03 Februar 2019, 12:18
Das Staunen über den Gesandten des Herrn
 
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Franziskus: die Familie – Leben spendender Schoß der Gesellschaft. Jesu öffentlicher Dienst beginnt mit einer Ablehnung und einer Todesdrohung. Die andere Logik Gottes. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am vierten Sonntag im Jahreskreis, Tag für das Leben, der vor 41 Jahren auf Initiative der italienischen Bischöfe eingeführt wurde. Der Tag unterstreicht jedes Jahr den vorrangigen Wert des menschlichen Lebens und die absolute Pflicht, dieses zu verteidigen, von der Empfängnis bis zum natürlichen Ableben. Es werde zunehmend notwendig, so Franziskus, ein konkretes Bekenntnis zur Förderung der Geburten zu schaffen, wobei die Institutionen und die verschiedenen kulturellen und sozialen Realitäten involviert und die Familie als Leben spendender Schoß der Gesellschaft anerkannt werden sollten.

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In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet ging Papst Franziskus vom Tagesevangelium aus. Jesus habe sich am vergangenen Sonntag als derjenige präsentiert, auf den der Geist des Herrn herabgekommen sei, der ihn gesalbt und gesandt habe, um die Menschheit zu retten. Das heutige Evangelium (vgl. Lk 4,21-30) sei die Fortsetzung dieser Geschichte und zeige uns das Staunen seiner Mitbürger, als sie sähen, dass einer aus ihrem Dorf behaupte, der Messias zu sein, der Gesandte des Vaters.

Mit seiner Fähigkeit, Gedanken und Herzen zu durchdringen, verstehe Jesus sofort, was seine Mitbürger dächten. Sie glaubten, dass er, da er einer von ihnen sei, diesen seltsamen „Anspruch“ durch Wunder in Nazaret vollbringen müsse. Doch Jesus wolle und könne diese Logik nicht akzeptieren, weil sie nicht dem Plan Gottes entspreche. Gott wolle den Glauben, sie wollten Wunder. Gott wolle alle retten und sie wollten einen Messias für sich. Um die Logik Gottes zu erklären, führe Jesus das Beispiel zweier großer Propheten der Antike an: Elija und Elischa, die Gott gesandt habe, um nichtjüdische Menschen zu retten, die seinem Wort vertraut hätten.

Angesichts dieser Einladung, ihre Herzen für die Unentgeltlichkeit und die Universalität der Erlösung zu öffnen, rebellierten die Bürger von Nazareth und nähmen eine aggressive Haltung an: „Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen“.

Dieses Evangelium zeige, dass Jesu öffentlicher Dienst mit einer Ablehnung und einer Todesdrohung beginne, paradoxerweise gerade von seinen Mitbürgern. Indem Jesus die ihm vom Vater anvertraute Sendung lebe, wisse er, dass er Müdigkeit, Ablehnung, Verfolgung und Niederlage gegenübertreten müsse. Ein Preis, den gestern wie heute die authentische Prophetie bezahlen müsse. Die Ablehnung entmutige jedoch weder Jesus noch stoppe sie den Weg und die Fruchtbarkeit seines prophetischen Handelns. Er gehe weiter und vertraue auf die Liebe des Vaters.

Auch heute müsse die Welt in den Jüngern des Herrn Propheten sehen, das heißt mutige und in der christlichen Berufung ausdauernde Menschen. Menschen, die dem „Drängen“ des Heiligen Geistes folgten, der sie aussende, um den Armen und Ausgeschlossenen Hoffnung und Errettung zu verkünden. Menschen, die der Logik des Glaubens folgten und nicht der Logik der Wunder. Menschen, die sich dem Dienst an allen widmeten, ohne Privilegien und Exklusivitäten: „kurzum: Menschen, die offen sind, den Willen des Vaters in sich zu akzeptieren und sich verpflichten, ihn vor den anderen treu zu bezeugen“.

Nach dem Angelus erinnerte der Papst an die schwere humanitäre Krise im Jemen. Am Ende verlasen dann wie jedes Jahr zwei Kinder der Katholischen Aktion zum Abschluss der „Karawane des Friedens“ eine Botschaft. Statt weißer Tauben wurden einige Luftballons zum Zeichen des Friedens fliegen gelassen.



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