Bereits eine Million Anmeldungen für das Turiner Grabtuch

19. Februar 2010 in Weltkirche


Zwei Monate vor Beginn der Ausstellung des Turiner Grabtuchs haben sich bereits mehr als eine Million Besucher aus aller Welt angemeldet – Mit Kath.Net zum Grabtuch von Turin – Jetzt anmelden und den Platz sichern!


Rom (kath.net/KNA)
Zwei Monate vor Beginn der Ausstellung des Turiner Grabtuchs haben sich bereits mehr als eine Million Besucher aus aller Welt angemeldet. Wie die kirchlichen Organisatoren am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Rom mitteilten, nutzten viele die Möglichkeit zur Online-Reservierung. Das Leinentuch, das die Züge eines gekreuzigten Mannes trägt und von Gläubigen als Abbild Jesu verehrt wird, ist vom 10. April bis zum 23. Mai in der norditalienischen Stadt zu sehen. Am 2. Mai wird Papst Benedikt XVI. in Turin erwartet. Zuletzt war das Tuch im Jahr 2000 öffentlich gezeigt worden.

Wegen des erwarteten Andrangs werden Besucherströme streng reguliert. Entlang des überdachten Zugangsweges vor der Kathedrale sollen Kurzvideos über das Tuch, das Abbild und seine Geschichte zu sehen sein. Vor der Reliquie selbst wird nach Veranstalterangaben jeder Besucher maximal fünf Minuten verweilen dürfen, an Sonn- und Feiertagen drei Minuten.

Giuseppe Ghiberti, Bibelwissenschaftler und Turiner Diözesanbeauftragter für das Grabtuch, sagte bei der Vorstellung, das Geheimnis des Grabtuchs sei bis heute nicht wissenschaftlich geklärt. Es gebe auch keine hundertprozentige Sicherheit, ob es sich um das Grabtuch Jesu handele. Allerdings entsprächen die
Verletzungsspuren, die auf dem Tuch zu sehen seien, den biblischen Beschreibungen der Passion Christi.

Zugleich wies Ghiberti eine jüngere These zurück, auf dem Leinen seien Abdrücke einer antiken Bestattungsurkunde zu sehen. Die italienische Historikerin Barbara Frale hatte in einem im November erschienenen Buch dargelegt, das Gewebe zeige Reste aramäischer Worte, die auf die Kreuzigung Jesu hinwiesen. Sie stützte sich dabei auf Analysen von Fotografien des Grabtuchs.

Ghiberti erklärte hingegen, keiner der Experten für Bildanalysen habe bisher derartige Schriftzüge festgestellt. Nach den letzten Forschungen und Restaurierungsarbeiten im Jahr 2002 würden derzeit keine Untersuchungen an dem 4,36 Meter langen und 1,10 Meter breiten Leinen gestattet. «Das Kapitel ist abgeschlossen», sagte der Grabtuch-Experte.

Mit kath.Net zum Grabtuch von Turin



(C) 2010 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


© 2010 www.kath.net