,Nur die absolute Norm der Unantastbarkeit des Lebens schützt uns’

13. November 2007 in Schweiz


Der Schweizer Abt Marian Eleganti über die Beihilfe zum Suizid: Das Verhängnis beginnt "bei der Akzeptanz des organisierten Selbstmords im allgemeinen Denken der Leute".


Uznach (www.kath.net) „Nur die absolute Norm der Unantastbarkeit des Lebens schützt den einzelnen gegenüber dritten, aber auch vor sich selbst.“ Das erklärte der Schweizer Abt Marian Eleganti von der Abtei St. Otmarsberg im Interview mit den „Obersee Nachrichten“.

Er nahm Stellung zur derzeitigen Debatte um die Beihilfe zum Suizid. „Das Verhängnis beginnt nicht erst bei der Illusion, den massenhaften Selbstmord objektiv regeln zu können, sondern bei der Akzeptanz des organisierten Selbstmords im allgemeinen Denken der Leute. Auch eine höchstrichterliche Instanz und ein Volk, das Gesetze erlässt, sind fehlbar.“

In diesem Kontext sei er derzeit „nicht stolz, ein Schweizer zu sein“, beklagte Abt Eleganti. „Nicht der Staat, sondern die Bürger sind ethisch gefordert. Sie müssen alles tun, um zu verhindern, dass Menschen sich aufgrund einer Krankheit das Leben nehmen, womöglich noch aus dem Grund, uns, den Überlebenden, alles Weitere zu ersparen oder von uns eh schon aufgegeben worden zu sein.“

Hinter dem Wunsch zu sterben stehe häufig „die Angst, nur noch zur Last zu fallen und unzumutbare Kosten zu verursachen“, sagte er. „Unsere liberale Praxis führt verhängnisvollerweise dazu, dass sich der Kranke nun fragen muss, ob und wie lange er sich seinem Umfeld und der Gesellschaft zumuten darf.“

Umstrittene Organisationen wie „Exit“ oder „Dignitas“ sollten von unseren Gesundheits- und Pflegeinstitutionen fern gehalten werden, fordert der Abt. „Palliativpflege ist der richtige Weg. Ihre Vertreter müssen sich gegenüber der Euthanasiebewegung klar abgrenzen.“


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