Das Antlitz Christi

9. Dezember 2005 in Buchtipp


Der Innsbrucker Professor P. Andreas Resch schrieb ein Buch über das Antlitz Christi. Es untersucht die Zusammenhänge zwischen dem Grabtuch von Turin und dem Schleier von Manoppello.


Innsbruck (www.kath.net)
Die Frage nach dem Antlitz Christi beschäftigt die Menschen zumindest seit der Verklärung Jesu: „Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne...“ (Mt. 17, 2). Dieser überwältigende Ausdruck der Göttlichkeit des Antlitzes Christi bewog vor allem die Theologen der frühen Kirche unter Berufung auf das Bilderverbot des Alten Testaments (Ex. 20, 4), kein Bild von Christus zu malen, da Er, laut Eusebius von Caesarea, dem Vater der Kirchengeschichte, nach der Auferstehung nicht mehr mit toten Farben gemalt werden könne.

Dennoch ging damals schon längst die Rede von einem „nicht von Menschenhand“ gemachten Bild. Diese Bezeichnung wird vor allem mit dem Grabtuch Jesu und dem Antlitz auf einem Schleier in Verbindung gebracht. Eine letzte Klärung dieser beiden Zeugnisse des Antlitzes Christi stand bis jetzt aber noch aus. Der Innsbrucker Professor P. Andreas Resch geht dieser Frage in einem neuen Buch nach.

Wir haben es hier mit zwei Abbildungen zu tun, die vollkommen deckungsgleich sind und geschichtlich am Anfang der Darstellungen des Antlitzes Christi stehen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob auch die frühesten Darstellungen Christi in den Katakombenmalereien vom Antlitz auf Grabtuch und Schleier inspiriert wurden.

Zur Erbringung dieser Nachweise wird in dieser Arbeit nach einem stichwortartigen Überblick über die Geschichte des Grabtuches und des Schleiers von Manoppello, der Veronika, zunächst die Deckungsgleichheit des Antlitzes auf dem Grabtuch und Veronika bildhaft ausgewiesen. Anhand der dabei erstellten Deckungsskizze mit 20 Orientierungs- bzw. Kongruenzpunkten werden in der Folge Darstellungen in den Katakomben und in der Ikonographie auf ihre Deckungsgleichheit mit dem Antlitz auf dem Grabtuch und mit der Veronika überprüft.

Die gewonnenen Daten führen zur Erkenntnis, dass nur die Veronika das Urmodell der frühen Christusdarstellungen sein kann. Das Antlitz auf dem Grabtuch erlaubt aufgrund der unscharfen Konturen keine so genauen Maßeinheiten. Erst durch die Abstimmung der Proportionen des Antlitzes auf dem Grabtuch mit der Veronika lassen sich auch am Grabtuch die Konturen des Antlitzes aufzeigen.

Dies erfordert ein genaues Übereinanderlegen der beiden Antlitze, was am Computer mit der Ebenetechnik sehr leicht möglich ist. Grundvoraussetzung für einen derartigen Vergleich ist jedoch eine einwandfreie Bildvorlage der beiden Antlitze und die absolute Beachtung der Proportionen. Jegliche Form von Anpassung ist auszuschließen.

Nur unter diesen Voraussetzungen konnte die hier unternommene Beweisführung angegangen werden, nämlich dass wir es beim Antlitz des Grabtuches und der Veronika mit zwei Abbildungen zu tun haben, die von ein und demselben Antlitz stammen, und dass dieses Antlitz aufgrund des Körperbildes auf dem Grabtuch nur jenes von Christus sein kann.

Andreas Resch
Das Antlitz Christi
Innsbruck - Resch, 2005
VIII, 106 Seiten
15,30 EURO

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