'Die Liturgie hat sich in der Geschichte immer wieder verändert'

27. Juli 2009 in Deutschland


Regensburger Bischof Müller über die Piusbruderschaft: Es ist die Aufgabe des Heiligen Vaters, diese Gruppe zu integrieren, aber nicht zu deren Bedingungen


Regensburg (kath.net/pdr)
Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hat am vergangenen Freitag bei der Sitzung des Diözesanpastoralrats zur aktuellen Problematik rund um die Priesterbruderschaft St. Pius X. Stellung genommen. Es sei die Aufgabe des Heiligen Vaters, diese Gruppe zu integrieren, aber nicht zu deren Bedingungen, erklärte der Bischof. Zentrale Vorwürfe der Piusbruderschaft, wonach z. B. die katholische Kirche nicht richtig Liturgie feiere, könnten leicht dadurch entkräftet werden, dass bei der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils nicht eine andere Substanz geschaffen worden sei, sondern nur die äußere Gestalt verändert worden sei, damit alle Gläubigen diese mitvollziehen könnten.

Bereits Papst Pius X. habe eine Liturgiereform angestoßen und die Gläubigen aufgefordert, nicht in der Messe zu beten, sondern die Messe mitzufeiern und mitzubeten. „Die Liturgie hat sich in der Geschichte immer wieder verändert“, betonte der Bischof. Bei der Reform im II. Vaticanum seien deshalb manche Doppelungen zurückgenommen worden. Die Liturgie sei aber nicht als Unterhaltung anzusehen, sondern soll die Schönheit Gottes aufscheinen lassen. Bei der anschließenden Aussprache betonten die Mitglieder des Diözesanpastoralrats, dass in den Medien eine gewisse Sensationsgier vorherrsche, die die reale Bedeutung der Piusbruderschaft übertrieben darstelle.

Dekan Johann Amann stellte anschließend die Gemeindemission der Schwandorfer Pfarreien vor, die vom 21. März bis zum 3. April 2009 stattgefunden hat. Er betonte, dass die Gemeindemission, die von Redemptoristenpatres begleitet wurde, die ganze Atmosphäre der Stadt geprägt habe und die Aktion in der ganzen Stadt präsent gewesen sei. Die Pfarreien hätten sich gemeinsam als Kirche präsentiert und die Gläubigen, Ehrenamtlichen und Seelsorger seien enger zusammengerückt. Es habe auch ein interreligiöses Treffen in der Moschee stattgefunden, das das Miteinander der Religionen in der Stadt sehr gefördert habe.

Christian Haider, Koordinator der Stadtmission Regensburg, berichtete von dieser, die vom 15. bis 24. April 2009 in den Pfarreien des Dekanats Regensburg stattgefunden hat. Ziel sei es gewesen, den Glauben nach außen zu tragen, um Fernstehende zu erreichen, aber auch den Glauben zu erneuern und eine missionarische Gemeinde aufzubauen. Dabei habe man unterschiedliche Wege beschritten, wobei der Schwerpunkt auf dem Dialog und der persönlichen Begegnung gelegen habe. Die Mission sei neben den Ehrenamtlichen aus den Pfarrgemeinden auch von 200 Missionaren der Gemeinschaft Emmanuel begleitet worden. Susanne Gerlach, Sprecherin des Pfarrgemeinderats St. Bonifaz und ehrenamtliche Mitarbeiterin der Stadtmission, betonte, dass es nicht einfach gewesen sei, auf die Menschen zuzugehen und diese anzusprechen. Auch sei es nicht einfach gewesen, von einer Pfarrei in eine andere zu gehen. Christian Haider wies darauf hin, dass sehr viele bei den Abenden der Barmherzigkeit ihren Glauben vertieft hätten. Erreicht habe man auch eine Vertiefung der Zusammenarbeit über die Pfarrgrenzen hinweg. Fernstehende habe man v.a. durch „niedrigschwellige Angebote“ wie z.B. die Valentinsmission oder durch die Auswahl der Örtlichkeiten ansprechen können.
Der Geschäftsführer der Diözesanen Räte, Manfred Fürnrohr, stellte die geplanten Änderungen des Statuts für die Pfarrgemeinderäte vor. Bei der anschließenden lebhaften Diskussion ging es vor allem um die Frage, wie die Einführung in den Pfarrgemeinderat sinnvoll stattfindet und wie das Zusammenwachsen der Pfarreiengemeinschaften gefördert werden kann.


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