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Piusbrüder bedanken sich beim Papst und hoffen auf Einigung

21. Jänner 2010 in Deutschland, 20 Lesermeinungen
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Leiter der Piusbruderschaft in Deutschland, Franz Schmidberger, hat Papst Benedikt XVI. für die Aufhebung des Kirchenausschlusses von vier Traditionalistenbischöfen vor einem Jahr gedankt


Stuttgart (kath.net/KNA)
Der Leiter der Piusbruderschaft in Deutschland, Franz Schmidberger, hat Papst Benedikt XVI. für die Aufhebung des Kirchenausschlusses von vier Traditionalistenbischöfen vor einem Jahr gedankt. Die Entscheidung sei ein «mutiger» und «richtungsweisender» Schritt gewesen, sagte Schmidberger in einem am Donnerstag in Stuttgart veröffentlichten Video.

Der mittlerweile im Vatikan begonnene Dialog mit der Bruderschaft könne zu einer Einigung führen, da die Piusbrüder erstmals «in Ruhe die Bedenken gegen gewissen Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils vortragen» könnten, so Schmidberger. Bei den Dialoggesprächen stehe die Gesundung der gesamten katholischen Kirche auf dem Spiel: «Es geht um das Seelenheil unzähliger Menschen.»


Schmidberger «bedauerte zutiefst», dass das theologische und pastorale Anliegen des Papstes durch ein «unwürdiges Medienspektakel» um die Aussagen zum Holocaust des Traditionalistenbischofs Richard Williamson verdunkelt worden sei. Dieser hatte in einem Interview den Holocaust geleugnet.

Schmidberger betonte, die Piusbruderschaft wolle gemeinsam mit dem Papst der «Diktatur des Relativismus» und der «Entchristlichung Europas» Einhalt gebieten. Falls ein Teil der Bischöfe und der Katholiken dieses Ziel unterstütze, «dann kann die Kirche an Haupt und Gliedern erneuert werden», sagte der Distriktobere der Bruderschaft in Deutschland, der zum Gebet für eine christliche Gesellschaft aufrief: «Europa muss wieder christlich werden. Lasst uns Deutschland dem Reich des Christkönigs und seiner unbefleckten Braut, der einen, heiligen, katholischen und apostolischen und römischen Kirche zurückgeben.»

Papst Benedikt XVI. hatte vor einem Jahr, am 21. Januar 2009, die Exkommunikation der vier Bischöfe der Piusbruderschaft aufgehoben, um einen Dialog mit der ultrakonservativen Gruppierung zu beginnen. Die 1969 vom französischen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft Sankt Pius X. lehnt zentrale Kirchenreformen des 20. Jahrhunderts ab, insbesondere die erneuerten Gottesdienstformen, die Religionsfreiheit und die Ökumene als Dialog mit den Konfessionen und Religionen.

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 Don Quichotte 24. Jänner 2010 

... ist es nicht doch das schlechte Gewissen?

Also ich bin zwar kein Anhänger der Piusbruderschaft, aber ein aufmerksamer Zeitgenosse mit überdurchschnittlichem Interesse an der Kirchengeschichte.
Es ist doch nicht zu leugnen, daß seinerzeit (z.B. 1975) der Bruderschaft großes Unrecht zugefügt wurde. Immerhin zeichnen sich bis heute 3 Päpste dafür mitverantwortlich - aus dieser Perspektive sehen einerseits das Seligsprechungsverfahren für Johannes Paul II. (... der HERR schenke ihm die ewige Glückseligkeit ! ) aber auch die dzt. Bemühungen Papst Benedict XVI. etwas anders aus. Wieso jetzt diese intensiven Gespräche seitens des Vatikan? Ist es nicht doch das schlechte Gewissen oder zumindest der Wunsch vergangenes Unrecht wiedergutzumachen ?


0
 
 NoJansen 22. Jänner 2010 

Bemerkenswerte Wandlung

Ich finde es schon bemerkenswert, dass Pater Schmidberger in für ihn eigentlich sehr zurückhaltender Weise die laufenden Gespräche zwischen dem Vatikan und der FSSPX kommentiert.
Für mich der Beweis, dass der Hl. Vater Recht hatte mit seinem mutigen Schritt, der Piusbruderschaft die Hand zu reichen.
Warten wir doch das Ergebnis dieser Gespräche im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes ab und beten wir - wie es Willibald Reichert kommentiert hat - um das Gelingen der Einheit.


