
18. Mai 2010 in Deutschland
Der ehemalige Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner hat sich für eine Rückkehr Margot Käßmanns als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche Deutschlands ausgesprochen. Zu ihrer "Pillen"-Aussage schwieg er
Hannover (kath.net/KNA/red)
Der nicht unumstrittene österreichische
Pastoraltheologe Paul Zulehner ist für ein Comeback von Margot Käßmann als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). «Mich wundert es eigentlich sehr, dass noch keine ernstlichen Bemühungen sind, sie jetzt nach diesem Durchhänger wieder ins Amt zu bitten, sagte Zulehner in der Sendung Glaubenssachen auf NDR-Kultur, wie der Sender am Montag in Hannover mitteilte.
Durch ihr klares Einstehen für ihre Verfehlungen habe Käßmann an Glaubwürdigkeit gewonnen, betonte der Pastoraltheologe. Die Kirchen brauchten heute «nicht fehlerfreie, aber glaubwürdige Leute». Deshalb sei es vorstellbar, dass Amtsträger, die Fehler gemacht hätten, nach einer gewissen Bußzeit wieder zurückkehren könnten.
Die mediale Präsenz einer Person wie Käßmann, die den «Ehrentitel Bischöfin der Herzen» bekommen habe, werde unterschätzt, gab der emeritierte Theologieprofessor zu bedenken. Darum solle die EKD der ehemaligen Hannoverschen Landesbischöfin ein Comeback ermöglichen. Dies käme sowohl der evangelischen Kirche wie auch der Ökumene zugute, «weil wir heute merken, dass die Stärke der einen Kirche auch der anderen Kirche gut tut», erklärte Zulehner nur wenige Tage nachdem Käßmann die Pille öffentlich als "Geschenk Gottes" bezeichnet hatte.
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