
24. Juni 2009 in Chronik
Reaktion auf schwulen Bischof und Segnung homosexueller Paare
Bedford (kath.net/idea) Theologisch konservative Anglikaner in den USA und Kanada haben ihre Kirchenprovinzen verlassen und eine eigene Kirche gegründet. Bei einer Versammlung in Bedford (US-Bundesstaat Texas) beschlossen die Vertreter der neuen Anglikanischen Kirche in Nordamerika eine Kirchenverfassung und die Einsetzung eines Erzbischofs. Dieses Amt übernimmt der Bischof von Pittsburgh, Robert Duncan. Zu seiner Amtseinführung am 24. Juni werden Bischöfe aus Südamerika, Afrika und Asien erwartet. Die neue Kirche zählt rund 700 Gemeinden mit etwa 100.000 Mitgliedern.
Offizielle anglikanische Kirchenprovinz in den USA ist die Episkopalkirche, die 110 Diözesen mit 2,1 Millionen Mitgliedern umfasst. Das Zerwürfnis begann, als die Episkopalkirche im Jahr 2003 den in einer schwulen Partnerschaft lebenden Geistlichen Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire weihte. Eine kanadische Diözese genehmigte zudem die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Dies wird von den Konservativen als Verstoß gegen die Bibel und gegen Kirchenbeschlüsse angesehen. 1998 stellte die anglikanische Weltbischofskonferenz fest, dass praktizierte Homosexualität mit der Bibel und der Kirchenlehre unvereinbar sei.
Weiterhin Teil der anglikanischen Weltkirchengemeinschaft
Als die Proteste erfolglos blieben, setzten rund 1.000 konservative Geistliche hauptsächlich aus der Dritten Welt im Juni 2008 in Jerusalem einen Bischofsrat als Gegenstück zur Weltbischofskonferenz ein. Mehrere nordamerikanische Diözesen stellten sich unter die Aufsicht theologisch konservativer Bischöfe aus Afrika und Lateinamerika. Zugleich begannen sie mit den Vorbereitungen für eine eigene Kirche, die jetzt abgeschlossen sind.
Die Anglikanische Kirche in Nordamerika möchte Teil der anglikanischen Weltkirchengemeinschaft bleiben, zu der rund 77 Millionen Christen in 38 selbständigen Kirchenprovinzen gehören. Um als Kirchenprovinz anerkannt zu werden, ist die Zustimmung von zwei Dritteln der geistlichen Leiter aller Kirchenprovinzen nötig. Geistliches Oberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft ist der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams.
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