01 Mai 2019, 16:00
Love Is All Around
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Lasst uns einander lieben, so wie er uns geliebt hat und liebt – auch dann, wenn es keinen Spaß macht, auch dann, wenn es außerhalb unserer Komfortzone ist - Die Jugendkolumne von kath.net - Ein Beitrag von Alexandra Hartlieb

Linz (kath.net)
Wer den Weihnachtsklassiker „Tatsächlich Liebe“ kennt, erinnert sich vielleicht an die ersten Momente des Filmes, in denen der Erzähler darlegt, dass Liebe überall um uns herum ist. Und so erklingt auch gleich der Song „Love Is All Around“ von Wet Wet Wet, indem – wie könnte es auch anders sein – die Liebe besungen wird.

Ja, Liebe ist allgegenwärtig, egal, ob in Hollywoodschnulzen, in denen am Ende alles gut ist und die Protagonisten sich verliebt in die Augen schauen, oder doch im Bereich der sozialen Medien, wo sich schon 13-Jährige die ewige Liebe schwören. Wir lesen Sprüche wie „Liebe ist ein Gefühl“ unter Fotos auf Instagram und könnten glatt die ganze Welt umarmen.

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Beschäftigt man sich mit der Schrift, wird schnell klar, dass die Liebe auch ein zentrales Thema für den christlichen Glauben ist, „denn Gott ist die Liebe“ (Joh 4,8). Es fällt jedoch schnell auf, dass Liebe in der Bibel nicht einfach nur ein Gefühl ist, dass es nicht darum geht, dass alle Menschen in ewiger Harmonie um ein Lagerfeuer sitzen. Das Beispiel, das Christus uns gegeben hat, zeigt, dass es um viel mehr geht: um Hingabe, um das Tragen von Leiden für den anderen, um Verpflichtung.

Auf die Frage eines Schriftgelehrten nach dem ersten Gebot antwortete Jesus: „Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. (Mk 12,29-31)

Oft scheitere ich an dem Gebot, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst, denn meinen Nächsten kann ich mir nicht immer aussuchen. Meine Freunde und Familie liebe ich, natürlich, aber wie sieht es mit der Liebe denen gegenüber aus, gegen die ich eigentlich eine Abneigung hege? Gehe ich immer liebevoll und sorgsam mit den Menschen um, die mir auf die Nerven gehen? Ich muss mir eingestehen: Nein, das tue ich nicht, viel zu oft flüchte ich vor diesen Menschen, gehe ihnen aus dem Weg. Und gleichzeitig höre ich eine Stimme in meinem Innersten, die mir sagt, dass es gut ist, mich nicht nur ständig mit Menschen zu umgeben, die ich von vornherein mag.

Ich bin ein Mensch, der leidenschaftlich gerne andere Menschen beobachtet, aber gleichzeitig sehr schnell bewertet. Unzählige Male habe ich sofort über andere ein Urteil gefällt, es aber kurz darauf bereut, weil ich auf den zweiten Blick sehen durfte, wie kostbar diese Personen sind, auch wenn sie mir nicht unbedingt liegen.

Jesus spricht bei Lukas sehr konkret: „Euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln.“ (Lk 6,27-28) Was ist das für ein Aufruf, die zu lieben, die uns hassen! Ich glaube, dass wir heute eine große Krise dieses Gebotes in unserer Kirche haben. Gerade im Internet lässt sich beobachten, wie sich Katholiken verschiedenster Ausrichtungen einander verbal die Köpfe einschlagen. Und da frage ich mich – auch wenn mir so manche Ansichten auch spanisch vorkommen –, ob noch die Liebe und der Respekt gelebt wird? Jesus sagt: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.“ (Joh 13,35) Sind wir noch seine Jünger? Leben wir Christen die Liebe, die eine Entscheidung und kein „ich-hab-dich-so-lieb“-Gefühl ist? Wenn wir einander nicht lieben und mit Respekt behandeln, dann verfehlen wir den Kern der Botschaft, die der, der unser Meister ist, uns ins Herz schreiben will. Deswegen lasst uns einander lieben, so wie er uns geliebt hat und liebt – auch dann, wenn es keinen Spaß macht, auch dann, wenn es außerhalb unserer Komfortzone ist.

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