24 Oktober 2018, 12:30
Vorwürfe gegen hohen Mitarbeiter des Staatssekretariats
 
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Erzbischof Edgar Peña Parra, neuer Substitut des Vatikanischen Staatssekretariates, soll in den 1980er Jahren wegen seiner homosexuellen Orientierung aus einem Seminar geflogen sein. Der Papst sieht in den Vorwürfen offenbar einen Angriff gegen sich.

Vatikan (kath.net/CNA/jg)
Das italienische Magazin L’Espresso hat Informationen über Erzbischof Edgar Peña Parra, den im August ernannten Substituten für Allgemeine Angelegenheiten im Vatikanischen Staatssekretariat, veröffentlicht. Erzbischof Carlo Maria Viganò hat in seinem Memorandum vom 25. August 2018 geschrieben, er habe „besorgniserregende Informationen“ über Erzbischof Peña, ohne diese näher zu spezifizieren.

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In einem Artikel vom 12. Oktober berichtete L’Espresso, Peña könnte von einem Seminar in Venezuela, an der er studiert hat, wegen homosexueller Neigungen entlassen worden sein.

Das Magazin veröffentlichte einen Brief, den Domingo Perez, damals Erzbischof von Maracaibo, im Februar 1985 an den Rektor des St. Thomas Aquinas Seminars. Peña hatte den ersten Teil seines Studiums an diesem Seminar absolviert.

Erzbischof Perez schrieb, er habe vom Seminar negative Berichte über Peña erhalten und bestätigte dessen Entlassung. Er habe ihn an ein anderes Seminar in Caracas geschickt. Von dort erhalte er nur positive Rückmeldungen, fuhr Perez fort.

Er habe allerdings auch einen anonymen Brief erhalten, in dem behauptet wurde, Peña sei von seinem ersten Seminar entlassen worden, weil er homosexuell und „eine sexuell kranke Person“ sei. Perez ersuchte den Rektor, die Vorwürfe zu untersuchen.

L’Espresso veröffentlichte keine weiteren Mitteilungen zwischen dem Erzbischof und dem Rektor des Seminars. Peña wurde sechs Monate nach dem Brief von Perez geweiht.

Viganò hat die „besorgniserregenden Informationen“, die er während seiner Tätigkeit am Staatssekretariat erhalten hat, nicht näher angegeben. Die in dem Brief von Erzbischof Perez aufgeworfenen Fragen passen aber in den Tenor des Memorandums von Viganò. Der frühere Nuntius in Washington D.C. hat verlangt, dass „die Tugend der Keuschheit im Klerus und in den Seminarien“ wieder entdeckt werden müsse und homosexuelle Netzwerke in der Kirche aufzulösen seien.

In einem Bericht vom 18. Oktober ergänzte L’Espresso, dass Peña ein gutes Verhältnis zu Oscar Kardinal Maradiaga, dem Erzbischof von Tegucigalpa und Koordinator des K9 Kardinalsrates, pflege. Er sei darüber hinaus Juan Jose Pineda, dem ehemaligen Weihbischof von Tegucigalpa, freundschaftlich verbunden. Peña war von 2003 bis 2007 an der Nuntiatur in Tegucigalpa tätig. Pineda trat im Juli 2018 zurück. Ihm wurden schweres homosexuelles Fehlverhalten und Belästigung vorgeworfen.

L’Espresso fragte beim Vatikan um eine Stellungnahme zu dem Brief und den Vorwürfe gegen Erzbischof Peña an, erhielt aber keine Antwort. Laut einer Quelle „im inneren Kreis“ des Papstes halte dieser die Anschuldigungen für falsch. Franziskus sei der Ansicht, dies sei ein weiterer Angriff der Konservativen gegen seine Person, nach den Veröffentlichungen von Erzbischof Viganò, berichtet L’Espresso.


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