'Wir sind Hetzer' - Zulehner & Co. wettern gegen Ägidius Zsifkovics

8. Juli 2010 in Österreich


Paul Zulehner spricht angesichts der Ernennung des neuen Bischofs von Eisenstadt von "30 Jahre Winter" - "Wir sind Kirche" beschimpft Kirchenleitung als "Diktatur" und ersucht die Bundesregierung, gegen die Bischofsernennung Einspruch zu erheben


Wien (kath.net)
Der Wiener Pastoraltheologe Paul Zulehner und seine Gesinnungsgenossen von "Wir sind Kirche" sind sauer über die Bischofsernennung für die österreichische Diözese Eisenstadt. Voraussichtlich am Samstag soll Ägidius Zsifkovics zum Nachfolger des umstrittenen Eisenstädter Diözesanbischofs Paul Iby ernannt werden. Laut einem "Standard"-Bericht ortet Zulehner eine "breite Enttäuschung" in der Diözese Eisenstadt und meint, dass dieser nur von einer Minderheit akzeptiert werde. Einen Beweis für seine Behauptungen bringt nicht. Wörtlich sagt er: "Er ist sehr jung (47, Anm.). Die Diözese hat jetzt 30 Jahre Winter", meinte Zulehner. Auf seiner Homepage wettert Zulehner dann weiter und meint: "Wie auch, wenn Intrige stärker ist als Transparenz? Wenn das Versprechen von Kardinal Schönborn, es werde in Zukunft Bischöfe geben, die freudig aufgenommen werden, nicht viel gilt?"

Auch seine Gesinnungsgenossen von "Wir sind Kirche" wettern über den den neuen Bischof. In einer Aussendung wird behauptet, dass Zsifkovics nicht die Akzeptanz im Kirchenvolk habe und hat keine "Kompetenz zum Dialog". Dann meint ein Vertreter wörtlich zum Entscheidungsprozess bei der Bischofsauswahl: "Das ist eine Geheim- und Personalpolitik, die in Diktaturen üblich ist. Ziel solcher Verfahren ist es, linientreue Personen in Entscheidungspositionen zu bringen, um den Willen des Volkes zu unterdrücken."

Als Gipfel der Entgleisung wird in Kirchenkreisen dann eine Aussage gewertet, in der „Wir sind Kirche“ die Österreichische Bundesregierung ersucht, gegen die Ernennung von Zsifkovics als Diözesanbischof gemäß dem Konkordat Einwände zu erheben, weil die Art der Bestellung jeden demokratischen Ansatz vermissen lässt.

Auch Helmut Schüller von der "Pfarrerinitiative" spricht von einem "katastrophalen" Bestellvorgang. Und schließlich spricht die "Laieninitiative", die im Prinzip der "pfarrerinitiative" zugeordnet werden kann von einer "neuerliche rücksichtlose Machtdemonstration des Vatikans".

Die "Katholische Aktion" von Burgenland möchte Zsifkovics eine Chance geben. Die Vorsitzende, Herta Wagentristl, kenne ihn als sehr korrekten und höflichen Pfarrer. "Ich würde sagen, dass er so wie alle anderen Menschen verdient hat, dass er anfangen darf zu arbeiten ohne Vorbelastung. Man kann nachher immer noch schauen, wo man etwas verändern kann oder zusammenarbeiten kann. Das wird sich alles erst weisen. Vielleicht wird es sich besser erweisen, als manche befürchten", so Wagentristl laut ORF-Burgenland.

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