
5. August 2009 in Chronik
Zwei Lesben und ein Schwuler unter Kandidaten für Bischofswahlen
Los Angeles (kath.net/idea) Ungeachtet einer drohenden Spaltung der anglikanischen Weltgemeinschaft setzt die US-Episkopalkirche ihren Weg zur Weihe von Homosexuellen zu Bischöfen fort. Am 14. Juli hatte die Generalversammlung der 2,1 Millionen Mitglieder zählenden Kirche dafür grünes Licht gegeben. Anfang August benannte die Diözese Los Angeles (Kalifornien) sechs Kandidaten für die Wahl von zwei Weihbischöfen, darunter die lesbische Pfarrerin Mary D. Glasspool (55) aus Baltimore (Bundsstaat Maryland) und den schwulen Geistlichen John L. Kirkley (42) aus San Jose (Kalifornien). Die Diözese von Minnesota nominierte drei Kandidaten für die Bischofswahl, darunter Pfarrerin Bonnie Perry aus Chicago, die mit der Pfarrerin Susan Harlow eine lesbische Lebensgemeinschaft bildet. Vor sechs Jahren hatte die Episkopalkirche den schwulen Pfarrer V. Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire geweiht und damit ein tiefes Zerwürfnis in der anglikanischen Weltgemeinschaft ausgelöst. Sie besteht aus 38 selbständigen Kirchenprovinzen mit rund 70 Millionen Mitgliedern.
Kirchengemeinschaft auf zwei Ebenen?
Vor allem die wachsenden theologisch konservativen Kirchen in der Dritten Welt betrachten die Ordination und Bischofsweihe von praktizierenden Homosexuellen als unvereinbar mit der Bibel und der Kirchenlehre. 230 theologisch konservative Bischöfe boykottierten deshalb im vorigen Jahr die Weltbischofskonferenz.
Im Juni wurde die Anglikanische Kirche in Nordamerika als konservatives Gegenstück zur US-Episkopalkirche gegründet. Sie vertritt rund 700 Gemeinden mit etwa 100.000 Mitgliedern. Um eine Spaltung der Weltgemeinschaft zu vermeiden, hat das geistliche Oberhaupt, Erzbischof Rowan Williams (London), eine Gemeinschaft auf zwei Ebenen vorgeschlagen: Man würde im Blick auf den Umgang mit Homosexualität getrennte Wege gehen, aber die geistliche Einheit unter einem Kirchendach wahren.
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