
29. Juni 2010 in Österreich
Eine ORF-Zulehner-Umfrage zeigt, dass die 68-er-Pfarrer-Generation eher romskeptisch ist und dass jüngere Pfarrer sich wieder stärker an Rom orientieren möchten
Wien (kath.net)
Aus einer vom ORF in Auftrag gegebene Umfrage, die der mit dem ORF sehr verbundene ehemalige Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner durchgeführt hat, geht hervor, dass die 68-er-Pfarrer-Generation eher romskeptisch ist und dass jüngere Pfarrer wieder stärker sich an Rom orientieren möchten. In der Umfrage wurden 500 Pfarrer befragt, allerdings eine deutliche Minderheit im Angesicht von mehr als 4.000 Welt- und Ordenspriestern in Österreich. Von den 500 Befragten meinten 80 Prozent der befragten Pfarrer beispielsweise, dass die katholische Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen sollte, 51 Prozent möchten sogar Frauen zu Priesterinnen weihen. Die Umfrage zeigt zum Teil recht widersprüchliche Ergebnisse. Einerseits äußern sich knapp die Hälfte der Befragten noch immer zustimmend zur Kirchenleitung. Anderers meinen dann fast 80 % der befragten (!) Pfarrer, dass die katholische Kirche verheiratete Männer zu Priestern weihen sollte. 67 % der befragten Pfarrer sagen in Bezug auf ihr eigenes eheloses Leben übrigens: "Ich habe einen eigenständigen Weg gefunden, den ich verantworten kann!" Immerhin 69 Prozent der Pfarrer erklären dann aber wieder, dass sie mit ihrem ehelosen Leben bisher doch recht glücklich waren.
Der interessanteste Teil der Umfrage ist allerdings folgendes: Je jünger die Pfarrer sind, desto modernitätsskeptischer sind sie. Vor allem die sogenannten "Spätberufenen", also diejenigen, die nicht gleich nach der Matura ins Priesterseminar eingetreten sind, zählen zu den Modernitätsskeptikern. So lehnen beispielsweise 39 % der bis 40-Jährigen, die befragt wurden, komplett ab, dass Frauen zu Priesterinnen geweiht werden sollen. Im Klartext heißt dies, dass sich die Priesterausbildung in den letzten Jahren in Österreich tendenziell gebessert hat und jüngere Priester eher wieder romtreu orientiert sind als die sogenannte "68-Priester-Generation", der auch Paul Zulehner angehört.
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