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Sauregurkenzeit: Ein Theologe macht auf 'Piusbruderschaft'

6. Juli 2012 in Deutschland, 21 Lesermeinungen
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Zuerst wirft die Piusbruderschaft Erzbischof Müller Häresien vor, jetzt legt der Theologe Otto Hermann Pesch nach und denkt darüber nach, ob nicht der Papst selbst ein Schismatiker oder Häretiker sein könnte.


Köln (kath.net/KNA/red)
In der deutschen Kirche herrscht derzeit offensichtlich Sauregurkenzeit. Nachdem die Piusbruderschaft den neuen Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, ins Häretikereck stellen wollte, legt jetzt der emeritierte Theologieprofessor Otto Hermann Pesch nach und „philosophiert“ im Kölner Stadtanzeiger ernsthaft, ob Papst Benedikt XVI. nicht ein Schismatiker sein könnte.

Papst Benedikt XVI. drohe selbst zum Kirchenspalter und Häretiker zu werden, sagte der Hamburger Theologe dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Wenn er sich ohne Einschränkung auf die Seite der Pius-Brüder stellen und ihnen die Ablehnung der Lehre zur Religions- und Gewissensfreiheit zugestehen würde, «würde er eine Kirchenspaltung, ein Schisma, fördern und wäre damit selbst schismatisch», so Pesch.


Nach einer mittelalterlichen Tradition kann laut Pesch auch ein Papst ein Häretiker werden, Irrlehren vertreten und ein Schisma herbeiführen. «Die Frage ist nicht, ob das möglich ist, sondern wer das feststellt», so der Theologe. «Diese brisante Frage wird mit Sicherheit gestellt werden, sollte sich der Papst auf die Linie der Piusbrüder einigen.»

Am ehesten zu befürchten sei «ein windelweicher Kompromiss», wonach die Piusbrüder die Autorität des Papstes anerkennen, sich aber nicht in gleicher Konsequenz zu den Lehren des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962 bis 1965) bekennen müssten, sagte Pesch. Das Generalkapitel der Piusbruderschaft berät kommende Woche in deren Zentrale im schweizerischen Econe über die Bedingungen des Vatikan für eine mögliche Aussöhnung.

Gemessen an ihren eigenen Maßstäben, befinden sich die Pius-Brüder damit meines Erachtens im Zustand der fortgesetzten Häresie, insofern sie Weisungen der höchsten Vollmacht in der Kirche dem persönlichen Ermessen unterordnen. Am Ende würde Hunderten Millionen Katholiken weltweit die Kirchengemeinschaft mit einer Splittergruppe zugemutet, die ihnen „Verrat am wahren Glauben“ vorwirft. Dazu kann kein Papst die Katholiken verpflichten.

Mit Material der KNA - (C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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