28 November 2018, 12:04
Das neue Gesetz in Christus und die Sehnsucht nach dem Heiligen Geist
 
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Franziskus: die Zehn Gebote – das Röntgenbild Christi, sie lassen sein Antlitz wie in einem fotografischen Negativ erscheinen. Die glückliche Synergie zwischen unserer Freude, geliebt zu werden, und seiner Freude, uns zu lieben. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) „Ich sage aber: Wandelt im Geist, dann werdet ihr das Begehren des Fleisches nicht erfüllen! Denn das Fleisch begehrt gegen den Geist, der Geist gegen das Fleisch, denn diese sind einander entgegengesetzt, damit ihr nicht tut, was ihr wollt. Wenn ihr euch aber vom Geist führen lasst, dann steht ihr nicht unter dem Gesetz. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Enthaltsamkeit; gegen all das ist das Gesetz nicht“ (Gal 5,16-18.22-23).

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Papst Franziskus beendete bei der heutigen Generalaudienz in der Aula Paolo VI seine Katechesenreihe zu den Zehn Geboten und blickte auf den Dekalog als Ganzes: „Begreifen wir ihn immer im Licht der Verkündigung Christi!“: „Das ist der Dekalog für uns Christen: Christus betrachten, um uns zu öffnen, um sein Herz, sein Verlangen, seinen Heiligen Geist zu empfangen“.

Jesus führe in der Bergpredigt die Zehn Gebote zur Vollendung. Er lade uns ein, die rechte Beziehung zu Gott und zu den Menschen in Treue, Großmut und Aufrichtigkeit zu leben. Dazu bedürfe es des erneuerten Gehorsams gegenüber Gott, der von den Trugbildern unserer Ich-Bezogenheit befreie.

Die Gnade Gottes erwecke dann eine neue „geistliche Sehnsucht“ (vgl. Röm 8,6), die zum Leben und Frieden führe. Es vollziehe sich eine „Herzverpflanzung“, das Entstehen eines neuen Herzens mit neuen Sehnsüchten, in dem der Heilige Geist wohne.

Dieses befreite Leben werde zur Annahme unserer persönlichen Geschichte und versöhne uns mit dem, was wir von der Kindheit bis zur Gegenwart gelebt hätten, es mache uns erwachsen, so dass wir in der Lage seien, den Wirklichkeiten und Menschen unseres Lebens das richtige Gewicht zu verleihen. Auf diesem Weg träten wir in die Beziehung zum Nächsten ein, der, ausgehend von der Liebe, die Gott in Jesus Christus zeige, eine Berufung zur Schönheit der Treue, der Großherzgkeit und Echtheit sei.

So erblickten wir, wenn wir das Leben betrachteten, das die Zehn Gebote zeichneten, letztlich Christus selbst. Sie „sind gleichsam sein Röntgenbild, sie lassen sein Antlitz wie in einem fotografischen Negativ erscheinen“, wie auf dem Grabtuch von Turin. Dieser Blick auf Christus erwecke in uns die Sehnsucht, ihm gemäß zu leben.

In Christus, und nur in ihm, höre der Dekalog auf, Verurteilung zu werden (vgl. Röm 8,1), er werde zu Leben. Er werde zur authentischen Wahrheit des menschlichen Lebens, das heißt Verlangen nach Liebe, nach dem Guten, nach Freude, Frieden, Großmut, Wohlwollen, Güte, Treue , Sanftmut, Selbstbeherrschung. Es werde vom "Nein" zum "Ja übergegangen.

Tatsächlich sei das neue Leben nicht die titanische Anstrengung, mit einer Norm übereinzustimmen, „sondern der Geist Gottes selbst, der uns zu seinen Früchten zu führen beginnt, in einer glücklichen Synergie zwischen unserer Freude, geliebt zu werden, und seiner Freude, uns zu lieben“.

So sei das Gesetz nicht mehr eine Liste von Geboten und Verboten, sondern im Geist werde es zum Fleisch Christi selbst, „das für uns die durch den Ungehorsam der Sünde verlorengegangen Gemeinschaft mit dem Vater wiederherstellt“.


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Pilger deutscher Sprache. Die Sehnsucht nach Gott lässt uns unsere wahre Identität finden. Prüfen wir uns, was das tiefste Streben unseres Herzens ist und ob wir die Freude des Heiligen Geistes wirklich zu unseren Nächsten bringen. Der Herr geleite euch auf euren Wegen.



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