2
 
  21. Jänner 2010 
 

Präzision

Liest man Ihren Kommentar( Hagen), so muß man
an der Seriosität zweifeln. Ihnen geht es sicher nicht um
sachliche Argumentation sonder emotionales. Sehr traurig.


0
 
 hajduk2 21. Jänner 2010 

die tradition wieder aufwecken

so sieht man wie unsere röm. kath. kirche für die welt wichtig ist. aber wir müssen der welt zu verstehen geben. dass unsere werten und traditionen uns sehr wichtig sind. daher wäre ich für die einführung der alten messe - auf lat. sprache - man hat es nicht\"verboten\". wir, katholiken, schreiben den muslimen und juden auch nicht vor, wie sie ihre messen etc. machen sollen. daher finde ich es gut, dass sich unsere heilige röm. kath. kirche, wieder vereinigen wird.


0
 
 palmzweig 21. Jänner 2010 

Bedenkenswerter Verdacht!

\"Gerade die FSSPX fuhr und fährt hier ja eine bemerkenswerte Sonderrolle, indem sie einerseits die päpstliche Primatsstellung ausdrücklich unterstreicht, aber andererseits dann doch oft tut, was sie selbst will...\" (Ludwig)

Wenn man die Diskussionen in den Foren verfolgt, geht es dabei nicht nur den Mitgliedern der FSSPX so, zumindest in der Form, dass man vehement die lehramtlichen Aussagen zitiert und verteidigt, die einem genehm sind und andere verschweigt oder relativiert.

Vor allem aber ist meines Erachtens eine gewisse Doppelbödigkeit nicht zu übersehen, wenn es darum geht, den Papst unter allen Umständen gegen jede Art von Kritik (auch konstruktive) zu verteidigen, selbst dann, wenn er diese ausdrücklich erlaubt (wie in seinem Jesusbuch). Während andererseits die Ortsbischöfe für viele regelrechtes Freiwild darstellen oder gerne mal gegen den Papst ausgespielt werden, anstatt ihre Aussagen ebenso wohlmeinend zu interpretieren wie das zurecht bei Papst Benedikt geschieht. Ich empfehle hier nachdrücklich die Lektüre von Lumen Gentium, 20-27 oder - wer damit hermeneutische Schwierigkeiten hat - der Briefe des Heiligen Ignatius aus Antiochien.


0
 
 filiaecclesi 21. Jänner 2010 

Zum Kommentar von camino ignis

\"Also ich kann in Hagens Kommentar nichts konfuses entdecken, klingt alles sehr schlüssig und deckt sich in wesentlichen Punkten mit meinen Beobachtungen\"

Das sehe ich auch so!


2
 
 Ludwig 21. Jänner 2010 

Stichwort Papst ist gut...

Es bietet sich nämlich hervorragend an, mal grundsätzlich über das zu sprechen, was den Papst ausmacht.

Gerade die FSSPX fuhr und fährt hier ja eine bemerkenswerte Sonderrolle, indem sie einerseits die päpstliche Primatsstellung ausdrücklich unterstreicht, aber andererseits dann doch oft tut, was sie selbst will...

Aus katholisch-orthodoxer Perspektive wurde das Thema nun auch aufgegriffen...

cms2.katholisch-orthodoxe-freundschaft.de/index.php?option=com_content&task=view&id=1308&Itemid=1


0
 
  21. Jänner 2010 
 

Präjudizierung

Also ich kann in Hagens Kommentar nichts konfuses entdecken, klingt alles sehr schlüssig und deckt sich in wesentlichen Punkten mit meinen Beobachtungen.


4
 
 Tadeusz 21. Jänner 2010 

Präzision

@Päzisierung \"Bedauerlich zu sehen, dass auch unter den papsttreuen Katholiken in Deutschland viel zu viele geistig in den Fünfzigern steckengeblieben sind.\"

Bei dauert das schon 2000 Jahre.


0
 
  21. Jänner 2010 
 

@Präzisierung

Worin das Konfuse meiner Äußerung besteht, bleiben Sie unpräziser-, oder bezeichnenderweise zu sagen schuldig.


1
 
  21. Jänner 2010 
 

Ziemliches konfuser Kommentar von Hagen.

