
1. Februar 2010 in Weltkirche
Königin Elisabeth II., als Monarchin auch Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche, ist laut britischen Presseberichten besorgt über das Angebot des Vatikans, für übertrittswillige Anglikaner eigene Strukturen zu schaffen
London (kath.net/KNA)
Königin Elisabeth II., als Monarchin auch Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche, ist laut britischen Presseberichten besorgt über das Angebot des Vatikans, für übertrittswillige Anglikaner eigene Strukturen zu schaffen. Wie die Tageszeitung «Daily Telegraph» am Sonntag in ihrer Online-Ausgabe berichtet, hat Lord William Peel, ein ranghoher Berater des Buckingham Palasts, im vergangenen November Erzbischof Vincent Gerard Nichols von Westminister (London), der auch Vorsitzender der Katholischen Bischofskonferenz von England und Wales ist, um ein geheimes Treffen in dieser Angelegenheit gebeten.
In dieser Unterredung, berichtet der «Daily Telegraph», habe Peel dem katholischen Erzbischof mit Nachdruck die Bedenken der Königin gegen den geplanten Schritt der Personalordinarien vorgetragen. Nichols soll dem königlichen Berater jedoch versichert haben, der Vatikan wolle die anglikanische Kirche nicht destabilisieren. Mit den Personalordinariaten habe der Papst nur auf die Bitten konservativer Anglikaner reagiert, die von dem liberalen Kurs ihrer eigenen Kirche enttäuscht seien.
Die Zeitung erinnert daran, dass die Ankündigung des Vatikans im Oktober, übertrittswilligen Anglikanern diesen Schritt erleichtern zu wollen, innerhalb der englischen Staatskirche für Unruhe gesorgt habe. Der anglikanische Primas, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, habe sich von der plötzlichen Entscheidung Roms überrumpelt gefühlt, und auch Elizabeth II. sei überrascht gewesen.
Beobachter schließen nicht aus, dass das Vorgehen Roms den geplanten Besuch Papst Benedikt XVI. in Großbritannien im September überschatten könnte. So wurde jetzt bekannt, dass ein ursprünglich vom Königshaus geplantes Bankett für den Papst während seines Staatsbesuchs abgesagt wurde.
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