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| ![]() Morenita, Lupi, Lupita28. Februar 2007 in Weltkirche, keine Lesermeinung Eine Geschichte kennt jedes Volksschulkind: Jene der Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe. KATH.NET machte sich auf Spurensuche in Mexiko. Ein Bericht von der Leserreise von Linda Noé + viele Fotos Linz (www.kath.net)Morenita, Lupi, Morena, Lupita... viele Namen hat sie, und sie ist die Mutter aller Mexikaner. Sergio, unser mexikanischer Reisegruppenleiter, erklärt uns, dass fast alle Mexikaner katholisch sind, jedoch meist sehr wenig über ihren Glauben wissen. Eines könne aber jedes Volksschulkind auswendig erklären: Die Geschichte der Erscheinung der Jungfrau von Guadalupe. Aber beginnen wir von vorne: Wir sind 29 Reisende aus Österreich und Deutschland inklusive zwei Priester und befinden uns auf einer KATH.NET-Leserreise, die uns von 17. bis 25. Februar einen kleinen Eindruck von der riesigen Vielfalt Mexikos geben soll. Dreh- und Angelpunkt dieser Reise ist Guadalupe, der größte Marienwallfahrtsort der Welt. Am 9. Dezember 1531 ist dort einem 55-jährigen Indio namens Juan Diego die Jungfrau Maria auf dem Hügel Tepeyac erschienen und hat auf dessen Umhang (Tilma) ein nicht von Menschenhand gemachtes Bild hinterlassen. Dieses Wunder löste später die größte Bekehrungswelle der Geschichte aus: Acht Millionen Indios wurden katholisch. Unser erster gemeinsamer Ausflug führt uns vom üblichen Plan des Reisebüros abweichend daher auch in die riesige Basilika des Architekten Pedro Ramírez Vásquez, in der das Bild der Mutter aller Mexikaner (und aller Menschen darüber hinaus) verehrt wird. Wir bekommen gleich einen Eindruck von den Menschenmassen, die sich hier zur normalen Sonntagsmesse einfinden. Zuerst bin ich ein bisschen enttäuscht, als ich die Laufbänder unter dem Bild der Morenita bemerke, die den Strom der Pilger in Bewegung halten, aber dann wird mir klar, dass dies nötig ist, um es jedem zu ermöglichen, so nahe wie möglich am Bild zu beten. Wir werden dann in eine der Kapellen geführt, die kreisförmig um den großen Innenraum angeordnet sind und alle freie Sicht auf das Gnadenbild ermöglichen, dort dürfen wir die Heilige Messe feiern, immer mit Blick auf das Bild der Muttergottes im goldenen Strahlenkranz. Ein erster starker Eindruck von dem Wallfahrtsort, durch den sich das Christentum wie selbstverständlich überall in Lateinamerika etabliert hat. Anschließend bekommen wir eine Führung durch die Innenstadt der pulsierenden 8,7 Millionen Einwohner-Stadt. Auch hier, ebenso wie in Guadalupe, sinkt der Boden ab, wodurch viele Gebäude komplett leer stehen, Kirchen mit riesigen Gerüsten gestützt und mit Beton unterspritzt werden. Beeindruckend ist hier vor allem der gigantische Zócalo (so wird hierzulande jeder Hauptplatz genannt), auf dem sich gerade tausende Pfadfinder versammeln, und die Kathedrale. Zum Abschluss fahren wir noch nach Xochimilco, das von Azteken angelegte Kanalsystem im See von Texcoco, wo wir eine Bootsfahrt unternehmen. Hier scheint es mehr Boote als Wasser zu geben, mexikanische Musiker und Händler schippern mitten hindurch. Mexiko ist unglaublich bunt, die meisten Menschen haben sehr wenig Geld, und was sie haben, geben sie lieber für ein schönes Wochenende mit der Familie wieder aus als sich großartige Sorgen um die Zukunft zu machen. Auch am nächsten Tag fahren wir wieder zur Basilika von Guadalupe, feiern die Messe und verbringen dann einige Zeit vor dem Bild der Muttergottes natürlich auf dem Laufband, immer und immer wieder daran vorbei fahrend. Junge Mütter und Väter halten ihre neugeborenen, winzig kleinen Babys der Morenita entgegen. Das ist hier üblich, erklärt der Reiseleiter. Nach der Geburt pilgern viele direkt vom Krankenhaus nach Guadalupe. Die Farben des Bildes beeindrucken mich, das Türkisblau des Mantels, die goldenen Strahlen und das Muster auf dem Kleid der Muttergottes. Ähnliche Verzierungen kann man in Mexiko auch an diversen Kirchenwänden finden. Den Untergrund des Bildes, der ja ein Umhang ist, kann man von dieser Entfernung nicht deutlich als solchen erkennen. Keine Farbstriche, keine Fasern, es sieht aus wie ein lebensgroßer und farbintensiver Stempel. Wir bewundern anschließend die alte Kirche, in der das Bild vor 1975 ausgestellt gewesen ist, die jedoch heute aufgrund des schlechten Untergrunds komplett schief steht. In der Kirche ist das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt, in einer der größten Monstranzen, die ich je gesehen