
12. Dezember 2006 in Weltkirche
Zum 475. Jahrestag der Jungfrau von Guadalupe (Mexiko) - An die 20 Millionen Pilger kommen jährlich zu diesem größten Heiligtum der katholischen Kirche - Von P. Leo Maasburg
Wien (kath.net/Zenit.org)
Am 12. Dezember sind es genau 475 Jahre, in denen das Bild der Gottesmutter von Guadalupe in Mexiko seine Gnaden über den amerikanischen Kontinente und die ganze Welt ausstrahlt.
Die Botschaft ist kulturell, theologisch und in ihrer Pädagogik unbeschreiblich reich, aber der Kern ist sehr einfach: Bin ich nicht hier bei dir? Bin ich nicht deine Mutter? Nichts soll dir Sorgen machen
An die 20 Millionen Pilger kommen jährlich zu diesem größten Heiligtum der katholischen Kirche mit Sicherheit nicht, weil sie durch die vielen Geheimnisse angezogen werden, die das Bild auf dem Poncho des heiligen Juan Diego birgt oder wegen der wissenschaftlichen Fragen, die es aufwirft: Wie ist es möglich, dass wir das Bild farbig sehen, wo doch keinerlei Farbstoff am Bild nachgewiesen werden kann? Wie konnte das ungeschützt ausgestellte Bild ohne Schaden bleiben, als eine Bombe in Zentimeternähe explodierte?, oder: Wie kann ein Poncho aus Pflanzenfasern 475 Jahre lang ohne jede Zerfallserscheinung überdauern?
Diese und ähnliche Fragen sind nicht der Grund der Pilgerströme. Der Grund, dass Tausende von Menschen aller Klassen und Rassen mit ihren kleinen und großen Sorgen kommen, ist der, dass eine ganz andere Hoffnung sie gleichsam zu dem Bild hinzieht: Tausende von Pilgern bezeugen, dass sie vor diesem Bild stehend, die Gegenwart einer tröstenden und bergenden mütterlichen Präsenz verspürten, die sie zu Tränen rührte. Es scheint, dass es genau diese mütterliche Präsenz ist, die die Menschen aller Jahrhunderte angezogen und ihnen eine Hoffnung gegeben hat, die uns weder Technik noch Wissenschaft, weder Wirtschaft noch Forschung, ja die Menschheitsgeschichte schlechthin nicht bieten können.
Das Bild der Gottesmutter von Guadalupe ist in seinem Kern die Botschaft einer autorisierten Überbringerin (als solche bezeichnet sich die Mutter Gottes auch dem heiligen Juan Diego gegenüber), die uns ein liebendes Mutterherz und die dahinter stehende Barmherzigkeit des Vaters offenbart, wenn Sie als Seine Botin in geradezu schüchternen Worten sagt: Bin ich nicht hier bei dir? Bin ich nicht deine Mutter?
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