Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ZDF hasst Katholiken
  2. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  3. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  6. Es gibt keine zweite Chance mehr
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  9. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  10. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  11. Technisch brillant, geistig obdachlos
  12. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  13. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  14. Rektor Jan Frąckowiak: „Ein Priester muss ein Mann des Glaubens sein“
  15. "Ich glaube, dass ich glaube"

Russisch-vatikanische Ökumene im Zeichen von Fatima und Nikolaus

18. Mai 2017 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus betont Verbundenheit mit Russland - Patriarch Kyrill: Papst hat Christenverfolgung bewusst gemacht - Große Bedeutung der "Pilgerfahrt" von Reliquien des Heiligen Nikolaus aus Bari nach Moskau und Petersburg


Moskau-Rom (kath.net/KAP) Die Ökumene zwischen katholischer und russisch-orthodoxer Kirche ist im Marienmonat Mai gekennzeichnet durch die Bezüge zum Marienheiligtum Fatima und die Ankunft der Nikolaus-Reliquien aus Italien in Russland, verbunden mit großen Feiern in Moskau. Papst Franziskus hatte auf seiner Pilgerreise nach Fatima seine besondere Verbundenheit mit Russland bekundet. Im Gespräch mit dem TASS-Korrespondenten Aleksij Bukalow sagte er im Flugzeug, er glaube an Russland.

"Diese Pilgerfahrt habe ich mit dem Gedanken an Russland angetreten - und nicht nur deshalb, weil Ihr Land einen besonderen Platz in den Fatima-Prophezeiungen der Jungfrau Maria einnimmt. Ich messe der Entwicklung der Beziehungen zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Kirche große Bedeutung zu, und ich danke dem Moskauer Patriarchat für seine Anstrengungen in dieser Hinsicht", sagte der Papst. In diesem Zusammenhang nannte er ausdrücklich auch die "Pilgerfahrt" von Reliquien des Heiligen Nikolaus von Bari (Süditalien) nach Moskau und St. Petersburg, die am Sonntag (21. Mai) beginnt.

In den "Botschaften" von Fatima, die am 13. Mai 1917 begannen, wird auf die damals noch bevorstehende atheistische "Oktoberrevolution" in Russland und auf die Umkehr des Landes zum christlichen Glauben nach einigen Jahrzehnten Bezug genommen.

Ein Russland-Bezug ist auch mit dem Attentat auf Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 gegeben. Der polnische Papst hatte sein Überleben dem Schutz der Madonna von Fatima zugeschrieben und die Pistolenkugel des Attentäters Ali Agca in die Krone der Fatimastatue einarbeiten lassen. Agca hatte sich die Waffe in Österreich besorgt.


Motive wurden nie völlig geklärt

Obwohl Agcas Motive nie völlig klar geworden sind, deuten alle seriösen Indizien auf Moskau als Drahtzieher hin. In seinem Buch "Ein Leben mit Karol" sagte der persönliche Sekretär des Papstes, Kardinal Stanislaw Dziwisz, dass Papst Johannes Paulus glaubte, dass sowjetische Führer den Angriff wegen seines antikommunistischen Einflusses in seinem Heimatland bestellt hätten. Der Kardinal sagte, dass "alle Wege, so verschlungen sie auch sind, zum KGB führen".

Der Moskauer Patriarch Kyrill I. gab aus Anlass der Verbundenheit mit dem Papst, symbolisiert durch die Pilgerreise der Nikolaus-Reliquien von Süditalien nach Russland, der italienischen Tageszeitung "La Stampa" (Donnerstag) ein Interview. Er sagte, dass durch das Treffen zwischen ihm und Franziskus in Havanna 2016 die Christenverfolgung stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt sei. Das Thema sei vorher in den Medien kaum präsent gewesen, durch das Treffen sei die Situation der Christen im Nahen Osten und Afrika jedoch von der ganzen Welt anerkannt worden. "Unseren Brüdern und Schwestern wird das Leben genommen, nur weil sie an Christus glauben", betonte der Patriarch. Es sei unglaublich, dass solch ein "wahrhaftiger Genozid der Christen" im "zivilisierten 21. Jahrhundert" noch möglich sei.

