Gott wird Kind: Gnade, Trost, Hoffnung

21. Dezember 2007 in Spirituelles


Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer im Adventbrief: Gott nimmt durch seine Menschwerdung Anteil am Leben der Menschen


Innsbruck (pdi/bst)
"Ganz arm, gefährdet, kindlich, wehrlos und verwiesen – so kommt uns Gott im Kind entgegen. So möchte er uns zeigen, wie er Anteil nimmt an unserem Leben." Das betont Bischof Manfred Scheuer in der Weihnachtsausgabe der diözesanen Kirchenzeitung "Tiroler Sonntag". Entgegen manchen Vorstellungen, dass die Welt oder das Leben produzierbar sei, zeige die Geburt eines Kindes, "dass es im guten Sinn Gnade gibt, dass wir uns - und wesentliche Bereiche unseres Lebens - anderen verdanken, ja, dass wir unser eigenes Leben Gott verdanken".

Gefühle unterschiedlichster Art

Laut Scheuer ist Weihnachten entscheidend mit Erfahrungen des Angenommen-Seins, des Vertrauens, der Verlässlichkeit und Sicherheit verbunden. Aber auch das Alleinsein und die "Herbergslosigkeit", die Brüchigkeit der Beziehungen, Zurechtweisung und Enttäuschung würden besonders schmerzlich bewusst.

Dazu Scheuer: Ein Kind sei "ein Wesen, das mit einer Träne in die Welt eintritt, dessen erster Laut das Schreien ist, das nach Hilfe ruft, dessen erste Gebärde die ausgestreckten Hände sind, die Geborgenheit suchen". In Jesu Geburt, Leben und Sterben werde deutlich, dass "in alles menschliche Leiden ein Mitleidender, Mittragender hinein getreten ist". Von da aus sei der "Trost des mitleidenden Gottes" anwesend und der "Stern der Hoffnung aufgegangen", unterstreicht Bischof Scheuer und nimmt dabei Bezug die neue Enzyklika Papst Benedikts XVI.

Und in Anlehnung an den mittelalterlichen Theologen und Philosophen Duns Scotus meint Scheuer: "Gott zwingt nicht, sondern er zieht. Er lockt mit dem unwiderstehlichen Charme eines Kindes, mit ihm Liebende zu werden. Gott will Mitliebende."


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