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Traditionalistische 'Störer' unterbrechen Fastenvortrag in Kathedrale

22. März 2010 in Chronik, 29 Lesermeinungen
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Ein Fastenvortrag eines Rabbiners in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist am Sonntag von Rosenkranzbetern unterbrochen worden. Piusbruderschaft begrüßt "den Glauben und den Mut" der Störer


Paris (kath.net/KNA) Ein Fastenvortrag eines Rabbiners in der Pariser Kathedrale Notre-Dame ist am Sonntag von Störern unterbrochen worden. Dabei handelte es sich nach Angaben der französischen katholischen Tageszeitung «La Croix» (Montag) um traditionalistische Katholiken. Wie das Blatt weiter berichtet, unterbrachen die Störer den Rabbiner Rivon Krygier unmittelbar, nachdem er das Wort ergriffen hatte. Sie hätten damit begonnen, laut den Rosenkranz zu beten, «um die Schmähung zu sühnen».


Die Fastenkonferenz in Anwesenheit des Pariser Erzbischofs Andre Vingt-Trois wurde nach Angaben der Zeitung in der Sakristei der Kathedrale fortgesetzt. Nachdem die Traditionalisten vom Sicherheitsdienst entfernt worden seien, habe die Diskussion zum Vortrag des Rabbiners in der Kathedrale stattfinden können.

Die traditionalistische Piusbruderschaft begrüßte «den Glauben und den Mut» der Störer. Dank ihrer sei es gelungen, den Rabbiner in die Sakristei zu verdrängen, erklärte der französische Distriktobere Regis de Cacqueray am Montag auf der Internetseite «La Porte Latine». Die Kathedrale von Paris sei «weder eine Synagoge, noch ein Freimaurertempel».

Die traditionalistische Piusbruderschaft hatte den katholischen Bischöfen in Frankreich zu Monatsanfang vorgeworfen, zu Botschaftern für andere Religionen zu werden. Der Distriktobere Regis de Cacqueray hatte von einer «Serie von Skandalen» gesprochen und dabei auch den geplanten Fastenvortrag eines jüdischen Rabbiners in der Pariser Kathedrale genannt. Dadurch werde die Entchristlichung Frankreichs vorangetrieben. Die Reihe von Fastenvorträgen des Erzbistums steht unter dem Thema «Das Zweite Vatikanische Konzil - Kompass für unsere Zeit».

(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 familiesonne 14. April 2010 
 

Frohe Botschaft des Evangeliums

Manchmal wäre ich froh, ich wüsste nicht alles. Was sollen Nichtkatholiken von uns denken?
Die Zulassung des alten Ritus ist eine Sache. Warum nicht ehren, was unseren Grosseltern heilig war.
Aber das Verhalten dieser Störer ist peinlich für uns alle. So kann man niemanden von der Frohen Botschaft überzeugen. Diese Störer sind reine Bürokraten, die nur das Hofzeremoniell schützen wollen, die sich abgrenzen und andere ausgrenzen wollen.

So gewinnt man keine Freunde für den Glauben und auch keine Freunde für die alte Liturgie. Nur verbiesterte und versteinerte, im Grunde ängstliche Menschen können sich da noch für die Piusgemeinschaft begeistern.

Traurig das alles. Sehr traurig.


0
 
 erich72 28. März 2010 
 

Störung und Gestörte

ich lebe in Frankreich und ich schäme mich für diese Störung der \"Pius-Brüder\" in der Kathedrale.
Wenn \"Christen\" sich in einem laizistischen Staat so aufführen, dann schaden sie der Kirche mehr als ihre Feinde. Das sind in meinen Augen \"Gestörte\".
Erich72


0
 
 Pachomius 25. März 2010 
 

@Marcus

Sie schreiben:

\'Altes Testament und Talmud
Lieber Pachomius, Sie liegen leider hier falsch. Denn für den Rabbiner ist nicht das \"Alte Testament\" maßgeblich sondern der Talmud, also die gewaltsam antichristlich interpretierte Bibel. \' Zitatende.

