Zulehner & Co. machen die Kirche zum Gespött!

10. Juli 2010 in Österreich


Die Inhalte Eurer bisherigen "Reform-Forderungen" und der Ton, in dem ihr sie vortragt, stehen weitgehend im Widerspruch zu den Kriterien für das Wirken des Hl. Geistes! - Ein Kath.Net-Kommentar von Bischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net)
Man wirft ihm zu große Rom - Treue vor, meldete eine Tageszeitung bezüglich des neuen Bischofs des Burgenlandes! Merkwürdig, niemals hörte man, dass einem Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten oder Bundeskanzlers gesagt worden wäre, der Betreffende wäre zu „Österreich – treu“ oder der Polizeipräsident zu „Gesetzes-treu“. Ist es nicht der absurdeste aller möglichen Vorwürfe gegen einen Bischof ihm vorzuwerfen, er identifiziere sich „zu sehr“ mit der Kirche, die ihn ernennt, um sie zu vertreten?

Zulehner nimmt sogar am jungen Alter (47 Jahre) des ernannten Bischofs Anstoß und fürchtet einen langen „Winter“ im Burgenland. Ich würde Zulehner raten, sein eigenes, schon deutlich höheres Alter im Sinn von Psalm 90 zu bedenken. Er und seine Freunde aus den bekannten kirchen-kritischen Bewegungen, die sich jeweils für „das Volk“, für „die Laien“ und „die Priester“ halten, sind überzeugt, ihre Zielgruppe zu kennen und daher auch zu wissen, dieser Bischof hätte keine „Akzeptanz“ und sein unfähig zum Dialog.

Sogar ich von Salzburg aus weiß, wie viel Sympathie dem neuen Bischof im Burgenland schon jetzt sofort entgegenschlägt und im Unterschied zu den Kritikern, kenne ich ihn „im Dialog“ und weiß, dass er ausgezeichnet ist!

Aber abgesehen von dem ihrem behaupteten Geheimwissen der Kritiker bezüglich des Kandidaten: Sie beklagen die mangelnde „Transparenz“ beim Vorgang der Ernennung, die nicht demokratisch vor sich gegangen sei, vielmehr ähnlich wie in einer Diktatur, als „Machtdemonstration des Vatikans“!

Wenn, dann sollten sie sachlich und friedlich sagen: „Die Ernennung verlief anders als wir glauben, dass es gut gewesen wäre!“ Fasst man die Kritik kurz zusammen, dann besteht sie nur in zwei Punkten: Der Kandidat sei ungeeignet, der Ernennungsvorgang ungerecht!

Nur Herta Wagentrist, Vorsitzende der Katholischen Aktion im Burgenland, wagt zu widersprechen: Sie kenne den neuen Bischof als „höflichen Pfarrer“, der sich einen Anfang seiner Arbeit „ohne Vorbelastung“ verdient habe. Auch glaubt sie, dass er sich bewähren und viel, viel besser sein wird als manche jetzt befürchten! Was soll man sagen?

Frau Wagentrist denkt menschlich und als Christin, die Kritiker tun es nicht, denn sie reden gegen die elementaren Regeln der Nächstenliebe und sind auch gegen Rom unsachlich und ungerecht! Was die Liebe betrifft: Die Kritiker dürfen denken, er sei keine ideale oder sogar eine schlechte Wahl. Si können für sich selbst reden und sagen, ihnen falle es schwer, den neuen Bischof anzunehmen.

Ja, in solchen Entscheidungen ist Rom nicht „unfehlbar“, Fehlbesetzungen hat es immer schon gegeben und wird sie geben. Aber, meine Damen und Herrn, es gibt auch die Unterscheidung zwischen gültiger Ernennung und idealer Ernennung! Über „ideal“ oder nicht ideal kann man geteilter Meinung sein, aber „gültig“ ist eine andere Kategorie.

Wenn die Gültigkeit einmal feststeht, nehmen Katholiken jeden ernannten Bischof an, mit Respekt und Liebe, auch wenn er wirklich eine „Fehlbesetzung“ sein sollte!

Zur Liebe gehört es, nicht mit Vorurteilen an den Anderen heranzugehen, aber genau das tun sie, weil sie den neuen Bischof als Bischof noch gar nicht kennen können und doch schon gnadenlos urteilen!

Und weiter: Sie, die immer behaupten, sie liebten die Kirche und darum müssten sie „aufstehen“ und kritisieren, zeigen wenig Kirchenliebe, weil sie doch bei bestem Willen nicht glauben können, ihr Kampf gegen den Ernannten würde der Kirche helfen in diesen ohnehin schwierigen Zeiten! Nein, sie machen einmal mehr die Kirche zum Gespött!

Und was ihre Rom-Kritik betrifft: Kein Auswahl-Prinzip kann den bischöflichen Super-Mann garantieren. Zu meinen, wir hätten viel bessere Bischöfe, wenn Zulehner und Co die Bischöfe „machen“ könnten, ist absurd!

Den Kritikern möchte ich raten: Liebt die Kirche so, wie sie ist! Reformiert zuerst einmal euch selbst, dann predigt den Anderen und der ganzen Kirche Umkehr, aber bitte im Geist der Demut und der Liebe, vor allem auch im Wissen: Reformen der Kirche kann man nie „machen“, sie sind, wenn sie wirklich zustande kommen, ein Geschenk von oben. Die Inhalte Eurer bisherigen „Reform-Forderungen“ und der Ton, in dem ihr sie vortragt, stehen weitgehend im Widerspruch zu den Kriterien für das Wirken des Hl. Geistes! Im Brevier der letzten Tage hießt es: „Rüge den Zuchtlosen nicht; sonst haßt er dich. Rüge den Weisen, dann liebt er dich.“ (Spr. 9:8). Werdet ihr mich jetzt lieben oder (noch mehr) hassen?


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