22 Oktober 2018, 06:00
Albanischer Priester-Kardinal Ernest Simoni wird 90
 
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Von Franziskus vor zwei Jahren zum Kardinal ernannter Geistlicher, der während der atheistischen Kirchenverfolgung in Albanien lange Jahre inhaftiert war und danach als Untergrundpriester wirkte, war zuletzt auch mehrfach in Österreich zu Gast.

Tirana (kath.net/ KAP)
Der albanische Kardinal Ernest Simoni wird am Donnerstag 90 Jahre alt. Papst Franziskus wurde während seines Albanien-Besuchs im September 2014 auf den Priester aufmerksam, der 18 Jahre in kommunistischer Haft verbracht hatte. Im November 2016 machte Franziskus den damals 88-Jährigen zum Kardinal. Simoni gehört zu den wenigen einfachen Priestern ohne Bischofsweihe im Kardinalskollegium.

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Jeder Kardinal verspricht dem Papst, für seine Kirche im äußersten Fall sein Blut zu geben. Simoni wäre bereits in jungen Jahren beinahe zum Märtyrer geworden. Er wurde 1963 nach der Christmette am Heiligabend vom kommunistischen Regime verhaftet. Albanien rühmte sich damals damit, der "erste atheistische Staat der Welt" zu sein.

Simoni wurde zum Tode verurteilt; später wurde die Strafe in 25 Jahre Zwangsarbeit umgewandelt. Nach 18 Jahren im Gefängnis wurde er 1981 freigelassen. Danach musste er als Kanalarbeiter arbeiten, wirkte aber bis zum Untergang des kommunistischen Regimes auch im Untergrund als Priester. Seither schlichtete er vielfach bei Familienfehden, die in Albanien häufig blutig enden.

Der Kardinal war zuletzt mehrfach in Österreich zu Gast. Im Oktober 2017 schilderte er beim Medjugorje-Friedensgebet im Wiener Stephansdom vor tausenden Gläubigen in bewegenden Worten die Zeit von seiner geheimen Priesterweihe 1956 bis zum Sturz des kommunistischen Regimes in Albanien 1990. Im vergangenen Juni wurde der 90-Jährige im Stift Heiligenkreuz als erster Träger des vom "Alten Orden vom St. Georg" vergebenen "Thomas-Morus-Preises" gewürdigt.


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