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| ![]() Barmherzigkeit, Realitätssinn und 'gschlamperte Verhältnisse'26. Juni 2009 in Weltkirche, keine Lesermeinung Ein kath.net-Gastkommentar von Prof. Dr. Robert Spaemann zu den Priesterweihen der Piusbruderschaft Stuttgart (kath.net) Das heißt, sie durften keine Sakramente mehr spenden, nicht mehr die Messe feiern, nicht mehr Beichte hören und die Krankensalbung spenden. Natürlich gehört auch die Priesterweihe zu den unerlaubten Handlungen. Was allerdings seinerzeit zu den Exkommunikationen geführt hatte, waren nicht die Priesterweihen, sondern erst die Bischofsweihen. Wollte Rom die Lehrgespräche mit der Bruderschaft an die Bedingung des einstweiligen völligen Verzichts auf Sakramentenspendung knüpfen, dann hieße das, sie müsste sich erst einmal auflösen, ehe die Gespräche überhaupt begonnen haben. Kein gutwilliger und vernünftiger Mensch wird das verlangen. Wer es verlangt, will eine Bedingung stellen, von der er weiß, dass sie unerfüllbar ist. Da die Priesteramtskandidaten sich im guten Glauben, am Ende geweiht zu werden, in die Seminare der Bruderschaft begeben haben, würde die Bruderschaft gegen Treu und Glauben verstoßen, wenn sie ihnen die Weihe nun plötzlich verweigerte. Um den entstehenden Stau in den Priesterseminaren und Hochschulen zu beenden, würden die nun beginnenden Gespräche unter einen Druck gesetzt werden, der für die Erzielung eines tragfähigen Ergebnisses schädlich sein könnte. Im Übrigen müssten dann alle Wiedervereinigungsgespräche mit den orthodoxen Kirchen suspendiert werden, weil ihre Weihen nicht vom Papst approbiert, also unerlaubt sind. Und ebenso hätte der Papst sich schuldig gemacht durch die Wiederaufnahme der chinesischen patriotischen Bischöfe, ohne dass von ihnen der Austritt aus der patriotischen Vereinigung verlangt worden wäre. Dies obwohl der Papst in seinem Brief an die chinesischen Katholiken diese Vereinigung als unvereinbar mit der katholischen Lehre verurteilt hat. Im Übrigen: Warum hat sich in den Vereinigten Staaten niemand aufgeregt, als die Priesterbruderschaft dort unlängst ebenfalls Priester geweiht hat? Die Barmherzigkeit, der Realitätssinn und die Zielstrebigkeit des Papstes, mit denen er gschlamperte Verhältnisse vorübergehend in Kauf nimmt, wird offenbar von seinen mehr an Prinzipien als an Menschen interessierten Landsleuten weniger verstanden als vom Rest der Christenheit in der Welt. Foto: (c) Paul Badde Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal! ![]() LesermeinungenUm selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen. Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. | ![]() Mehr zuTraditionalisten
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