Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. Es gibt keine zweite Chance mehr
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  9. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  10. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  11. Technisch brillant, geistig obdachlos
  12. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  13. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  14. Rektor Jan Frąckowiak: „Ein Priester muss ein Mann des Glaubens sein“
  15. "Ich glaube, dass ich glaube"

Das hat das II. Vaticanum nicht gelehrt!

14. Jänner 2010 in Weltkirche, 52 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


KLARTEXT: Der kath.net-Wochenkommentar von Bischof Andreas Laun zum "Dokument über die Religionsfreiheit", das 2. Vatikanum und Piusbruderschaft &. Co


Salzburg (kath.net)
Nicht selten erhalte ich Post von Gläubigen, die verstört durch bestimmte Entwicklungen in der katholischen Kirche Mitteleuropas meinen, das Heil wäre nicht in der Kirche zu finden, wie sie existiert, sondern nur in der Kirche, wie sie früher war, die angeblich so anders und so gesund war! „Schwerster“ Stein des Anstoßes, der offenbar von einer konservativen Hand zur anderen geht, ist fast immer „das Konzil“ im allgemeinen und seine Lehre von der Religionsfreiheit im besonderen.

So schreibt mir z.B. ein Mann: „das Dokument über die Religionsfreiheit sagt ja nicht nur aus, dass man dem Menschen keine Religion gewaltsam aufzwingen darf, was ich noch teilen würde, sondern auch, dass er mit seiner eigenen Religion ( und Facon ) in den Himmel kommt.“ Zur Begründung seiner Position beruft er sich auf seine Bibellektüre und sagt: „Als Student habe ich vor 30- 35 Jahren sehr viel die Bücher des Alten und Neuen Bundes gelesen , und eines glaube ich ganz und gar nicht , dass man mit der eigenen Religion und Meinung in den Himmel kommt, das Alte und Neue Testament verkünden uns das krasse Gegenteil, etwa wenn Jesus sagt , dass hartnäckiger Unglaube noch viel schlimmer ist als ein schlechtes Leben, und Sodom es am Jüngsten Gericht nicht so schlecht ergehen werde als den hartnäckig Ungläubigen.“ Daraus folgert er: „Ich würde es mir niemals trauen, das Dokument von der Religionsfreiheit anzuerkennen, weil es, nach allem, was ich in Religion in der Schule gelernt habe, - ohne dass die Lehrer mir zu eben dieser Erkenntnis verhelfen wollten-, und was ich mir im AT und NT angelesen habe, Gott fast nichts so zuwider ist, als der Götzendienst.“


Der Mann schließt seine Gedanken mit einem Rundumschlag: „Allerdings hatte der Klerus der Kirche im 2. nachchristlichen Jahrtausend immer einen großen Hang zum Opportunismus!“ Vieles wäre zu sagen, sowohl zu seinen historischen Unkenntnissen und vor allem auch zu seinem Vertrauen in sein Verständnis der hl. Schrift! Aber ich antworte nur auf die Kernfrage: Hat das Konzil gelehrt, was er glaubt zu wissen, steht in der heiligen Schrift, was er meint gelesen zu haben? Wahr ist, dass die Frage der Heilsnotwendigkeit der Kirche und ihres Glaubens die Menschen durch die Jahrhunderte hindurch beschäftigt hat.

Wahr ist auch, dass es Stellen in der hl. Schrift gibt, die man leicht missverstehen kann. Wahr ist leider auch, dass viele Theologen und Möchte-gern-Theologen das Konzil durch ihre Fehldeutungen in Misskredit gebracht haben! Wahr ist aber vor allem: Weder die Frage noch die Antwort sind so schwierig, dass man sie nicht gut verstehen kann, wenn man guten Willens ist!

Also: Tatsächlich hat Papst Gregor XVI, die Gewissensfreiheit als „Wahnsinn“ verurteilt, und, so scheint es, das 2. Vatikanische Konzil hat sie gelehrt! Wie ist das möglich? Die Lösung des „Rätsels: Natürlich haben die Väter des Konzils die Verurteilung von einst gekannt und dachten nicht im Traum daran, Papst Gregor XVI. des Irrtums zu zeihen. Aber auch Begriffe können sich entwickeln, und so haben die Väter des Konzils etwas anderes gelehrt, als der Papst von damals verurteilte: Papst Gregor XVI. verurteilte die Freiheit vom Gewissen, die auch das Konzil verurteilt, und das Konzil lehrte die Freiheit des Gewissens, die auch Papst Gregor XVI. nicht angetastet wissen wollte!

Also, was und wie hat das Konzil gelehrt? Folgendes: Der Mensch ist verpflichtet, die Wahrheit über Gott mit ganzer Kraft seines Herzens zu suchen! Dazu ist er „verpflichtet“, liebe „Pius-Bruderschaft“ und andere Besorgte, und bei der ihn verpflichtenden Suche darf ihn die Umwelt nicht mit Gewalt bedrohen, sondern muss ihm volle Freiheit lassen! Und was das Heil betrifft: Sagt das Konzil, dass jeder mit seiner Religion gerettet werden kann?

Nein, nicht durch seine Religion, sondern nur „in seiner Religion“, solange er Christus noch nicht erkannt hat, aber gerettet nur durch Christus, nicht durch Mohammed und nicht durch irgendeinen anderen Religionsstifter.

Aber Gott rettet auch in und trotz anderer Religionszugehörigkeit Menschen, weil Er alle Menschen retten will! Und bei diesem Seinem Rettungswerk hat Gott Mittel und Wege, die wir nicht kennen. Also: Kein Heil ohne Christus und ohne Kirche, Verpflichtung jedes Menschen auf die Wahrheit, aber die Möglichkeit des ewigen Heils für unschuldige Nichtchristen.

Mission ist eine Sache der Liebe, aber keine Mission mit irgendeiner Art der Gewalt. Verdunkelungen dieser Lehren gab es, Missverständnisse auch und Häresien auch. Aber All das ist beste katholische Tradition seit 2000 Jahren, die das Konzil nicht abgebrochen hat, sondern neu zur Geltung bringen wollte. Es gibt gute Gründe, über die Themen weiter nachzudenken, manches noch genauer gegen Fehldeutungen abzusichern, aber es gibt keinen Grund, die Konzilsväter zu beschimpfen, und erst recht keinen Grund, sich von der Kirche abzupalten. Sie ist und bleibt die Braut Christi!

KLARTEXT von Bischof Andreas Laun erscheint jede Woche exklusiv auf kath.net und kathtube.com

Hinweis: Mit Weihbischof Andreas Laun und kath.net zum Papstbesuch nach Fatima - Flugreise ab München/Frankfurt von 10. bis 14. Mai - Detailprogramm auf Kath.Net - Anmeldung bis 28. Januar!

kathTube: Das Video zum Thema




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Laun

  1. Requiem für Bischof Andreas Laun am 13. Januar im Salzburger Dom
  2. Wir sehen uns (hoffentlich) im Himmel wieder, lieber Andreas!
  3. Hat Corona mit Gott zu tun?
  4. Abtreibung – das globale Blutbad im Blutrausch der Welt
  5. NEIN. NEIN und nochmals NEIN!
  6. „Gott liebt auch die Tiere“
  7. Wenn ein Rechtsstaat (ungeborene) Kinder schreddern lässt
  8. „Mich mit dieser Entscheidung vor Gott stellen“
  9. Woran die Kirche leidet
  10. „Es hat in meinem Leben nie eine Kirchen-Situation gegeben wie heute“






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  13. Eine katholische Heldin
  14. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  15. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz