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Kirche, Missbrauch und Homosexualit

5. März 2013 in Kommentar, keine Lesermeinung
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Wenn die Ergebnisse ignoriert werden, ist alles Forschen umsonst. Von Dr. Michael Sch?fer


Trier (kath.net) Im Pressebericht anl?sslich der diesj?hrigen Fr?hjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Trier ist ein Abschnitt der ?Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs Minderj?hriger im kirchlichen Bereich? gewidmet. In diesem Zusammenhang weist der Text darauf hin, dass ? unabh?ngig von der gescheiterten Zusammenarbeit mit Prof. Pfeiffer ? erste Ergebnisse einer wissenschaftlichen Analyse der Missbrauchsf?lle vorliegen: ?Einen Teil der Wahrheit haben wir mit einem bereits erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Leygraf im Dezember 2012 der ?ffentlichkeit vorgestellt?.

Der Ausdruck ?Teil der Wahrheit? bekommt eine unerwartete Doppeldeutigkeit, wenn man sich mit den Ergebnissen der genannten Untersuchung etwas genauer besch?ftigt.

Die Forschergruppe um Prof. Leygraf hatte alle psychiatrischen Gutachten analysiert, die in den Jahren 2000-2010 ?ber beschuldigte (und gr??tenteils gest?ndige) Priester angefertigt wurden. Ziel dieser Untersuchung war es, ?forensisch und klinisch relevante Aspekte? zu ermitteln, die f?r die Ursachenforschung auf der einen, die Pr?vention auf der anderen Seite hilfreich sein k?nnten.


Bei der ?ffentlichen Vorstellung der Forschungsergebnisse ?berwog der Eindruck einer gewissen Erleichterung: die Studie habe gezeigt, dass nur verh?ltnism??ig wenige der beschuldigten Priester eine P?dophilie oder Ephebophilie im Sinne einer manifesten sexuellen Pr?ferenzst?rung aufwiesen. Auch sonstige psychische St?rungen l?gen nur auf dem Niveau ?der deutschen Allgemeinbev?lkerung?.

Die Tatsache, dass die Opfer ganz ?berwiegend m?nnlichen Geschlechts waren, erkl?rt Prof. Leygraf mit der Tatsache, dass im ?berwiegenden Beziehungskontext der Taten (Gemeinde- und vor allem Jugendarbeit) zum Zeitpunkt des Missbrauchs (H?hepunkt sind die Jahre 1985-1995) nur Jungen als Ministranten zugelassen gewesen seien.

Diese Begr?ndung l?sst aufhorchen, wenn man ein Ergebnis der Studie ber?cksichtigt, dass in den Pr?sentationsfolien zwar aufgef?hrt, im Pressetext aber nicht erw?hnt wurde: 37 % der begutachteten Priester haben eine homosexuelle, weitere 9 % eine bisexuelle Orientierung. Der Anteil der Homo- oder Bisexuellen unter den missbrauchenden Priestern liegt also um den Faktor 10-20 ?ber dem Anteil in der ?deutschen Allgemeinbev?lkerung? (die entsprechenden Zahlen schwanken zwischen 1,5 und 3%)!

Diese extreme statistische Auff?lligkeit wird untermauert durch die Tatsache, dass ?ber 43% der begutachteten Priester angeben, bereits homosexuelle Erfahrungen gemacht zu haben. Diese Fakten lassen nur zwei Interpretationen zu: Entweder begehen homosexuelle Priester um den Faktor 10-20mal h?ufiger Missbrauchs-Straftaten oder unter den katholischen Priester gibt es einen um den Faktor 10-20 h?heren Anteil an Homosexuellen. Selbstverst?ndlich sind auch Mischformen dieser beiden Interpretationen denkbar ? faktisch ist eine solche Mischform sogar die plausibelste Erkl?rung.

F?r die kirchlich Verantwortlichen kann dies nur bedeuten, sich auch diesen Forschungsergebnissen zu stellen und sie bei der Aufarbeitung der Missbrauchsf?lle katholischer Priester entschlossen in den Blick zu nehmen. Das schulden sie nicht nur dem eigenen Wahrhaftigkeitsanspruch, sondern auch den bisherigen und vor allem den m?glichen zuk?nftigen Opfern.

Keinesfalls sollte sich die Bisch?fe in einer Art vorauseilendem Gehorsam der erfolgreichen Tabuisierung des Themas ?Missbrauch und Homosexualit?t? durch die entsprechenden Pressure Groups beugen. Diese richten durch die gezielte Zerst?rung des gesellschaftlichen Bewusstseins in den Bereichen Sexualit?t, Ehe und Familie bereits gen?gend Schaden an.


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