Halten wir uns lieber an Bischof Müller:

\"Ebenfalls ist die Rede vom Notstand der Kirche, den nur die Piusbruderschaft zu beheben weiß, eine rein subjektive Wahrnehmung, weil sie in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts stehengeblieben sind. Hier wird deutlich, dass es sich auch um ein psychologisches Problem handelt. Sich einzugestehen, dass man sich Jahrzehnte lang von der Kirche ausgeschlossen und eine falsche Richtung eingeschlagen hat, ist nicht leicht.\"

Bedauerlich zu sehen, dass auch unter den papsttreuen Katholiken in Deutschland viel zu viele geistig in den Fünfzigern steckengeblieben sind.

Treten wir stattdessen mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. entschlossen ins 21. Jahrhundert ein!

www.ad-hoc-news.de/ungeachtet-ddp-wortlautinterview-bischof-wirft--/de/Politik/20302870


0
 
 willibald reichert 21. Jänner 2010 
 

Beten! Beten! Und nochmals beten!!!

Solange die Gespräche noch andauern, sollte man
jedwede vorauseilende Kommentierung vermeiden.
Anstatt sich in menschlichen Prophezeiungen zu
ergehen, sollte man als gläubiger Katholik jeden
Tag um den Beistand des heiligen Geistes bitten.
Nur er kann die Menschen zusammenführen und
auch heute noch Wunder wirken.
Deshalb nochmals:Nicht bewerten, sondern Gott
unaufhörlich darum bitten, daß er alle Beteilig-
ten wieder zu gemeinsamen katholischen Brü-
dern und Schwestern vereint. Das wäre dann auch
ein sichtbares Zeichen für die gottvergessene
heutige Welt!


0
 
  21. Jänner 2010 
 

Nicht nur die ausgesprochen Modernisten,

sondern auch viele Konservative wollen diese konstruktive Strömung in der Bewegung der Tradition nicht wahrhaben, weil sie nicht wirklich die geistige Weite und Tiefe des Papstes haben, der über diese Schubladen erhaben ist und weil sie sich seiner Hermeneutik der Kontinuität letztlich verweigern. Diese schließt nicht jede Diskontinuität aus, aber Diskontinuitäten können auch durchaus als zwei Aspekte auf die eine Glaubenswirlichkeit bestehen. Logisch überzeugender sind theologisch die traditionellen Antworten. Diese können freilich die meisten Traditionalisten auch nicht auf hohem intellektuellen Niveau und differenziert geben. Es würde auch nicht viel nützen, denn gerade konservative Theologie wird häufig zum frommen Gefühl, also fides ohne ratio. Die heutigen \"Modernisten\" haben weitgehend schon die Methode theologischen Denkens nicht mehr gelernt oder Stellen gar keine genuin theologischen Fragen mehr. Dies alles beschreibt auch die Probleme für den Dialog mit der Piusbruderschaft.


4
 
 mariokin 21. Jänner 2010 

wunderbar!

Ich dneke nun kann jeder sehen, dass zw. der Ausrichtung der Pius-Bruderschaft und den wirren Äußerungen Bischof Williamsons, der erneut gegen die ihm auferlegte quasi Suspendierung durch den Generaloberen Msgr. Fellay verstoßen hat, eine immer größer und sichtbar werdende Kluft besteht.
Das läßt im Gebet und Gottvertrauen auf einen guten Ausgang des begonnenen Versöhnungsweges hoffen. Weiter so!

Ob Bischof Williamson nicht vielleicht wirklich ernstlich erkrankt sein könnte?


1
 
 quovadis 21. Jänner 2010 
 

Jetzt meinen die Brüder wohl,

der Vatikan habe sich \"bekehrt\" und begonnen, ihre Position einzunehmen. Daher ihre Freude über den \"richtungsweisenden Schritt\".


1
 
 roxana 21. Jänner 2010 
 

Halleluja!!

Vielleicht darf man jetzt wirklich auf ein Wunder hoffen.


0
 
 filiaecclesi 21. Jänner 2010 

Tadeusz :\"Endlich Mal eine christliche Äußerung\"

.. und eine konstruktive! Gott sei Dank!


0
 
 Istdasecht 21. Jänner 2010 
 

Unerwartet Vernünftig

Dieses Mal muss ich dir Recht geben....;-)


0
 
 Yohanan 21. Jänner 2010 

Der Papst ist doch wohl wirklich eine Integrationsfigur

Ich denke, dass der Papst in seiner theologischen und geistigen Tiefe und Weite doch wirklich eine Integrationsfigur ist, bei der sich Rechts und Links auf den Weg machen können, den Weg der Kirche durch die Zeit gehen zu können.
Laudetur J.C.


3
 
 Tadeusz 21. Jänner 2010 

Hm

Endlich Mal eine christliche Äußerung :)


0
 

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