07 Mai 2019, 10:00
Chilenische Missbrauchsopfer kritisieren Abkommen
 
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Kritiker: Staat hat in neuem Abkommen der Kirche zu Unrecht Schutz und Privilegien gewährt - Chilenische Kirche ist durch Missbrauchsskandale zutieft in der Krise

Santiago de Chile (kath.net/pl) Ein kürzlich unterzeichnetes Abkommen zwischen der katholischen Kirche in Chile und der örtlichen Staatsanwaltschaft hat Kritik hervorgerufen: es gewähre der Kirche zu Unrecht Schutz und Privilegien. Die Vereinbarung wurde am Dienstag vom Staatsanwalt Jorge Abbott und dem Generalsekretär der Bischofskonferenz in Chile, Bischof Fernando Ramos, unterzeichnet, einem von zehn Bischöfen, der wegen Missbrauchsvorwürfe selbst in Kritik steht. Das Abkommen soll den Informationsaustausch über Vorwürfe und Ermittlungen wegen sexueller Straftaten von Klerikern zwischen Kirche und Staatsanwaltschaft fördern, den Schutz der Vertraulichkeit von Whistleblowern, die dies verlangen, sowie die Einhaltung der geltenden Rechtsvorschriften. Im Text heißt es: „Die gegenwärtige Vereinbarung wird von gutem Glauben getragen und aufrechterhalten, den alle Seiten erklären und bekennen“, die Interaktion zwischen der katholischen Kirche und der Staatsanwaltschaft soll von nun an "gütlich" sein und direkt erfolgen. Darüber berichtete das US-amerikanische katholische Magazin „crux“ („Boston Globe“) und kommentiert die aktuelle Situation in Chile so: „Nach einem langsamen Verständnis des Ausmaßes der Krise machte Papst Franziskus letztes Jahr eine 180-Grad-Wendung, indem er den Rücktritt von acht Bischöfen akzeptierte und bisher keine neuen einsetzte, da es schwierig ist, geeignete Kandidaten zu finden.“

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Jaime Concha, Arzt und Opfer von Missbrauch durch Ordensleute, fragte, wie könne sich die chilenische Staatsanwaltschaft „mit einer Organisation verbinden, die der systematischen Vertuschung in noch offenen Fällen angeklagt ist?“ Die Vereinbarung mache alle kirchlichen Missbrauchsopfer erneut zu Opfern. Auch die drei Sprecher der Missbrauchsopfer durch den inzwischen laisierten und im Gefängnis sitzenden Priester Fernando Karadima äußerten sich sehr kritisch gegen dieses Abkommen.

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