US-Anglikaner setzen Homo-Kurs fort

1. September 2007 in Aktuelles


Lesbe als Bewerberin für Bischofswahl nominiert.


Chicago (www.kath.net/idea)
Die anglikanische Episkopalkirche in den USA setzt ihren pro-homosexuellen Kurs ungeachtet innerkirchlicher Spannungen fort. Nachdem die Weihe des schwulen Bischofs der Diözese von New Hampshire (USA), Gene Robinson (Concord), im Jahr 2003 die Weltgemeinschaft an den Rand der Spaltung gebracht hat, will jetzt eine Lesbe Bischöfin werden.

Pfarrerin Tracey Lind (Cleveland/Bundesstaat Ohio) die mit ihrer Partnerin Emily Ingalls zusammenlebt, gehört zu fünf nominierten Bewerberinnen und Bewerbern um die Nachfolge von Bischof William Persell (Chicago/Illinois), der in den Ruhestand tritt. Außer Lind stehen am 11. November Jane Gould (Lynn/Massachusetts), Margaret Rose (New York/New York), Jeffrey Lee (Medina/Washington) und Timothy Safford (Philadelphia/Pennsylvania) zur Wahl.

Vorher, am 30. September, wollen die anglikanischen US-Bischöfe entscheiden, ob sie sich einer Forderung der Weltgemeinschaft beugen, keine weiteren praktizierenden Homosexuellen zu Bischöfen zu weihen.

Robinson lässt Lebensgemeinschaft eintragen

Robinson hat unterdessen angekündigt, dass er am fünften Jahrestag seiner Bischofswahl, dem 7. Juni 2008, die seit 1989 bestehende Lebensgemeinschaft mit seinem Partner Mark Andrew auf dem Standesamt eintragen lassen will. Seine Bischofsweihe hat die rund 70 Millionen Mitglieder zählende anglikanische Weltgemeinschaft entzweit.

Die wachsenden Kirchen im Süden lehnen aus theologischen Gründen die Segnung und Weihe von Homosexuellen ab. 1998 hatte die letzte Weltbischofskonferenz erklärt, praktizierte Homosexualität stehe im Widerspruch zur Bibel und zur Kirchenlehre.

Homosexuelle „schlimmer als Tiere“?

Robinson hat jetzt dem Wortführer der theologisch Konservativen, dem nigerianischen Erzbischof Peter Akinola (Abuja), vorgeworfen, er bediene sich einer „Sprache der Sklaverei“. Robinson bezog sich auf eine Äußerung Akinolas, Homosexuelle seien „schlimmer als Tiere“. Früher hätten manche Amerikaner afrikanischen Sklaven das Menschsein abgesprochen. „Aber wir haben dafür Buße getan“, sagte Robinson.

Er selbst werde alles tun, um die Gemeinschaft der Anglikaner zu bewahren; nur von seinem Amt werde er nicht zurücktreten. Die US-Episkopalkirche ist von schweren Auseinandersetzungen um die Homosexualität gezeichnet. Mehrere konservative Gemeinden haben sich unter die Obhut afrikanischer Kirchen begeben. Die US-Kirche hat im vorigen Jahr knapp 1,6 Prozent ihrer Mitglieder verloren; die Gesamtzahl sank unter 2,3 Millionen.


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