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14 Juni 2019, 09:00
Papst fordert Loyalität von seinen Diplomaten

Papst Franziskus: "Ein Nuntius vertritt nicht sich selbst, sondern den Nachfolger Petri"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat die Diplomaten des Heiligen Stuhls auf Loyalität eingeschworen. Mit dem Status als päpstlicher Vertreter sei unvereinbar, den Papst hinter seinem Rücken zu kritisieren, sich in Blogs zu äußern oder sich zu Gruppen zusammenzuschließen, die dem Kirchenoberhaupt, der Kurie und der römischen Kirche "feindlich" gegenüberstünden, betonte Franziskus am Donnerstag vor Vatikandiplomaten. "Ein Nuntius vertritt nicht sich selbst, sondern den Nachfolger Petri", hielt der Papst fest.

Von Mittwoch bis Samstag sind nach Vatikanangaben 103 Apostolische Nuntien und Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls zu internen Beratungen in der Leitungszentrale in Rom versammelt. Der Redetext wurde den Teilnehmern schriftlich ausgeteilt.

Darin verlangt der Papst von seinen Mitarbeitern Anpassungsfähigkeit und Gehorsam. Kirchendiplomaten dürften weder in "mentale, spirituelle und menschliche Starrheit" fallen noch "heuchlerische und chamäleonhafte Biegsamkeit" zeigen. Als Vertreter und Mittler hätten Diplomaten ihren Auftrag auch über persönliche Sichtweisen zu stellen. "Der Gehorsam gegenüber Gott lässt sich nicht vom Gehorsam gegenüber der Kirche und den Vorgesetzten trennen", so der Papst.

Franziskus zitierte dabei den im Konzentrationslager Auschwitz ermordeten Ordenspriester Maximilian Kolbe (1894-1941): "Es ist wahr, dass ein Oberer irren kann, aber wer gehorcht, macht keinen Fehler." Weiter mahnte der Papst die Diplomaten zu einer unparteiischen Haltung, die auf Gerechtigkeit und Frieden ausgerichtet sein müsse. Ein Nuntius müsse auch das Evangelium verkünden und dürfe weder einer "Lauheit politischer und diplomatischer Kalküle" noch dem "politisch Korrekten" nachgeben.

In der persönlichen Lebensführung hielt der Papst die Botschafter zu Integrität und Bescheidenheit an. Konkret mahnte er sie zum Verzicht auf Luxus und Markenartikel an, zu karitativen Tätigkeiten und zum persönlichen Kontakt mit Bischöfen, Klerikern und Gläubigen ihres Einsatzlandes. Kirchendiplomaten sollten auch "kostspielige und oft nutzlose Geschenke" ablehnen oder wohltätigen Zwecken zuführen.

Was den Ruf nach Loyalität begründete, führte Franziskus nicht näher aus. In den vergangenen Monaten hatte der pensionierte Vatikanbotschafter Carlo Maria Vigano wiederholt mit Häresievorwürfen und einer Rücktrittsforderung an Franziskus für Aufsehen gesorgt. Eine Fußnote des vom Vatikan veröffentlichten Redeskripts verweist auf die Internetseite "Corrispondenza Romana", eine Plattform für konservative Papstkritiker.

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