24 Dezember 2019, 10:30
Ein Kind ist uns geboren - der Künder des grossen Ratschlusses
 
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Weihnacht ist also zuerst das Fest jenes grossen Ratschlusses Gottes, welches der Sohn zu verkünden und zu vollziehen Mensch geworden ist, der Ratschluss unserer Erlösung aus Sünde und Schuld - Von Stefan Fleischer

Linz (kath.net)
«Ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt» So singt die Kirche im Introitus des Weihnachtsfestes. Für jene, die es nicht wissen: Der Introitus ist das Eingangslied in der ausserordentlichen Form des lateinischen Ritus. Dieser gibt sozusagen das Motto des Tages vor und erspart dem Priester eine persönliche Einführung in den zentralen Gedanken der Tagesliturgie, wie sie in der ordentlichen Form mehr oder weniger ausführlich üblich ist.

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An Weihnachten feiert also unsere Kirche die Geburt dieses Kindes, das Geschenk dieses Sohnes. Darüber wurde und wird viel gesprochen und geschrieben. Was aber oft vernachlässigt wird, besonders wenn in der ordentlichen Form der Priester dieses Geheimnis sehr persönlich kommentiert, ist der zweite Vers dieses Liedes: «auf seinen Schultern liegt die Weltherrschaft / und sein Name ist: Künder des grossen Ratschlusses.»

Weihnacht ist also zuerst das Fest jenes grossen Ratschlusses Gottes, welches der Sohn zu verkünden und zu vollziehen Mensch geworden ist, der Ratschluss unserer Erlösung aus Sünde und Schuld. «Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt, damit er die freikaufe, die unter dem Gesetz stehen, und damit wir die Sohnschaft erlangen.» (Gal 4,4-5) Gott wollte die Weltherrschaft, welche ihm als Schöpfer eigentlich zusteht, nicht mit Macht und Gewalt aufrichten. Er wählte dazu den Weg eines Geschenkes an uns, das Geschenk seines Sohnes. Und dieser wählte nicht Krone und Zepter oder gar das Schwert. Er nahm die Weltherrschaft auf sich in der Form des Kreuzes «für uns Menschen und um unseres Heiles willen.» Durch seine Auferstehung aus dem Tod bestätigte er seinen Herrschaftsanspruch, aber immer noch ohne Zwang und Gewalt. Immer noch wartet er auf unsere freie, liebende Unterwerfung unter seinen Heiligen Willen. Und nur, wer sich weigert sich ihm zu unterwerfen, verweigert sich selbst den Eingang in sein ewiges Reich des Friedens und der Gerechtigkeit.

Weihnacht ist also ein grosses Fest der Freude, aber nicht einer sentimentalen oder oberflächlichen Freude. Je besser es uns gelingt, den ganzen Ernst unserer Erlösung hinter diesem Fest wahrzunehmen und aus diesem Glauben zu leben, desto tiefer wird uns auch die Freude dieses Festes durchdringen und hinein strahlen in unseren Alltag, desto freudiger können wir immer und überall singen:

Ein Kind ist uns geboren,
ein Sohn ist uns geschenkt,
auf seinen Schultern liegt die Weltherrschaft,
und sein Name ist:
Künder des grossen Ratschlusses.

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