist immer unheilig.“

Archivfoto Kardinal Marx