03 Oktober 2018, 16:00
Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast!
 
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Er erschafft uns als Rohdiamanten, die geschliffen werden wollen - Die Jugendkolumne von kath.net - Diese Woche ein Beitrag von Alexandra Hartlieb

Salzburg (kath.net)
„Es ist nie zu spät, so zu sein, wie man es gerne gewesen wäre“, schrieb die englische Schriftstellerin Mary Anne Evans im 19. Jahrhundert und viele Menschen würden ihr noch in der heutigen Zeit beipflichten. Ich persönlich würde eher sagen: Es ist nie zu spät, die Person zu werden, zu der Gott dich erschaffen hat. Denn ich weiß: Ich wollte schon vieles in der Vergangenheit sein, doch im Rückblick muss ich sagen, dass es mehr als gut ist, dass ich diese oder jene Person nicht geworden bin.

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Im Gymnasium wollte ich manchmal zur Schickeria meines Jahrgangs dazugehören, auch ein Partygirl sein, das knappe Röcke tragen kann, dem die Burschen hinterherschauen. Als ich dann eine Woche bei einem Literaturcamp in Dänemark war, wollte ich Künstlerin sein. Ich sah dort eine Schriftstellerin, die meist lange bunte Röcke und eindrückliche Schals trug und ich dachte mir, das mache ich jetzt auch, ich will eine Künstlerin, so wie sie sein. Und dann war ich in der Traditionalistenphase und meinte, ich kann keine Kirche mehr ohne Mantilla betreten, fromme Menschen tun das nicht.

Schlussendlich habe ich aber gemerkt, dass dies alles nicht meinem Charakter entsprach und je mehr ich versuchte, mich in eine Rolle hineinzuzwängen oder jemanden zu imitieren, desto weniger fühlte ich mich authentisch.

„Sei du selbst! Alle anderen sind bereits vergeben.“ Auch wenn dieser Spruch schon platt getreten ist, ich finde doch immer wieder Gefallen daran. Du bist ein Unikat, dich gibt es nur einmal auf der Welt! Wenn du nicht du selbst bist, wird es keine andere Person für dich sein und dann wird der Welt etwas wichtiges fehlen: Du!

Mich berührt es immer wieder, wenn ich in den Psalmen lese: „Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. Als ich geformt wurde im Dunkeln, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war.“ (Ps 139,13-16) Der Herr hat sich so viele Gedanken über uns gemacht, er kennt die Fülle deines Charakters und nicht umsonst hat er dir diesen oder jenen Charakterzug gegeben, die Nase, die du eben hast, die runden Hüften oder die breiten Schultern, die kurzen Beine. Dabei möchte ich nicht sagen, dass man sich in allem ausruhen darf. Ich sehe z.B. mehr denn je meine Ungeduld und meine aber zunehmend zu erkennen, dass Gott will, dass ich geduldiger werde, für meine Mitmenschen, für mich selber und für meine Beziehung zu Ihm. Er erschafft uns als Rohdiamanten, die geschliffen werden wollen, aber das bedeutet nicht, dass wir komplett andere Edelsteine werden sollen.

Immer wieder schaue ich auf die Seite, auch zu meinen Freundinnen und Freunden, möchte sein wie sie, oder etwas besitzen, was sie haben, und merke, wie Neid entsteht, der mich von Innen zerfrisst. Gerade in diesen Momenten spüre ich, dass ich zu etwas anderem berufen bin, nämlich dazu, ich selbst zu sein. Zu oft schaue ich auf die Seite, auf das, was die Menschen neben mir tun, wie sie sind, wie sie sich inszenieren und will ganz anders sein als ich selber. Und ich merke immer mehr, dass ich meinen wahren Charakter in dem finde, der mich geschaffen hat.

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