05 September 2018, 11:15
Das Gebot des Ruhetags
 
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Franziskus: ‚bei Gott allein kommt unsere Seele zur Ruhe’. Falsche und wahre Ruhe. Der Friede wird gewählt, nicht auferlegt oder zufällig gefunden. Sein Dasein und seine Geschichte annehmen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin und dein Vieh und dein Fremder in deinen Toren. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und ihn geheiligt“ (Ex 20,8-11).

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Papst Franziskus setzte bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz seine Katechesenreihe zu den Zehn Geboten fort. Die siebte Katechese stellte der Papst unter das Thema: „Das Gebot des Ruhetags“.

Franziskus betonte, dass es falsche und wahre Ruhe gebe. Oft herrsche die Vorstellung von einem Leben vor, das um Freizeit und Unterhaltung kreise. Die Industrie der Zerstreuung blühe. Die Werbung zeichne eine ideale Welt als Vergnügungspark ab. Ein solches Denken führe jedoch zur Unzufriedenheit über ein Dasein, das vom Vergnügen betäubt werde, welches nicht Ruhe, sondern eine Flucht aus der Realität darstelle. Trotz allen Vergnügens habe der Mensch noch nie so viel Leere verspürt wie heute.

Im Licht des Schöpfungsberichts habe die Ruhe ihren Grund in der Freude Gottes über die Vollendung der Schöpfung und in seinem Segen. So sei die Ruhe die Zeit der Betrachtung, des Lobes und Dankes für die Wirklichkeit: "Ruhe als Segen". Deshalb bilde für uns Christen auch die Feier der Eucharistie – die Danksagung – den Mittelpunkt des Tags des Herrn: „wir sagen Gott Dank für das Leben, für sein Erbarmen und all seine Gaben“.

Der Sonntag gedenke dankbar der anderen Tage und des Lebens, das beschwerlich sein mag, aber immer kostbar sei. Gott bewirke die echte Ruhe in uns. Der Lobpreis und die Freude machten offen für das Gute, das sich nicht aufdränge, sondern für das wir uns entscheiden müssten.

Den Frieden wähle man, er könne nicht auferlegt oder zufällig gefunden werden. Sich von den bitteren Falten seines Herzens entfernend müsse der Mensch Frieden mit dem schaffen, vor dem er fliehe. Man müsse sich mit der eigenen Geschichte versöhnen, mit den Tatsachen, die man nicht akzeptiere, mit den schwierigen Teilen der eigenen Existenz. Wahrer Friede „besteht in der Tat nicht darin, die eigene Geschichte zu ändern, sondern sie anzunehmen und zu verbessern“.

Der Mensch brauche nicht vor seiner eigenen Geschichte zu fliehen, sondern müsse sich mit ihr versöhnen. Ruhe und Frieden bestünden in der Annahme und Wertschätzung des konkreten Lebens. Dieses werde schön, wenn wir das Gute in ihm sähen.

„Wann wird das Leben schön?“, so der Papst abschließend: „wenn man beginnt, gut davon zu denken, was auch immer unsere Geschichte ist. Wenn das Geschenk eines Zweifels seinen Weg nimmt: dass alles Gnade sei, und dieser heilige Gedanke zerbröckelt die innere Wand der Unzufriedenheit und eröffnet echte Ruhe. Wenn das Herz der Vorsehung geöffnet ist und man das, was der Psalm sagt, als wahr entdeckt: ‚Bei Gott allein kommt unsere Seele zur Ruhe’ (62,2)".


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Mit Freude grüße ich die Pilger deutscher Sprache, vor allem die verschiedenen Schul- und Jugendgruppen. Nutzen wir den Sonntag, um Gott für seine Gaben und für unser Leben zu danken. Bei ihm allein kommt unsere Seele zur Ruhe (vgl. Ps 62,2). Der Heilige Geist erfülle euch mit seiner Freude und seinem Frieden.



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