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Lourdes: 'In sich hinein blicken'

26. August 2008 in Spirituelles, keine Lesermeinung
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An diesem Ort "geht es nicht nur um die Heilung des Leibes, sondern vor allem geht es um das Heil der Seele", sagt ein Pilgerseelsorger über das Ziel der Reise des Papstes Mitte September.


Lourdes (kath.net/RV) Benedikt XVI. besucht von 12. bis 15. September Paris und den südwestfranzösischen Marienwallfahrtsort Lourdes – als einer von neun Millionen Pilgern, die in diesem Jubiläumsjahr dort erwartet werden. Lourdes bereitet sich darauf vor.

„Viele kommen zur Wallfahrt nach Lourdes, weil sie neugierig auf den Ort sind“ berichtet der Pilgerseelsorger P. Uwe Barzen OMI in einem Interview mit Radio Vatikan. „Andere kommen jedes Jahr, weil sie spüren, dass es gut für ihre Seele ist, ein paar Tage aufzutanken.“

Vor genau 150 Jahren erschien die Gottesmutter der 14-jährigen Bernadette Soubirous. Seit damals reißt der Pilgerstrom nicht ab, auch weil es in Lourdes in diesen 150 Jahren zu amtlich nachgewiesenen Wunderheilungen kam.

„Natürlich kommen auch viele Kranke, die sich auch eine Besserung ihres Zustandes erhoffen oder sogar eine Heilung. Aber das kommt nur sehr selten vor, deshalb warne ich immer davor, dass man zu große Erwartungen in dieser Hinsicht hat. Aber die meisten, die kommen und nicht gesund werden, fühlen doch sich innerlich gestärkt, sodass es nicht umsonst ist, dass man hier nach Lourdes kommt“, sagt Barzen, der seit einigen Jahren vor Ort tätig ist.


Wer oder was steht für die Pilger nun im Mittelpunkt der Wallfahrt – Bernadette, die Wunder oder die Gottesmutter Maria? „Es ist auf jeden Fall so, dass die Leute spüren, dass Gott im Mittelpunkt steht.

Wir haben täglich viele Gottesdienste, die eucharistische Prozession, praktisch eine Fronleichnamsprozession, in der Christus im Allerheiligsten Sakrament durch den Wallfahrtsbezirk getragen wird, und jeden Tag schließt der Tag an der Grotte mit einer eucharistischen Anbetung. Der Mensch wird so schon klar, dass es hier um Christus geht, dass Maria zu Christus führen will.“

„Was man hier spüren kann, ist die Weltkirche“ beschreibt der Seelsorger den Geist des Ortes. „Ein Volk aus allen Nationen, wie es in der Heiligen Schrift heißt. Besonders deutlich wird das abends bei der Lichterprozession, so das ‚Gegrüßet seist du Maria‘ in vielen Sprachen gebetet wird. Kennzeichnend für den Ort ist auch die Hilfsbereitschaft für die Kranken und Behinderten. Es sind ja Tausende von ehrenamtlichen Helfern, die sich da einsetzen.“

Zwar waren die Marienerscheinungen von Lourdes Privatoffenbarungen, die nicht zum Glaubensgut der katholischen Kirche im engen Sinn gehören. Doch „Bernadette hat eine wunderbare Erfahrung gemacht. Wir brauchen auch selbst immer wieder Erfahrungen, die unseren Glauben bestärken.

Da ist ein Ort wie Lourdes oder andere Wallfahrtsorte eine gute Möglichkeit, aus dem Alltag herauszukommen, sich auf den Weg zu machen, Exerzitien auf Rädern zu machen.

Die Botschaft von Lourdes hilft ja auch dabei, in sich hinein zu blicken – gerade die Botschaft der Buße. Wir sehen ja, wie viele hier zur Beichte kommen. An diesem Ort geht es nicht nur um die Heilung des Leibes, sondern vor allem geht es um das Heil der Seele.“

Als Schüler ist Pater Barzen zum ersten Mal an diesen Ort gekommen. Der Rummel und die Geschäfte haben ihn in Lourdes so sehr gestört, dass er sich vorgenommen hat, nie mehr hinzugehen. Doch es kam anders.

Wer ein Problem mit dem, „was wir als Kitsch bezeichen“, hat, dem rät der Pater: „… da sollte man, denke ich, auch nicht so arrogant sein, sondern anderen gefällt es, also lassen wir das den anderen. Wichtig ist, dass man da auch eine gewisse Liberalität an den Tag legt.“


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