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Kleine Frau von Guadalupe - Hoffnung für die Völker

22. August 2012 in Buchtipp, 2 Lesermeinungen
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In den wenigen Sekunden brennt sich das Bild in unser Gehirn. Unmerklich dringt es in unser Herz und bleibt unauslöschlich - Jeden Mittwochabend im August eine Leseprobe aus den neuen Büchern von Karl-Heinz Fleckenstein


Guadalupe (kath.net) 20 Millionen Pilger jährlich besuchen die Madonna von Guadalupe, die 1531 einem Indio erschienen ist, um den Bau einer Kirche bat und ihr Abbild auf seinem Umhang hinterließ. Karl-Heinz Fleckenstein war einer von diesen Pilgern und erzählt in spannender Weise, wie die Botschaft der „kleinen Frau von Guadalupe“ zugleich alt und modern, rätselhaft und verblüffend ist.

Fleckenstein beschreibt zunächst, wie der Plan Wirklichkeit wird, den 30. Hochzeitstag bei der Madonna in Guadalupe zu verbringen, deren Bild ihn seit Jahrzehnten begleitet. Anschaulich beschreibt er die Anfangsereignisse des Ortes und die anschließende größte Bekehrungswelle in der Geschichte. Auch erfährt der Leser, was die Madonna mit der Seeschlacht von Lepanto zu tun hat, warum die Wissenschaftler vor einem Rätsel stehen und ein protestantischer Theologie-Professor Mariologe wird. Schließlich nimmt Fleckenstein die Geschichte der Päpste mit Guadalupe und den Bezug zum Heiligen Land unter die Lupe.


Karl-Heinz Fleckenstein, geboren in Krombach bei Aschaffenburg, ist katholischer Schriftsteller, Theologe, Archäologe und Reiseführer durch das Heilige Land und lebt mit seiner Frau Louisa Fleckenstein, geb. Hazboun, in Jerusalem. Sie haben drei erwachsene Kinder.

Leseprobe:

Sie alle wollen das heilige Tuch mit dem Bild unserer Lieben Frau sehen. Um des großen Andrangs Herr zu werden, hatte man beim Bau der neuen Basilika vier parallel laufende Fließbänder installiert. Nun nähert sich die Menge dem Gnadenbild. Auf diesen Förderbändern werden – ähnlich wie in einem Flughafen – die Pilger in der Wallfahrtsbasilika am Bild vorbeigezogen. Sie blicken hinauf, suchen den Schlüssel für dieses Mysterium.

Auch wir beide. Wir staunen vor dem heiligen Bild, senken die Augen verstohlen zum Laufband, schauen hinauf und wieder herunter. Manche Gesichter zeigen außerordentliche Freude, andere schweres Leid. Einige weinen, wenn sie einen Blick auf das Bild erhaschen. Hunderte und Tausende Menschen stehen wie ein brandendes Meer noch vor der Basilika.

So bleibt auch uns keine Zeit für langes Schauen. Doch in den wenigen Sekunden brennt sich das Bild in unser Gehirn. Wahrhaftig, das Bild bleibt, prägt sich ein. Unmerklich dringt es in unser Herz und bleibt unauslöschlich. Es ist verborgen und doch klar. Auch wenn wir näher herangehen, wird es nicht klarer.

In wenigen Metern Entfernung schweben wir mehrmals an dem Umhang vorbei und bleiben ein Kreuzzeichen lang im Blickkontakt mit den Augen der Madonna. Ein kurzer Augenblick der Besinnung - und schon drängen die folgenden Gruppen nach.

Der Höhepunkt an diesem Tag ist geprägt von unserem Jubiläums-Dankgottesdienst (zum 30. Hochzeitstag, Anm. d. Red.) mit Pater Cornelius auf dem Balkon der Basilika mit dem Blick auf das Bild unserer Lieben Frau. Es ist, als würde Maria von dort selbst zu uns sprechen so wie damals zu Juan Diego im Jahre 1531:

“Ich bin die immerwährende Heilige Jungfrau Maria, die Mutter des einzig wahren heiligen Gottes, des Leben spendenden Schöpfers aller Menschen. Er ist der Herr der Nahen und der Fernen, des Himmels und der Erde. Ich werde euch meine ganze Liebe schenken, meinen erbarmenden Blick, meine Hilfe, meinen Trost, meine Rettung. Denn ich bin wahrhaftig eure Mutter und die aller Menschen, die mich lieben, rufen und anflehen. Ich bin die Mutter all derer, die mich suchen und mir vertrauen. Ich werde euch glücklich machen und euch viel Freude schenken."


Karl-Heinz Fleckenstein
Kleine Frau von Guadalupe
Hoffnung für die Völker
Fromm Verlag 2012
56 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
20,40 Euro


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