Paul Zulehner übt Kritik am Kirchenbeitrag

10. Jänner 2007 in Österreich


Wiener Pastoraltheologe: "Geld als äußeres Zeichen der Kirchengemeinschaft ist nicht ideal" - Immer mehr Menschen, die zwar formell nicht mehr in der Kirche seien, sich ihr aber weiter verbunden fühlten und sich an der Gemeinschaft beteiligen würden


Wien (www.kath.net)
Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner hat im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der neuesten Kirchenaustritts-Zahlen Kritik am Kirchenbeitragssystem geübt. Wörtlich sagte Zulehner gegenüber der Zeitung „Die Presse“: "Der Kirchenbeitrag allein ist zwar nicht der Hauptgrund für einen Austritt, aber Geld als äußeres Zeichen der Kirchengemeinschaft ist nicht ideal". Denn in Wahrheit sei es so, dass es immer mehr Menschen gebe, die zwar formell nicht mehr in der Kirche seien, sich ihr aber weiter verbunden fühlten und sich an der Gemeinschaft beteiligen würden. Zulehner meint wörtlich: "Diese Gruppe hat Potenzial, hier braucht es mehr Flexibilität." Für Zulehner sind eine gewisse Anzahl von Austritten allerdings unvermeidbar: "Das ist ein Ausdruck unserer Freiheitsgesellschaft, dass man nicht dort bleibt, wo man hineingeboren wurde. Das gilt für die Kirche genauso wie für politische Parteien".

Der Kirchenbeitrag ist in den letzten Monaten in Österreich immer wieder kritisiert worden. Der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng hat für eine kulantere Vorgangsweise beim Eintreiben von Kirchenbeitrags-Rückständen plädiert. In der Diözese Linz läuft seit einigen Wochen die Aktion „Kirchentreu“,mit der gläubige Katholiken gegen die missbräuchliche Verwendung von Kirchenbeitragsgelder protestieren.

Der Vatikan hat im Jahr 2005 in einem offiziellen Schreibenfestgestellt, dass nicht jeder Kirchenaustritt ein Glaubensabfall ist.

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