Lebensrechtler für literarisches Engagement geehrt

29. Oktober 2008 in Chronik


Manfred M. Müller und Maria Overdick-Gulden erhalten "Preis des Lebens", weitere Preise für Günter Ullmann, Irmgard Schmidt-Sommer und Lydia Baldauf


Heidelberg (kath.net/idea) Für ihr außergewöhnliches literarisches Engagement für das Lebensrecht ungeborener Kinder haben zwei Autoren den „Preis des Lebens“ erhalten. Der katholische Theologe und Literaturwissenschaftler Manfred M. Müller (Wien) und die Ärztin Maria Overdick-Gulden (Trier) bekamen die internationale Auszeichnung für herausragende Denkanstöße in den Jahren 2007 und 2006.

Der mit jährlich 500 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre überreicht. In diesem Jahr fand die Verleihung am 26. Oktober im Heidelberger Schloss statt. Zum überkonfessionellen Kuratorium gehören Persönlichkeiten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich besonders für das Lebensrecht Ungeborener einsetzen, darunter der Vorsitzende der katholischen Schweizer Bischofskonferenz, Bischof Kurt Koch (Basel), die Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Christa Meves (Uelzen) und der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb (Stuttgart).

Der 51-jährige Müller erhielt den Preis für die Broschüre „Fünf Schritte. Die Heilung der Abtreibungswunden“, die im vergangenen Jahr im Immaculata Verlag (Wien) erschien. Die Publikation will Frauen und Männern helfen, die unter der Abtreibung ihres Kindes leiden. Der in Österreich lebende Deutsche ist auch Chefredakteur der Zeitschrift „Medizin und Ideologie“, die von der Europäischen Ärzteaktion herausgegeben wird.

Ein zweiter Preis im Wert von 250 Euro wurde dem in der DDR verfolgten Maler und Schriftsteller Günter Ullmann (Greiz/Thüringen) für seine Gedichte „Abtreibung“ und „Werdende Mutter“ zuerkannt. Ein dritter Preis in Höhe von 125 Euro ging an die Kirchenmusikerin Lydia Baldauf (Oberlungwitz bei Chemnitz), die das Gedicht „Du Mami“ verfasst hat.

„Kultur des Todes“ überwinden

Die Preisträgerin des Jahres 2006, Maria Overdick-Gulden, wurde für den Aufsatz „Von der Würde zu den Würden“ in der Zeitschrift „Lebensforum“ der Lebensschutzorganisation „Aktion Lebensrecht für Alle“ (ALfA) ausgezeichnet, bei der die Medizinerin ständige Mitarbeiterin ist.

Der Laudator, Prof. Ingolf Schmid-Tannwald (München), bezeichnete den Aufsatz als „Pflichtlektüre für jeden, der für den Schutz menschlichen Lebens eintritt“. Er zeige „mit spitzer und eleganter Feder“ die „schwachen Argumente“ jener auf, die die Unantastbarkeit der Menschenwürde als ethisches Grundprinzip bestreiten.

Den zweiten Preis erhielt Irmgard Schmidt-Sommer (Stuttgart) für ihre Erzählung „Die stumme Stimme“, in der sie dem ungeborenen Kind einfühlsam ihre Stimme leiht.

Nach Angaben des Geschäftsführers Karl Simpfendörfer (Leimen bei Heidelberg) will der 1999 gestiftete „Preis des Lebens“ dazu beitragen, die weithin herrschende „Kultur des Todes“ zu überwinden.


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