Zweites Treffen mit Piusbruderschaft im Vatikan abgeschlossen

20. Jänner 2010 in Chronik


Über die Inhalte des Treffens wurde nichts bekannt.


Vatikan (kath.net/KNA) Im Vatikan hat die zweite Gesprächsrunde mit der traditionalistischen Piusbruderschaft zur Klärung strittiger Lehrfragen getagt. Das Treffen fand ohne öffentliche Ankündigung am Montag statt, wie die für Traditionalisten zuständige Päpstliche Kommission Ecclesia Dei am Mittwoch auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Zu den Inhalten des Treffens wollte Kommissionsseketär Guido Pozzo keinerlei Angaben machen. Die nächste turnusmäßige Verhandlung sei für Ende März geplant.

In den Ende Oktober begonnenen Gesprächen wolle man nach und nach zentrale Themen des Lehramts von Paul VI. (1963-78) und des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) behandeln, sagte Pozzo. Unter anderem gehe es dabei um Religionsfreiheit, das Verhältnis zu anderen Religionen, die Ökumene und das Verständnis von Tradition. Auf dem Plan stünden zunächst doktrinäre Fragen. Erst zu einem späteren Zeitpunkt werde man sich auch über kirchenrechtliche Aspekte einer möglichen Eingliederung der von Rom getrennten Traditionalisten unterhalten. Bei dem Vorgehen sei man an keinen festen Zeitplan gebunden, sagte Pozzo.

Die Gespräche zwischen dem Vatikan und der Piusbruderschaft stehen unter Leitung der Glaubenskongregation, vertreten durch deren Sekretär, Erzbischof Luis Ladaria Ferrer. Ihm stehen als theologische Experten der Schweizer Dominikaner Charles Morerod, Opus-Dei-Generalvikar Fernando Ocariz und der deutsche Jesuit Karl Josef Becker zur Seite. Die Delegation der Piusbruderschaft wird vom spanischen Bischof Alfonso de Gallareta angeführt. Ihn unterstützen Benoit de Jorna und Jean-Michel Gleize vom Schweizer Traditionalisten-Seminar Econe sowie der Leiter des Priorats im französischen Nantes, Patrick de La Rocque.

Papst Benedikt XVI. hatte Ende Januar 2009 die Exkommunikation für vier Bischöfe der Piusbruderschaft aufgehoben, um damit ein Zeichen der Versöhnung zu setzen. Die Traditionalisten lehnen Teile des Zweiten Vatikanischen Konzils ab, darunter die Beschlüsse zur Liturgiereform, zur Religionsfreiheit und zur Ökumene.

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