14 November 2018, 12:14
Du sollst nicht falsch aussagen gegen deinen Nächsten
 
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Franziskus: das Verdrehen der Wahrheit. Die Wahrheit ist die wunderbare Offenbarung Gottes, seines väterlichen Antlitzes und seiner grenzenlosen Liebe. Der Schwätzer ist ein Terrorist, der mit seinem Reden eine Bombe wirft. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen“ (Mt 5,14-16).

Papst Franziskus setzte bei der heutigen Generalaudienz auf dem Petersplatz seine Katechesenreihe zu den Zehn Geboten fort. In der sechzehnten Katechese beschäftigte sich der Papst mit dem achten Gebot: „Du sollst nicht falsch aussagen gegen deinen Nächsten“.

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„Was heißt es, die Wahrheit zu sagen? Bedeutet es, ehrlich zu sein? Oder genau?“, fragte sich Franziskus. In Wirklichkeit reiche das nicht aus, denn man könne aufrichtig irren oder im Detail genau sein, ohne den Sinn des Ganzen zu erfassen. Manchmal rechtfertigten wir uns mit den Worten: „Aber ich habe gesagt, was ich fühlte!“ Ja, aber so werde eine Sichtweise verabsolutiert. Oder: „Ich habe nur die Wahrheit gesagt!". Vielleicht, aber so würden wohl einige persönliche oder vertrauliche Fakten preisgegeben: „Wie viel Geschwätz zerstört die Gemeinschaft wegen Unangemessenheit oder mangelnder Feinheit!“. Schwätzer seien Menschen, die den anderen "töten". Der Schwätzer sei ein Terrorist, der mit seinem Reden eine Bombe werfe und sich dann abwende, während er eine Person zerstört habe.

Das achte Gebot verbiete, in den Beziehungen zu den anderen die Wahrheit zu verdrehen (vgl. KKK 2464). Es gehe um die Kommunikation zwischen den Menschen, und dazu gehörten nicht nur Worte, sondern auch Handlungen, Haltungen, sogar das Schweigen. Ein Mensch spreche nämlich mit allem, was er ist und tut.

Die Wahrheit „findet ihre volle Verwirklichung in der Person Jesu, in seiner Weise, zu leben und zu sterben, die sich aus seiner Beziehung zum Vater ergibt“. Christus schenke uns durch die Sendung des Heiligen Geistes dieses Leben der Kinder Gottes. Gott sei gut, er enttäusche nicht und lege die Liebe zum Nächsten ins Herz. Diese Wahrheit bekräftige oder verneine der Mensch mit seinen Worten und Taten.

Die Wahrheit „ist also die wunderbare Offenbarung Gottes, seines väterlichen Antlitzes und seiner grenzenlosen Liebe“. Sie entspreche der menschlichen Vernunft, übersteige sie aber unendlich und nehme im gekreuzigten und auferstanden Christus Gestalt an.

„Nicht falsch aussagen bedeutet“, so der Papst abschließend, „als Kinder Gottes zu leben und in allem Tun sichtbar zu machen, dass Gott Vater ist und man ihm vertrauen kann“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Herzlich heiße ich die Brüder und Schwestern deutscher Sprache willkommen. Besonders grüße ich die Direktoren und Mitarbeiter von Missio Österreich. Jeder Mensch ist in seinen Taten und Worten zur Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit berufen. Folgen wir dem Herrn Jesus Christus nach, der uns die Wahrheit Gottes offenbart, der Vater ist, und leben wir als wahre Kinder Gottes. Der Heilige Geist mache euch stark in der Gnade und Wahrheit.



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