Mit Blick auf die Beziehungen zwischen Katholiken und Orthodoxen sagte Kyrill, die Begegnung von Havanna sei trotz einiger weiter bestehender theologisch unterschiedlicher Ansichten von großer Bedeutung gewesen. Es gebe eine Perspektive zur Entwicklung der Beziehung. Laut dem Patriarch hat das Treffen mit dem Papst besonders die Bereitschaft gestärkt, gemeinsam die "Zukunft der christlichen Gemeinschaften zu verteidigen, und zur Schaffung eines stabilen und gerechten Friedens" beizutragen.

Orthodoxe Priester bei Generalaudienz

Am 10. Mai hatte Franziskus bei der Generalaudienz in außergewöhnlich herzlicher Form eine Gruppe von jungen russisch-orthodoxen Priestern begrüßt, die im Rahmen eines Austauschprogramms nach Rom gekommen waren. Das Austauschprogramm wird von der von Robert Moynihan begründeten Stiftung "Urbi et Orbi" mitfinanziert, die Brücken zwischen orthodoxer und katholischer Kirche bauen und damit zur Überwindung des "Großen Schismas" von 1054 beitragen will. "Urbi et Orbi" veranstaltet alljährlich im Juli Pilgerfahrten für Wohltäter nach Russland, in die Ukraine und nach Anatolien.

Die russische "Pilgerfahrt" von Reliquien des Heiligen Nikolaus wurde am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Moskau von kirchlichen und kommunalen Verantwortungsträgern als "Ereignis von historischer Bedeutung" bezeichnet. Der Leiter des Pressedienstes des Moskauer Patriarchats, der Priester Alexander Wolkow, erinnerte daran, dass der Heilige Nikolaus von Myra überall in Russland verehrt wird. Umso bedeutsamer sei es, dass erstmals seit 930 Jahren einiger seiner Reliquien die apulische Hauptstadt Bari verlassen, um in russischen Städten verehrt zu werden.

Eine hochrangige Delegation mit dem Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion, und dem Verantwortlichen für die russisch-orthodoxen Institutionen im Ausland, Bischof Antonij Sewrjuk, an der Spitze reist am Samstag nach Bari. Am Sonntag das Reliquiar mit Gebeinen des Heiligen Nikolaus mit einem Sonderflugzeug nach Moskau gebracht. Ab 18 Uhr Moskauer Zeit werden alle Kirchenglocken in der russischen Hauptstadt zur "Begrüßung" der Reliquien läuten. Den Abendgottesdienst in der Christus-Erlöser-Kathedrale, wo die Reliquien während ihres Moskauer Aufenthalts aufbewahrt werden, leitet Patriarch Kyrill I.

Der Erzbischof von Bari, Francesco Cacucci, hatte bei einem Gottesdienst Anfang Mai den Heiligen Nikolaus als "Zeichen der Einheit zwischen West und Ost" bezeichnet. Papst Franziskus habe die Verantwortlichen der Erzdiözese Bari ersucht, der Bitte des Moskauer Patriarchen zu entsprechen, dass ein Teil der Reliquien des Heiligen Nikolaus nach Russland gebracht werden kann.

Symbolbild: Orthodoxie


Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ökumene

  1. Kardinal Arborelius: In Schweden „weiß jeder, dass die katholische Kirche Abtreibung ablehnt“
  2. „Diese Einheit ist zutiefst begründet im gemeinsamen Glauben und in der einen Taufe“
  3. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  4. Papst veröffentlicht Schreiben zur Einheit der Christen
  5. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  6. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich
  7. „Brückenbauer für die Einheit der Christen“
  8. "Einstellung von Patriarch Kyrill irritiert und erschüttert!"
  9. Kardinal Koch: Papstreise war Gewinn für Ökumene
  10. Churer Bischof Bonnemain möchte ‚Konfessionelle Eigenarten’ zugunsten der Ökumene ‚redimensionieren’






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  4. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  5. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  6. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“
  13. Eine katholische Heldin
  14. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  15. Nahost-Doku – „Bild zeigt, was ZDF und ARTE ablehnen“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz