
30. Juni 2009 in Chronik
England: Konservative planen eigenen Zusammenschluss
London (kath.net/idea) Die Spaltung der Anglikanischen Kirche geht weiter. Nach der Gründung einer Anglikanischen Kirche in Nordamerika als Gegenstück zur offiziellen US-Episkopalkirche bereiten auch englische Anglikaner einen eigenen Zusammenschluss vor. Fünf Bischöfe der Kirche von England kündigten an, am 6. Juli die Konservative Anglikanische Gemeinschaft ins Leben zu rufen.
Sie wollen in der Kirche für die Gültigkeit der Heiligen Schrift und den weltweit gültigen Missionsbefehl eintreten, wie ein Sprecher, Pfarrer Paul Perkin, laut einer Meldung der christlichen Zeitung Christian today (London) erklärte. Er kritisierte, dass einige Amtsbrüder trotz ihrer Kirchenmitgliedschaft sich nicht für christliche Werte engagierten und dass andere, die fest auf dem Boden der Bibel stünden, die Kirche verließen. Wir halten an der christlichen Wahrheit fest und bleiben in der Kirche, so Perkin.
Die Kirche von England umfasst zwei der 38 selbständigen Kirchenprovinzen innerhalb der Anglikanischen Weltkirchengemeinschaft. Sie hat rund 25 Millionen Mitglieder in 43 Diözesen, die jeweils von einem Bischof geleitet werden. Die Anglikanische Kirche in Nordamerika startete am 24. Juni in Bedford (US-Bundesstaat Texas). Dabei wurde der Bischof von Pittsburgh, Robert Duncan, als Erzbischof eingesetzt. Sie vertritt rund 700 Gemeinden mit etwa 100.000 Mitgliedern.
Anlass für diesen Schritt war die Bischofsweihe eines schwulen Geistlichen. Ihrer Ansicht nach verstößt praktizierte Homosexualität gegen die Bibel und gegen Kirchenbeschlüsse. Ebenfalls aus Protest gegen die zunehmende Akzeptanz von Homosexualität setzten rund 1.000 konservative Geistliche hauptsächlich aus der Dritten Welt im Juni 2008 in Jerusalem einen Bischofsrat als Gegenstück zur Weltbischofskonferenz ein. Die Anglikanische Weltkirchengemeinschaft umfasst rund 77 Millionen Christen. Geistliches Oberhaupt ist der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams.
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