
22. April 2006 in Aktuelles
Wulff: "Der Tatbestand der Missachtung religiöser Gefühle ist längst erfüllt, und da es sich um ein Unterhaltungsprogramm handeln soll, kann sich MTV auch nicht auf Presse- oder Informationsfreiheit berufen."
Berlin (www.kath.net)
Der Bundesvorsitzende der Senioren-Union der CDU Deutschlands, Otto Wulff, hat die zuständigen Medienanstalten der deutschen Bundesländer aufgefordert, dem - so Wulff - angeblichen Jugendsender MTV für den Fall, dass er, wie angekündigt, ab dem 03. Mai die Papst und Christentum verhöhnende Zeichentrick-Serie Popetown ausstrahlen werde, die Sendelizenz zu entziehen. Wulff: Nach allem, was dieser Sender mittlerweile selbst in Werbeankündigungen über den Inhalt verbreitet hat, bedarf es deshalb keiner weiteren aufwändigen juristischen Prüfung mehr. Der Tatbestand der Missachtung religiöser Gefühle ist längst erfüllt, und da es sich um ein Unterhaltungsprogramm handeln soll, kann sich MTV auch nicht auf Presse- oder Informationsfreiheit berufen.
Zu weiteren öffentlichen Protest- oder Unterschriftenaktionen will die CDU-Senioren-Organisationen hingegen ausdrücklich nicht aufrufen. Wulff: Wir werden diesen besonderen Geschäftemachern, die ja genau auf eine öffentliche Empörungswelle spekulieren, um den seit Jahren unter Einschaltquoten-Verlusten leidenden Sender wieder interessant zu machen, einen solchen Gefallen nicht tun. Die einzige richtige Antwort könnten die Landesmedienanstalten geben. Eine Bereinigung der Fernsehlandschaft von Medien, deren Haupteinnahmequelle das Abzocken Minderjähriger durch überteuerte Handy-Klingeltöne sei, gehöre ohnehin längst auf die Tagesordnung der Medienwächter und der Landesverbraucherschutz-Ministerien. Wulff: Wenn heute schon Teenager in der Schuldenfalle stecken, dann geht das auf das Konto solcher Sender, die sich nun plötzlich als Apostel der Meinungsfreiheit aufspielen wollen.
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