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Münchner Ordinariat will ,Popetown’ weiter verhindern

27. April 2006 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Vorwurf an MTV: Statt Einsicht perfide Vermarktung berechtigter Proteste – Proteste auch von CDU/CSU: Grenzen der Satire wurden klar überschritten.


München (www.kath.net / ok)
Das Erzbischöfliche Ordinariat München hält daran fest, auf rechtlichem Wege zu versuchen, die Ausstrahlung der Cartoon-Serie „Popetown“ durch den privaten Fernsehsender MTV zu verhindern. „Die Mitteilung des Senders vom Mittwochabend, 26. April, er werde eine vom Ordinariat verlangte Unterlassungsverpflichtungserklärung nicht unterzeichnen und zunächst nur eine ,Episode’ der Serie ausstrahlen, um darüber öffentlich zu diskutieren und erst dann über weitere Sendungen zu entscheiden, wird vom Ordinariat nicht akzeptiert“, heißt es in einer Erklärung am Donnerstag.

„Das Ordinariat vertritt weiterhin die Auffassung, dass Verunglimpfungen religiöser Symbole und Glaubensinhalte, wie sie durch die Werbung und die Cartoon-Serie selbst vorliegen, den öffentlichen Frieden stören und sieht sich in dieser Auffassung durch den breiten Protest in allen Bevölkerungskreisen, durch Initiativen von Seiten verantwortlicher Politiker wie auch durch die solidarischen Aussagen von Repräsentanten des Judentums und des Islam in Deutschland bestärkt.“

Der Vorschlag des Senders, eine Folge der Serie auszustrahlen, darüber öffentlich zu diskutieren und dann über weitere Ausstrahlungen zu entscheiden, sei „insofern perfid, als damit der Versuch gemacht wird, den berechtigten Protest auch noch zu vermarkten, statt Einsicht zu zeigen“, heißt es in der Erklärung

Die Unbedenklichkeitserklärung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) sei „selbst in höchstem Maße bedenklich“, meint das Ordinariat. „So hat die FSF entschieden, zwei Folgen dürften erst nach 20.00 Uhr ausgestrahlt werden, weil Kinder unter 12 Jahren die Cartoons ,als reale Kritik an der Kirche missverstehen könnten’“.

Der Geschäftsführer der FSF, Joachim von Gottberg, meinte außerdem gegenüber der Nachrichtenagentur ddp, er könne verstehen, dass Menschen sich durch die Sendung in ihren religiösen Gefühlen verletzt fühlten. Der Streit darüber gehöre jedoch zum gesellschaftlichen Diskurs.

Im Klartext heiße dies: „Die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen stellt es unter Berufung auf einen ,gesellschaftlichen Diskurs’ Fernsehsendern frei, religiöse Gefühle von Christen, Juden, Muslimen oder anderen Religionsgemeinschaften zu verletzen. Der empörende Vorgang zeigt, dass Handlungsbedarf für die Politik besteht, klare gesetzliche Vorgaben zu schaffen.“ Das Ordinariat wird die Öffentlichkeit über das weitere Vorgehen am 2. Mai informieren.

CDU/CSU: Grenzen der Satire klar überschritten

Auch die CDU/CSU-Bundestagsbeauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften, Ingrid Fischbach MdB, übt Kritik. „Als Jugendsender steht MTV in der besonderen Verantwortung, für Toleranz und respektvollen Umgang miteinander einzustehen und Jugendlichen zu vermitteln, dass es sinnvolle Grenzen gibt, wenn religiöse Symbole und Gefühle verletzt werden.“

Mit der Ausstrahlung der Sendung „Popetown“ habe MTV „klar die Grenze der Satire überschritten“, meint sie. „Das Christentum und insbesondere die katholische Kirche werden diffamiert und verächtlich gemacht.“ Der Respekt gegenüber christlichen Glaubensgrundlagen werde erschüttert und „Intoleranz durch Vorurteilsbildung gefördert“. Es liege eine „Störung des öffentlichen Friedens“ vor. Entsprechende strafrechtliche Schritte seien zu unterstützen. MTV müsse die Sendung absetzen, fordert Fischbach.



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