Für Jesuitenpater ist Judas ein 'größerer Trost'

8. Juni 2006 in Aktuelles


Der bekannte Jesuitenpater Georg Sporschill möchte Judas uminterpretieren und meint, dass Judas kein Verräter gewesen sei sondern Jesus missverstanden habe.


Wien (www.kath.net)
Judas sei kein Verräter gewesen, sondern er habe Jesus missverstanden. Jesus sollte sich nach Judas' Ansinnen dem Obersten Gericht in Jerusalem stellen, das für die letzteren Lehrentscheidungen zuständig war, und die Richter von seiner Lehre überzeugen. Diese Ansicht vertraten vor wenigen Tagen der bekannte Jesuitenpater Georg Sporschil und der protestantische Professor für Neues Testament, Wolfgang Feneberg, in der "Süddeutschen Zeitung", wie die OÖ-Rundschau berichtet.

Wörtlich meinte Sporschill weiters: "Er sagt mir, dass nicht alle notwendigen und wichtigen Rollen in der Gesellschaft dankbare Rollen sind. Auch in der Politik brauchen wir heute dringend Leute, die aus Überzeugung bereit sind, zu tun, was getan werden muss, auch wenn es nicht populär ist. So eine Rolle hat Judas übernommen und ist daran zerbrochen. Für die Sozialarbeit heißt das, alle jene, die nur dankbare Rollen wollen, lösen unsere politischen und sozialen Aufgaben nicht. Wer in keinen Konflikt gerät, hat nichts zu sagen und trägt nichts zur notwendigen Verbesserung oder Lösung unserer gesellschaftlichen Probleme bei. Ein Sozialarbeiter, der nie in einen Konflikt gerät, der hat sich nirgends eingemischt. Judas hat das gewagt. Da ist er mir ein größerer Trost als alle, die heilig und liebenswürdig im Sonnenschein herumstehen."

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