Lieber Marcus, Sie werden mit Sicherheit keinen Rabbiner finden, der Ihre Ansicht teilt. Für den gläubigen Juden - wozu ich die Rabbinen zähle - sind ausschliesslich die Heiligen Schriften, und zwar in folgender Reihenfolge, verbindlich: Tora (Pentateuch, die 5 Bücher Mose), nebiim (Propheten) und ketubim (übrige Schriften) - die 39 Bücher des AT in anderer Anordnung.

Der Talmud, der in einer längeren sog. babylonischen und einer kürzeren, sog. palästinensischen Fassung vorliegt, ist im Gegensatz zum obigen Corpus des AT weder verbindlich noch Heilige Schrift. Er stellt eine Sammlung jüdischer gelehrter rabbinischer Diskussionen dar, die sich auf das Verständnis, die Auslegung und Anwendung der grundlegenden Heiligen Schriften des Judentums beziehen.

Dem Talmud kommt also im Gegensatz keine religiös bindende Autorität zu. Er ist Auslegung, Meinung, Kommentar - aber nicht Heilige Schrift.

Die Stellung des Talmud im Judentum lässt sich also in etwa mit der der Schriften der Kirchenväter in der RKK und der Orthodoxie vergleichen.

Natürlich enthält der Talmud Auslegungen des AT, die der christlichen Sicht derselben Stellen nicht entsprechen - deswegen wird der Talmud aber noch lange nicht zur \'gewaltsam antichristlich interpretierten Bibel\'.
Denn: \'Bibel\' in unserem Sprachgebrauch bezeichnet in engerem Sinn die Heiligen Schriften des Christentums (AT incl. Deuterocanonica und NT) und die des Judentums (Tora, nebiim und ketubim).

Ich kann mich deshalb Ihrer korrigieren wollenden Sichtweise nicht anschliessen.

Nach wie vor verstehe ich die ganze, sich über Seiten hinziehende Aufregung nicht: ein Rabbi hält in der Kathedrale von Paris mit Billigung des Kardinal-Erzbischofs einen Vortrag über das uns Christen und Juden aufgrund derselben Heiligen Schriften verbindende Fasten. Haben Sie den franzöischen Original-Text gelesen? Hat der Rabbi irgendetwas gesagt, das nicht auch aus dem Mund eines katholischen Priesters hätte kommen können? Ich entsinne mich nicht. Wenn doch, bitte ich um das französische Originalzitat.
Fazit: tant de bruit pour une omelette......(Viel Lärm um nichts).

Da finde ich das Küssen des Koran durch JP II in einer Moschee doch weitaus problematischer.


1
 
 NoJansen 25. März 2010 

Kardinal Vingt Trois verantwortlich

Die entscheidende Frage ist doch, warum der zuständige - und bei der Fastenkonferenz in der Pariser Kathedrale anwesende - Ortsbischof diese Konferenz ausgerechnet dort abhalten mußte. Darin besteht m.E. die erste, bewußt gewählte Provokation. Geht seine liberale Einstellung auch so weit, dass er seinen katholischen Mitbrüdern vom traditionalistischen Flügel (Piusbruderschaft) dort ebenfalls Gast- und Rederecht gewähren würde? Oder stehen ihm die Vertreter der übrigen nichtkatholischen Glaubensgemeinschaften näher als seine konservativen katholischen Mitbrüder ?
Den Anschein hat es jedenfalls!


1
 
 Ja Ja-Nein Nein 24. März 2010 
 

Offenheit

Bei allen tiefsinnigeren Gedanken, in denen man sich hier wohl zu Recht auch versucht, Verzeihung, ich möchte nicht jemandem gegenüber respektlos sein, aber - aus etwas Distanz betrachtet - ist eine Gegnerschaft dieser Einladung nicht vielleicht doch etwas zuuuu kleinkariert? Wir müssen uns ja nicht ständig fast wie klonen wollen, es darf auch andere geben, zum Glück, bei Gott vielleicht noch eher als bei uns?Vorallem wenn sie es wie in diesem Falle echt, gut und ehrlich meinen. Und im Sinne des II.Vat. ist es vermutlich auch.


1
 
  24. März 2010 
 

Störer

Ich meine, es geht hier um ein sehr unverfängliches Thema, nämlich das des Fastens. Ich meine, dass auch ein Rabbi seine Darlegung zu diesem Thema auch im Rahmen eines katholischen Gottesdienstes öffentlich darlegen kann. Eine andere Sichtweise auf dieses Thema kann sehr inspirierend sein. Bekanntlich ist gerade das Judentum keine \"Missionsreligion\". Gerade in der kath. Kirche ist der Sinn des Fastens wie leider auch das Sündenverständnis abhanden gekommen.

Ich finde es sehr bedenklich, dass das ehrwürdige Gebet des Rosenkranzes als Störungsmittel enstellt, weil zweckentfremdet wurde. Anstatt sich mit diesem Rabbi zu unterhalten, in Dialog zu treten außerhalb des Gottesdienstes, war dieses Ansinnen im Grunde nur ein Provokantes. Das hat mit christlicher Nächstenliebe nichs zu tun. Ich bin der festen Überzeugung, dass die die hl. Maria, die übrigens auch Jüdin war, sich von dieser Störeraktion distanziert hätte.


2
 
 GvdBasis 23. März 2010 

Es ist ihnen die Thora anvertraut

Zitat: \"Hätten die Juden an Mose geglaubt, würden sie auch an Jesus glauben. Das sagt Jesus im Johannesevangelium.\" Zitat Ende

Wie konnten dann aber Juden, die - wie Sie andeuten, nicht an Mose glaubten bzw. glauben - die Thora Tausende Jahre lang bis in unsere Tage derart in Ehren halten? Welche Stelle bei Johannes meinen Sie genau?

Auch sollte man den glimmenden Docht nicht löschen; zehntausende Juden glauben ja schon an Jesus. Geduld! Und Liebe ... \"Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht
nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat.\" Mt 12, 20

Womit ich aber nicht die Pariser Veranstaltung verteidigen oder ablehnen möchte.


1
 
  23. März 2010 
 

Altes Testament und Talmud - @Pachomius

Lieber Pachomius, Sie liegen leider hier falsch. Denn für den Rabbiner ist nicht das \"Alte Testament\" maßgeblich sondern der Talmud, also die gewaltsam antichristlich interpretierte Bibel.

Hätten die Juden an Mose geglaubt, würden sie auch an Jesus glauben. Das sagt Jesus im Johannesevangelium. Insofern ist das Judentum nicht einfach beim AT \"stehengeblieben\" sondern hat einen neuen, rabbinischen Glauben erfunden, der sich in Verfluchungen Jesu Christi ergeht.


4
 
 Spectator 22. März 2010 
 

Es ist ja schon \"lustig\" ...

... genug, dass ständig irgendwelche häretischen Protestanten in kath. Kirchgebäuden auftauchen, um ihre äußerst fragwürdigen Botschaften zu verbreiten, aber jetzt kommen auch noch die Rabbiner hinzu, es wird wirklich immer \"bunter\", vielleicht auch einmal zu bunt ...


3
 
 Apologet 22. März 2010 
 

@mystik und Ja Ja-Nein Nein

Höfflichkeit, Freundlichkeit und Nächsten- oder Feindesliebe ist grundsätzlich wichtig keine Frage, aber sie muss wie gesagt an den Stellen aufhören oder zumindest eingeschränkt werden, wo Andersgläubige dadurch in (dem Festhalten an) ihre heilsgefährdenden Irrtümer bestärkt werden. Das wäre dann eine falsche oberflächliche Höfflichkeit und Freundlichkeit, wenn man deretwegen auf eine klare Kritik an der Irrtümern verzichtet. Gleiches gilt für das abgeschaffene Gebet für die Bekehrung der Juden. Damit tut man im Grunde nichts Gutes, auch wenn es oberflächlich weltlich betrachtet Freundlichkeit, Höfflichkeit und Nächstenliebe ausdrücken mag.

