Kirchensteuer abschaffen

8. Juni 2007 in Aktuelles


Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner bei Evangelischen Kirchentag: In Ländern ohne Kirchensteuer seien die Kirchen "hochlebendig" – Dalai Lama ist ein "christlicher Guru".


Köln (www.kath.net/idea)
Jeder Christ sollte, in der Zeit, in der er auf einem Bein stehen kann, einem Nichtchristen den Auftrag der christlichen Gemeinde erklären können. Diese Ansicht vertrat der katholische Theologieprofessor Paul Zulehner (Wien) am 7. Juni auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln. Die Kirchen brauchten aktive Zeugen und keine passiven Mitglieder.

Zulehner meinte wörtlich: „Fragen Sie sich: Wie kann ich eine 17jährigen Atheistin aus Ostdeutschland für das Evangelium gewinnen, so dass sie bereit ist, für ihren Glauben den Kopf hinzuhalten?“ Derzeit steckten katholische und evangelische Kirchen in einer „unmissionarischen Depression“.

Kirchensteuer abschaffen

Der Wiener Pastoraltheologe regte weiters an, auch ehrenamtliche Mitarbeiter zu ordinieren. Hilfreich könne es zudem sein, die Kirchensteuer zugunsten freiwilliger Finanzierungsformen abzuschaffen. In Ländern ohne Kirchensteuer seien die Kirchen „hochlebendig“. In der Vergangenheit seien die Kirchen gestützt worden durch die abendländische Kultur, durch Priester bzw. Pastoren und durch hohe Einnahmen.

Diese Stützen würden nun schwächer. So fehle es der katholischen Kirche an Priestern; beiden Kirchen mangle es an Geld und an jungen Christen. Die Kirchen müssten daher den missionarischen Auftrag wieder entdecken.

Leidfreies Glück erleben

Das vorherrschende Lebenskonzept der Menschen sei es heute, in bald 90 Jahren Lebenszeit möglichst leidfreies Glück zu erleben. Sie hätten keine Hoffnung aufs Jenseits sondern vertrösteten sich mit dem Diesseits. Das überfordere viele Menschen. Sie befänden sich auf einer spirituellen Suche. Den Kirchen gelinge es kaum, eine zeitgemäße Antwort auf diese Sehnsucht zu finden.

Dalai Lama als „christlicher Guru“

Die Kirchen brauchten Christen, die den Mut hätten, Schüler zu sein, um später für andere geistliche Lehrer zu werden. Als Beispiele für solche „christlichen Gurus“ nannte Zulehner unter anderem die katholische Ordensschwester Mutter Teresa (1910-1997, den Priester und Erfolgsautor Anselm Grün sowie das Oberhaupt des tibetischen Buddhismus, den Dalai Lama.

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Foto: (c) UNI Wien


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