habe. Rundherum gibt es eine wunderschöne Gartenanlage mit einer Statuengruppe, die Unsere Frau von Guadalupe mit Juan Diego und vielen anderen Indios zeigt, die ihr huldigen. Wir sehen auch einen Raum, in dem die Menschen der Muttergottes von Guadelupe Versprechen ablegen können, er ist extra dafür gedacht. Unser Reisegruppenleiter erklärt uns, dass hier viele Mexikaner versprechen, keinen Alkohol mehr trinken zu wollen. Auf dem anliegenden Hügel, wo die Muttergottes erschienen ist, befinden sich heute eine kleine Kapelle und ein wunderbarer Aussichtsplatz. Ein weiterer Programmpunkt ist ein Ausflug nach Teotihuacán, einer Ruinenstadt mit mächtigen Pyramiden, ungefähr 50 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt. Wir begehen die Sonnenpyramide und betrachten die Calzada de los Muertos, die Straße der Toten. Hier liegt die Geschichte des Landes vor uns ausgebreitet wie auf einer Buchrolle. Dass heute hier beinahe alle Menschen katholisch sind, scheint erst recht wunderbar. Tag vier, unsere Reisegruppe macht sich heute unter anderem nach San Miguel del Milagro auf, wo ungefähr hundert Jahre nach dem Wunder von Guadalupe der heilige Erzengel Michael ebenfalls einem Indio erschienen ist. Es ist ein ganz kleiner Wallfahrtsort, und es sind kaum Pilger in der Kirche, aber der Blumenschmuck am und um den Altar übertrifft alles, was man in unseren Breiten je in einer durchschnittlichen Wallfahrtskirche gesehen hat. Zu einer Statue des heiligen Erzengels im Vorraum der Kirche bringen die Menschen Briefe, Blumen und Habseligkeiten jeder Art, T-Shirts, Spielzeug... alles was sie in ihrer Dankbarkeit oder auch einfach als Opfer schenken möchten. Wir dürfen auch hier die Heilige Messe feiern. Wir erleben ein dichtes und vielfältiges Programm auf dieser Reise, bewundern Städte wie Cuernavaca mit ihrem altkolonialen Stil und Taxco, die Silberstadt, den rauchenden Vulkan Popocatépetl, und wir verbringen eine Nacht auf der paradiesischen Hacienda Vista Hermosa. Im schon deutlich amerikanisch beeinflussten Badeort Acapulco genießen wir das Meer und sehen den berühmten Felsenspringern zu, die sich aus bis zu 60 Metern Höhe in den Pazifik stürzen. Am Tag unseres Abfluges geht es wieder zurück zum Ursprung, nach Guadalupe. Unser Reiseleiter, der von unserem großen Interesse für diesen Gnadenort anfangs sehr überrascht gewesen war, da er das zuvor noch nie mit einer Touristengruppe erlebt hatte, versteht uns: Ihr wollt euch von Unserer Mutter verabschieden. Die Teilnehmer der Reise sind begeistert. Eine Teilnehmerin der Fahrt, Martha Frühstück, spricht allen aus dem Herzen, wenn sie sagt: Für mich war das größte Erlebnis zu spüren, dass die Muttergottes auf der ganzen Reise mit uns war. Pfarrer Benno Gerstner von der Wallfahrtskirche Mariae Krönung zu Lautenbach im Renchtal, meint: Mich hat die Tatsache beeindruckt, dass in Guadalupe Maria ein Geschenk hinterlassen hat, an dem sich schon Millionen von Pilgern erfreut haben: Ihr Bild als Ikone ihrer Gegenwart an diesem Ort bis zum Ende des Materiellen (Tilma mit ihrem Bild). Markus Huber aus Lautenbach sagt: Mich hat besonders beeindruckt, dass wir in der Kathedrale vier Messen feiern durften, und dabei die ganze Zeit ihr Bild vor Augen hatten. Pfarrer Helmut Baierl aus Würzburg ist begeistert von der Ausstrahlung der Morenita: Wenn man der Jungfrau gegenüber steht, spürt man eine Persönlichkeit, die wirklich lebt mütterlich, mitfühlend und warmherzig. Mich werden diese Blicke noch lange begleiten. Ich habe mich als Lutheraner inmitten meiner katholischen Brüder sehr wohl gefühlt und sehr viele Ähnlichkeiten zwischen unseren Glaubensrichtungen, die mich beeindruckt haben, erlebt, sagt Nikolaus Sedlmayer aus Bayern. Ich würde mir wünschen, dass wir ökumenische Gottesdienste abhalten können und die Annäherung voranschreiten kann. Roswitha Stollenwerg aus Deutschland sagt: Was mich in Grunde am meisten beeindruckt hat, sind die Worte, die Muttergottes hier hinterlassen hat. Besonders das Wort Habt keine Angst, Du bist in den Falten meines Mantels hat mich beeindruckt. Und die Österreicherin Christine Kravanja meint: An anderen Orten hat die Muttergottes gesagt, dass sie hier erscheint. In Guadalupe aber wohnt sie. Deshalb wollte ich sie hier besuchen. Bilder von der KATH.NET-Leserreise nach Guadalupe Buchtipp: Paul Badde - Guadalupe KATH.NET-Leserreise nach Patmos August 2007 Jetzt anmelden Fotos: (c) KATH.NET Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. 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