Wie ich schon angemerkt habe, werden diese \"Störer\" bestimmt schon vorher ihre Kritik an die entsprechenden zuständigen Stellen und Personen vorgetragen haben. Oder zumindest den Versuch dazu unternommen. Aber was machen wenn man auf taube Ohren stößt oder gar komplett ignoriert wird? Einfach Schweigen und Nichtstun und dadurch wiederum die anderen in ihrem falschen Tun bekräftigen? Eine schwierige Entscheidung. Ich denke aber man sollte immer das größere Heil der Menschen im Auge behalten und sich nicht zu sehr nur auf das Diesseits fixiert sein.


3
 
  22. März 2010 
 

Das finde ich aber schon übertrieben. Höfflichkeit muß sein.

Man könnte nachher der Kircheleitung seine Meinung sagen, aber so den Grobian zu spielen ist keine feine Art.


4
 
 Ja Ja-Nein Nein 22. März 2010 
 

@Apologet und Chrysanthos

Wem die Nächstenliebe nicht reicht, der übe die Feindesliebe. - DIESER Rabiner ist aber sicher kein Feind. Zugegeben, die Feindesliebe zu üben, da übt man (ich) wohl lebenslang, ist aber eine Forderung Jesu! auch für JETZT. Jesus schickt sicher keinen Juden bzw.Rabiner weg, der zu uns sprechen will, über Fasten, wie Jesus, als Jude, selbst gefastet hat. Auch sagt er, dass er nicht gekommen ist nur ein Jota (Jod) abzuschaffen, sondern zu erfüllen. Und, und, und...Sucht den Frieden und jagt ihm nach und - möchte ich ergänzen dürfen - empfangt ihn, wo er angeboten wird, warum nicht auch vom Herrn Rabiner.


2
 
 Apologet 22. März 2010 
 

@Ja Ja-Nein Nein

Mag ja sein, auf alle Fall wurde dieser Alte Bund durch Jesus Christus abgelöst, was ja die Juden fälschlicherweise negieren. Von daher darf man diese jüdische Tradition nur im Licht des Neuen Testaments und des kirchlichen Lehramts sehen!

Die Nächstenliebe muss da aufhören, wo die Gefahr besteht das Andersgläubige in ihren Irrtümern und damit der Beibehaltung dieser bekräftigt werden. Das ist dann falsch verstandene Nächstenliebe, weil man ihnen damit keinen Gefallen tut, sondern vielmehr ihr Seelenheil verhindert. Außerhalb der Kirche Christi ist kein Heil, gilt auch heute noch, auch wenn viele Theologen das in Richtung \"Erlösung aller gutgewillten Menschen\" abändern wollen.


1
 
 Chrysanthus 22. März 2010 

Ja ja nein nein,

Sie nehmen von Paulus und dem Evangelium nur die eine Hälfte, die andere ignorieren Sie.
Die Juden sind unsere Menschenbrüder, aber sie sind nicht unsere Brüder im Glauben.
Paulus sagt sogar, dass sie unsere Feinde um des Evangeliums willen sind.
Die Leugnung Jesu Christi als Messias, Sohn Gottes und Erlöser der Welt gehört zum Selbstverständnis des talmudiscnen Judentums und ist ein Identitätsmerkmal desselben.
Die Patriarchen und Propheten des Alten Bundes - das sind unsere Väter im Glauben! Sie hofften auf Christus, erwarteten seine Ankunft. Sie sind der Ölbaum, der uns trägt.
Abraham jubelte im Geist, als er den Tag Christi kommen sah. Moses und Elias bestätigten Jesus auf dem Berg der Verklärung.
Jenes Judentum aber, das Jesus verwarf, das sind die Zweige, die aus dem edlen Ölbaum ausgerissen wurden. Lesen Sie Paulus bitte richtig.
Heute aber wird das Judentum als eigenständiger, ordentlicher Heilsweg neben dem Christentum von den Theologen etabliert. Das steht im Gegensatz zur Botschaft Jesu und der Apostel!
Mit den Juden Dialog führen: ja, sie als Menschen achten: ja, aber nicht den katholischen Glauben verraten.
Woran die Kirche heute krankt? Der Glaube an Jesus Christus ist lau geworden oder ganz verschwunden, die Liebe zu ihm ist erkaltet.

