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Mexiko: Guadalupe-Basilika wird zur Herberge für Erdbebenopfer

21. September 2017 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Bischofskonferenz startet landesweite Sammelaktion für Katastrophenhilfe der mexikanischen Caritas - Österreicherin an Hilfsaktionen beteiligt


Mexiko-Stadt (kath.net/KAP) Nach dem verheerenden Erdbeben in Mexiko hat die katholische Kirche des Landes eine große Hilfs- und Solidaritätsaktion für die Opfer der Katastrophe gestartet. Kirchen, Seminare, Schulen und andere katholische Einrichtungen in der Bebenregion - darunter auch die Guadalupe-Basilika in Mexiko-Stadt - wurden bereits zu Herbergen sowie Notfall- und Verteilzentren umfunktioniert, Priester und Ordensleute leisten seelsorgliche und psychologische Hilfe, teilte die mexikanische Bischofskonferenz am Mittwochabend (Ortszeit) mit. "Jetzt ist der Moment, um zu helfen", so die Bischöfe in ihrem Schreiben.

Alle Gläubigen und "Menschen guten Willens" riefen die Bischöfe zum Gebet für die Opfer, zum Freiwilligeneinsatz bei den Bergungsarbeiten sowie zur Teilnahme an einer großen Sammelaktion auf, die kommendes Wochenende in allen Pfarren der knapp 100 Diözesen des Landes durchgeführt wird. Deren Erlös geht an die Erdbebenhilfe der mexikanischen Caritas, deren Nothilfe-Büro noch am Mittwoch im Generalsekretariat der Bischofskonferenz eingerichtet wurde.

In ihrer 30 Stunden nach der Katastrophe veröffentlichten Erklärung hoben die Bischöfe hervor, dass momentan die Rettung der noch unter den eingestürzten Häusern Verschütteten absoluten Vorrang habe. Sie lobten die enorme Beteiligung der Bevölkerung an diesen Arbeiten, die von einer "großen Wertschätzung des menschlichen Lebens" zeuge. Die große Solidarität in allen Hilfsmaßnahmen sei beeindruckend. "Wenn wir in den schlimmen Momenten die Möglichkeit nutzen, Gutes zu tun, wird unser Herz erneuert und vergrößert", so die Bischöfe.


Zugleich machten die Bischöfe darauf aufmerksam, dass nicht nur das Erdbeben vom Dienstag, sondern auch jenes vom 7. September sowie die in der Karibik vorbeiziehenden Hurrikans in Mexiko viele Opfer gefordert und tausende Menschen obdachlos gemacht hätten: Die Wirbelstürme haben demnach in der Hauptstadt sowie in den Bundesstaaten Morelos, Tlaxcala, Puebla, Guerrero, Oaxaca, Chiapas, Baja California Sur, und Estado de Mexico zu heftigen Regenfällen und Überflutungen geführt. Angesichts der Naturkatastrophen sei eine Haltung der Hoffnung und Nächstenliebe nötig.

Österreicherin inmitten der Helfer

Die mexikanische Caritas erklärte in einer Aussendung, man richte bei den Hilfsmaßnahmen "besonderen Blick auf die, die vergessen werden". Spezieller Fokus liegt dabei bei den stark vom Beben betroffenen ländlichen Regionen außerhalb von Mexiko-Stadt, die in den Medienberichten kaum Beachtung fänden. In den Notfallzentren werden Nahrungsmittel und Wasser, jedoch auch Werkzeug, Hygieneartikel, Planen, Matratzen und WC-Boxen ausgegeben. Zuvor hatte es einen großen Aufruf an die Bevölkerung gegeben, Lampen für die nächtliche Bergung, Handschuhe, Hacken, Schaufeln und Mundschutz zu spenden.

Auch eine Oberösterreicherin beteiligt sich an den kirchlichen Hilfsmaßnahmen: Leopoldine Ganser, Mitgründerin des Don Bosco Kinder- und Jugendzentrums im Armenviertel Chimalhuacan am Rand von Mexiko-Stadt, forderte in einem am Donnerstag vom Hilfswerk "Jugend Eine Welt" verbreiteten Video "dringend weitere Hilfskräfte". Die freiwilligen Helfer und Hunde seien seit dem Beben pausenlos im Einsatz, es gelte noch weitere Verschüttete zu bergen. Der Salesianerorden sei vor Ort intensiv mit der Akuthilfe nach dem Erdbebeben beschäftigt, so die Sozialpionierin. Gebot der Stunde sei es, "Menschen in Not praktische Hilfe sowie Trost und Hoffnung zu geben".

Hunderte Kirchen zerstört

Wie die mexikanische Bischofskonferenz klarstellte, werde es erst nach der vorrangigen Sorge um die Opfer um die Reparatur der zerstörten oder weiter vom Einsturz gefährdeten Kirchengebäude gehen. Die vom Beben verursachten Schäden in den historischen, teils aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kirchen sind enorm: Allein die Erzdiözese Puebla meldete bisher 163 beschädigte Kirchen, während es für die Zerstörungen in Mexiko-Stadt - wo auch die Kathedrale in Mitleidenschaft gezogen wurde - erst am Donnerstagmittag (Ortszeit) eine Übersicht geben wird.

Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) war es in Zentralmexiko zu einem Erdbeben mit einer Stärke von 7,1 gekommen, zwölf Tage nach einem Beben mit der Stärke 8,2, bei dem 78 Menschen starben, sowie genau 32 Jahre nach der Erdbebenkatastrophe von 1985, bei der rund 10.000 Menschen ums Leben gekommen waren. Zu erwarten ist, dass die vom mexikanischen Zivilschutz bisher bekanntgegebene Opferzahl von 248 Toten vom jüngsten Beben noch weiter ansteigen wird.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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