vitajesu.wordpress.com


5
 
 Ja Ja-Nein Nein 22. März 2010 
 

Rabiner, Notre Dame

Die Juden sind unsere Brüder. Hebräisch gilt uns Katholiken als Heilige Sprache. Die Juden sind - aus christlicher Sicht - Jesu Eigentum. Es erfüllt mich mit grosser Freude, wenn ein Rabiner eine katholische Kirche besucht, mit allem und allen darin. Paulus macht uns mehrmals aufmerksam auf grössten Respekt gegenüber den Juden, unserer Herkunft (Baum, Wurzel, Aufgepfropftsein, usw.) Und sogar, wären sie unsere Feinde, was sie nicht sind: wir sollen von Herzen mit NÄCHSTENLIEBE antworten. Gerade bescheiden oder gar demütig scheinen mir hier bei diesem Geschehen einige leider doch nicht so.


3
 
 Apologet 22. März 2010 
 

@quovadis

Interessante Fragestellung. Die eigentliche Frage ist ob diese Extremisten überhaupt in der Kirche sind oder ob sie diese nur als Bühne zur eigenen Profilierung nutzen, ohne tatsächlich zu glauben was aber zentral damit man tatsächlich Teil der Kirche ist. Im Grunde stehen solche Apostaten, auch wenn sie den Anschein erwecken sie wären Katholiken oder zumindest allgemein christlichen Glaubens und Kirchensteuer zahlen, außerhalb ihrer jeweiligen Kirche.

Anderes Beispiel sind da viele unsere Politiker egal welcher Partei, die sich Katholiken oder Christen nennen aber dann gleichzeitig Abtreibung, Homo- und Gender-Ideologien gut heißen oder gar aktiv unterstützen. Das sind Häretiker oder gar Apostaten und auch sie sind damit de facto außerhalb der Kirche, auch ohne formale Exkommunikation. Sie nutzen ebenso wie die verschiedene Extremisten die Kirche als Bühne um eigene Interessen und Ideologien zu verbreiten und durchzusetzten, ihr \"Christ\"-Sein ist dabei oft reine Farce (Wolf im Schafspelz)!


1
 
  22. März 2010 
 

pachomius und werenfried

Ich verstehe Ihre Position, teile sie aber nicht.

Es handelt sich letztlich um die üblichen PC-Totschlagsargumente, die am eigentlichen Problem vorbeigehen. Die \"Störer\" (=Beter) betreiben weder \"Dialogverweigerung\" noch \"Ausgrenzung des AT\".

Natürlich kann ein Rabbiner über das Thema \"Fasten\" reden. Aber warum muss er das von der Kanzel einer Kathedralkirche aus tun? Entweder er \"predigt\" im Rahmen eins Gottesdienstes, das wäre zu verwerfen, da ein Leugner Christi in einem christlichen Gottesdienst zu schweigen hat. Oder er tut es in Rahmen einer (an sich natürlich legitimen) Disskussionsveranstaltung; diese muss aber - schon um den Unterscheid zur erstgenannten Alternative nicht ohne Not zu verwischen - in einem profanen Raum stattfinden. Machen wir uns nichts vor: Der Einzelfall hat Symbolcharakter, und die Kritiker der \"Störer\" (=Beter) stehen im Grunde für einen relativistischen Ökumenismus, wie ihn der Hl Vater verurteilt (und u.a. deswegen z.Zt Opfer der schlimmsten Hetzkampagne seit Jahrzehnten ist).

Gerade Erzbischof Kard. \"23\" als Verantwortlicher ist übrigens kein guter Gewährsmann für die Recht- und Gutgläubigkeit der Organsiatioren.

Am schwersten wiegt noch das \"Höflichkeitsargument\"; aber welche Bedeutung hat letztlich gesellschaftliche Höflichkeit im Vergleich zur Gefahr des falschen Signals und der ehrfurchtgebietenden Heiligkeit des Ortes?


3
 
  22. März 2010 
 

Es ist weit gekommen...

...dass man Katholiken aus einer kath. Kirche abführen lässt, die es wagen den Rosenkranz zu beten, um so Andersgläubigen eine Bühne zu verschaffen, um ihren Irrglauben vor dem Throne Gottes zum Besten zu geben, unglaublich!!!
Nichts gegen andere Religionen; aber dieses Treffen hätte definitiv nicht dort stattfinden dürfen.
Ein weiteres Zeichen der schleichenden Anbiederung an andere Glaubensgruppen, auf dem Markt der Religions-Möglichkeiten.
Auch aus meiner Heimat erlebe ich immer häufiger interreligiöse Treffen am heiligen Altar, zudem kostenpflichtige Theather-/Tanz- und Musikaufführungen; wehe man hat die Absicht einfach nur Gott die Ehre zu erweisen oder gar zu beten...
Ein befreundeter Katholik, der seinen Stammplatz in der Sakristei hat, fragte letztens völlig erstaunt einen Freund von mir und mich selber; ob wir tatsächlich \"immer\" noch an die Jungfräulichkeit Mariens glauben würden und ob wir wirklich beten würden... so sehen dann die Früchte unserer neuen Kirche aus....


5
 
 quovadis 22. März 2010 
 

Warum gibt es in der Kirche so viele Extremisten

(li und re) und nicht die gesunde Lehre Jesu Christi?


4
 
 Apologet 22. März 2010 
 

Eine schwierige und problematische Situation,

die am besten dadurch vermieden worden wäre, indem diese Predigt in der Kirche nie erlaubt, abgesagt oder zumindest verlegt worden wäre! Was man leider nicht herauslesen kann - hoffe doch dass es nicht bewusst verschwiegen wurde - ob diese \"Störer\" vorher bereits diese Aktion kritisiert haben und bei den Initiatoren freundlich und gut argumentiert um eine Absage oder Umgestaltung dieser sehr zweifelhaften Aktion gebeten haben. Sonst kann hier nämlich ein falscher Eindruck erweckt werden!

Den gläubigen Katholiken sagt man, dass diese zwar an anderen nicht-katholischen Gottesdiensten teilnehmen dürfen, man sich dort aber dann passiv verhält und möglichst in den hinteren Reihen Platz nimmt um sichtbar Distanz zu wahren! Da ist es verständlich, dass einigen die es mit dem katholischen Glauben ernst meinen, sauer aufstösst wenn andererseits ein Rabbiner (Nicht-Christ) sich an den Altar in den Mittelpunkt stellt und offiziell eine Predigt in einer katholischen Kirche hält, wo eigentlich nur katholische Pfarrer (nicht mal Laien) predigen sollten!

Je mehr ich mich mit dem Ökumenismus (mit Ökumene hat das nichts zu tun) und seinen oft sehr befremdlichen Früchten auseinandersetzte, desto mehr verstehe ich den Standpunkt traditionsverbundener Katholiken.


3
 
 Bonifaz2010 22. März 2010 
 

Zweierlei Maß?

Mich würde interessieren, ob Erzbischof Vingt-Trois, der den Papst bei seinem Paris-Besuch übrigens als \"Kollegen im Bischofsamt der Ortskirche von Rom\" begrüßt hat, die Kathedrale auch den Piusbrüdern für die Zelebrierung einer alten Messe zur Verfügung stellen würde. Soweit würde die Dialogbereitschaft des Bischofs denn aber wohl doch nicht gehen.

Auf EWTN wurde übrigens mal über einen jüdischen Gottesdienst berichtet, der im Jahr 2000 in der New Yorker St. Patrick\'s Cathedral gefeiert wurde.


1
 
 chronotech 22. März 2010 

so leer ???

Ist die katholische Kirche in Paris so leer geworden, dass es keine katholischen Theologen mehr gibt? Bin gespannt, ob die Juden einen katholischen Theologen mit einem Vortrag einladen??? Die haben es nicht nötig, denn sie fest in ihrem Glauben sitzen....und wir? Schade um die Worte


4
 
 Pachomius 22. März 2010 
 

@st.michael

Ich erlaube mir, Sie zu zitieren:
\'in einer katholischen kirche, egal wie lkiberal sie geführt ist, wird die unblutige wiedereinstzung des kreuzesopfers christi realpräsent und in einer transsubstation gefeiert.\' (Zitatende)

Erstens: der Ausdruck \'unblutige Wiedereinsetzung des Kreuzesopfers Christi\' ist vertretbar. Es handelt sich um die unblutige Gegenwärtigsetzung des ein für alle mal auf Golgatha vollbrachten blutigen Kreuzesopfers Christi.

Zweitens: Nicht das Kreuzesopfer Jesu Christi wird realpräsent, sondern Jesus Christus selbst wird in Brot und Wein realpräsent.

Drittens: \'Die Wiedereinsetzung des Opfers Jesu Christi\' wird nicht in einer Transsubstantiation Transsubstantiation ist der Fachausdruck dafür, dass auf unseren Altären aus der Materie von Brot und Wein die Materie von Christi Leib und Blut wird, während die Akzidenz - die äussere Wahrnehmung - von Brot und Wein unverändert bleibt.

Ich habe Mühe zu verstehen, wie Sie sich über die Gegenwart eines über das Fasten sprechenden Rabbiners in Gegenwart des eucharistischen Herrn aufregen können - einer Praxis, die genau von diesem Jesus Christus ausdrücklich bejaht wurde.

Wäre es nicht sinnvoller, die Zeit darauf zu verwenden, in etwas adäquaterer, sachgerechterer Art und Weise Rechenschaft über unseren Glauben zu geben, wie 1Petr 3,15 das fordert?


3
 
 Werenfried 22. März 2010 
 

Eine Schande

Ich finde es grob ungehörig, einen immerhin offiziell eingeladenen Gastredner auf diese Weise zu unterbrechen und damit auch die Einladenden und die anwesenden Zuhörer zu brüskieren. Ich habe mich geschämt, als ich den Bericht über die Vorfälle in Paris gelesen habe. Dieses Verhalten bietet kein schönes Bild und fällt auf die Störer und schlimmstenfalls auf uns alle als katholische Gläubige zurück. Man darf daran erinnern, dass der Heilige Vater selbst vor gar nicht langer Zeit eine Synagoge besucht hat. Ganz sicher dürfte das Verhalten der Störer ihm in den Rücken fallen. Man soll den Dialog suchen, wo er möglich ist, und wenn er nicht möglich ist, sollten wir uns nicht verhalten wie diejenigen, denen wir eben dies vorwerfen. Damit verletzen wir selbst alle Menschen guten Willens und tragen dazu bei, Liebe und Brüderlichkeit aus dem menschlichen Miteinander zu vertreiben. Pater Werenfried van Straaten, der Gründer von \"Kirche in Not/Ostpriesterhilfe\" (bekannt als \"Speckpater\"), hat oft gesagt: \"Einer muss anfangen - WIR!\" Er hat dies unter anderem auf den Dialog mit der Russisch-Orthodoxen Kirche bezogen, jedoch ist dieser Satz immer richtig, wenn es um Versöhnung geht. Ich würde mir wünschen, dass sich jeder Christ daran orientiert.


8
 
 Chrysanthus 22. März 2010 

Hm,

die Störung war ein lautes Gebet.
Eine katholische Kirche dient dazu, dem wahren Gott die wahre Gottesverehrung darzubringen, oder?
Rabbiner, Imame und andere Kultdiener anderer Religionen tun das aber nicht. Sie können nicht das eucharistische Opfer darbringen - das sie ja ausdrücklich negieren -, und sie können auch nicht das Evangelium Jesu Christi verkündigen.
Was sollen sie also in einer geweihten Kirche und an einem geweihten Altar?
In den Gemeindesaal kann man sie gegebenenfalls einladen und Vorträge halten lassen, aber nicht predigen, und nicht im katholischen Gotteshaus.
Das sagt mir mein katholischer Glaubenssinn.
Vielleicht kann Pater Alex als Kanonist dazu Kompetentes sagen?
Ich bin sicher: In einer orthodoxen Kirche würde kein Rabbiner predigen dürfen.
Die Ärgernisse, die von der katholischen Hierarchie täglich gegeben werden, sind eine ständige Pein für die Gläubigen.

vitajesu.wordpress.com


6
 
 st.michael 22. März 2010 
 

\"störer\" unterbrechen einen vortrag

in einer katholischen kirche, egal wie lkiberal sie geführt ist, wird die unblutige wiedereinstzung des kreuzesopfers christi realpräsent und in einer transsubstation gefeiert. das ist nach katholischem glaubensverständnis das größte geheimis und gleichzeitig offenbarung die es gibt. wir beten dort die allerheiligste dreifaltigkeit an.(dokumentiert durch den tabernakel und das ewige licht) dieses wird von den juden nicht geglaubt, um es so neutral wie möglich zu formulieren. der vortrag eines glaubensfremden an hl. stätte ist daher für glaubenstreue menschen ein sakrileg. davor muß man allerhöchsten respekt haben. was haben diese menschen getan? den rosenkranz gebetet. das wird als störung gewertet, u n f a s s b a r ! unsere kirchenoberen haben natürlich nichts besseres zu tun als die glaubenstreuen schnell abzudrängen und verbal zu kriminalisieren. man glaubt es nicht, wie weit teile der kirche sich in den zeitgeistsumpf haben herabziehen lassen und den kampf gegen die eigenen, treuen gläubigen führen. ich bin kein mitglied der piusbruderschaft, aber ich bewundere den mut ihrer mitglieder die wirklichen themen: wie, abtreibung,euthanasie,islamisierung, homophilisierung etc. beim namen zu nennen und dafür am lautesten von der eigenen kirche verhetzt zu werden. eine schande. aber wie steht es schon in der bibel: nicht von den menschen empfange ich meine ehre, denn die ist nichts wert, sondern vom himmlischen vater. und da liebe mitglieder der bruderschaft habt ihr wegen eures mutes schon viel ehre erhalten. laßt euch nicht unterkriegen christus kämpft an eurer seite.


4
 
  22. März 2010 
 

\"Störer\"

Warum findet ein solcher Vortrag in der Kathedrale, in Gegenwart des Allerheiligsten, statt, und nicht in einem profanen Raum? Die \"Störung\" bestand offenbar im Rosenkranzgebet - man könnet also treffender formulieren \"Rabbiner stört katholische Gläubige bei Rosenkranzgebet in Pariser Bischofskirche\". Und weiter: \"Diözese stellt sich Seite des Rabbiners und lässt Gläubige durch Sicherheistdienst aus Kirche entfernen\". Nichts gegen Vorträge von Rabbinern - aber hier haben die Rosenkranzbeter den Finger mit legitimen Mitteln in die offene Wunde der falschen Wahl des Veranstaltunsgsortes gelegt. Wer seinen sensus catholicus noch nicht ganz verloren hat, muss hier Sympathie mit den \"Störern\" empfinden.


6
 
 shogun 22. März 2010 
 

Fragwürdig...

... ist hier die Predigt des Rabbiners in Notre-Dame. Aber genauso fragwürdig ist die Aktion der Piusleute.


6
 
  22. März 2010 
 

Dürfen dann katholische Priester auch in den Synagogen Werbung für die Taufe machen?


6
 

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